Warum wir Instagram nicht mehr aktiv nutzen – und was wir stattdessen tun

Lange war Instagram für uns eine der wichtigsten Social-Media-Plattformen. Doch in Zukunft werden wir das Netzwerk nicht mehr aktiv nutzen. Stattdessen werden wir uns auf andere Kommunikationswege konzentrieren, um unser Publikum zu erreichen.

Lange war Instagram für uns eine der wichtigsten Social-Media-Plattformen. Doch in Zukunft werden wir das Netzwerk nicht mehr aktiv nutzen.

[Debatte] Wir haben beschlossen, dass es für uns bei Instagram leider nicht so weiter gehen kann, wie bisher. Als wir 2015 mit @musermeku in dem Sozialen Netzwerk gestartet sind, hatten wir zunächst keine großen Erwartungen, was aus dem Account werden sollte. Vielleicht hätten wir es dabei belassen sollen. Wir hatten lange sehr viel Spaß bei Instagram, haben spannende andere Accounts entdeckt und uns sogar mit einigen Menschen in der Offline-Welt angefreundet, die wir auf der Plattform kennengelernt haben. Aber seit einiger Zeit ist für uns Instagram einfach nicht mehr sinnvoll nutzbar.


Gegen den Algorithmus ankämpfen

Seit einigen Monaten sind unsere Inhalte bei Instagram quasi unsichtbar geworden. Unsere Posts, aber auch unsere Story-Beiträge, bekamen keinerlei Reichweite mehr. Wir erreichten letztendlich weder unsere Follower, noch neue Accounts, die uns vielleicht über Instagram entdecken könnten. Natürlich könnte man sagen, wir sind selbst Schuld, dass der Algorithmus unsere Inhalte nicht beachtet. Instagram-Nutzer haben heute andere Interessen, erwarten längst mehr als nur Fotos, wie wir sie über Jahre gepostet haben. Wenn uns Instagram wichtig wäre, könnten wir also einfach das Format ändern, andere Themen aufgreifen und vielleicht auch Trends mitmachen, die heute so und morgen anders sind. Aber wir sind absolut müde. Nach langer Überlegung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass uns Instagram einfach nicht wichtig genug ist, um uns dafür mit unseren Inhalten zu verbiegen.

Wir sind mit unserem Instagram-Account deshalb leider an einem Punkt angekommen, an dem wir uns nicht weiter mit der Plattform befassen möchten. Wir haben einfach nicht die Kapazität, das Spiel der Algorithmen mitzuspielen. Und warum sollten wir uns von Social-Media-Plattformen auch vorschreiben lassen, welche Inhalte wir auf welche Art veröffentlichen? Warum sollte ein Algorithmus entscheiden, wer unsere Inhalte zu sehen bekommt? Bei Instagram zu posten hat uns in den letzten Monaten nichts mehr gebracht außer Mühe und Frust. Aus einem Medium des Austauschs ist für uns ein Selbstgespräch geworden. Am Ende stand für uns dann die Erkenntnis, dass wir auf Instagram verzichten können, denn wer unsichtbar ist, der kann eigentlich auch weg bleiben.


Tschüss Instagram

Soziale Medien befinden sich ständig im Wandel. Wir wissen, wovon wir reden, schließlich sind wir schon seit über 20 Jahren in Social Media unterwegs. Plattformen kommen und gehen – und manchmal passt es für einen selbst auch einfach nicht mehr. Mittlerweile sind eigentlich alle Plattformen des Meta-Konzerns für uns unbenutzbar geworden. Wir haben bereits vor Jahren unsere Facebook-Seite stillgelegt, dann unseren Threads-Account – und seit einigen Wochen sind wir auch bei Instagram an einem Punkt angekommen, der ein bisschen nach Ende aussieht. Wir nutzen den Account in Zukunft nicht mehr aktiv, sondern nur noch als digitale Visitenkarte.

Seit wir bei Instagram nur noch einmal pro Woche auf unseren akuellen Beitrag bei musermeku.org hinweisen und nicht mehr fast täglich Inhalte posten, hat sich für uns tatsächlich nichts zum Negativen verändert. Wir haben auf unserer Website genau so viele Zugriffe wie immer und es hat sich letztendlich gezeigt, dass wir auf die Plattform verzichten können, um auf unsere Inhalte aufmerksam zu machen. Deutlich weniger Zeit bei Instagram zu verbringen, empfinden wir vor allem positiv. Nachdem wir auf der Plattform über 10 Jahre lang aktiv waren und jeden Tag nicht nur Zeit in Content investiert haben, sondern auch noch ewig durch die Timeline gescrollt haben, haben wir nun mehr Zeit für andere Dinge.


Wie kommunizieren wir in Zukunft?

Natürlich möchten wir auch in Zukunft möglichst viele Menschen mit unseren Inhalten über Museen, Kunst und Kultur erreichen. Lange hat das sehr gut über Social Media funktioniert, doch diese Zeiten sind zumindest auf den Plattformen des Meta-Konzerns für uns vorbei. Wir hinterfragen auch die Nutzung unserer anderen Plattformen kritisch, auf denen wir bisher noch aktiv sind. Immerhin sind Bluesky und LinkedIn ebenso Algorithmus-basierte, Profit-orientierte, Daten-sammelnde US-Plattformen, die für unsere Inhalte auch nicht optimal sind.

In Zukunft konzentrieren wir uns vor allem auf unseren Newsletter, da wir hier unser Publikum direkt erreichen können. Der Newsletter hat im Vergleich zur Nutzung von Social-Media-Plattformen diverse Vorteile, allen voran, dass eine unmittelbare Publikumsansprache mit geringem Streuverlust möglich ist. Die Abonnenten entscheiden sich bewusst für den Erhalt des Newsletters, weil sie mit unseren Inhalten versorgt werden möchten. Entsprechend haben wir durchgängig auch eine sehr hohe Öffnungsrate von um die 50 Prozent. Ein weiterer Vorteil gegenüber Social Media ist, dass unsere Inhalte nicht im Newsfeed verschwinden, sondern jederzeit abrufbar im Mail-Postfach der Empfänger bereitstehen, falls man auf einen Inhalt zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zugreifen möchte. Und schließlich können wir in unserem Newsletter auch alle Bild-Inhalte so zeigen, wie sie auch auf unserer Website erscheinen. Facebook und Instagram haben in der Vergangenheit regelmäßig Fotos von Kunstwerken in ihrer Reichweite eingeschränkt oder unsere Postings als Verstöße gegen die Meta-Richtlinien eingestuft. Auch Bluesky verbirgt bis heute immer wieder unsere Fotos und Link-Vorschauen, wenn z.B. eine Statue zu sehen ist. Wie sollen wir Social-Media-Netzwerke sinnvoll nutzen, wenn diese Kunst zensieren?

Daneben konzentrieren wir uns auf unseren Mastodon-Account im Fediverse. Wir finden es wichtig, dass Mastodon und das Fediverse großen Wert auf Datenschutz legen, auf offene Standards und die Vermeidung von Daten-Monetarisierung. Im Gegensatz zu kommerziellen Plattformen werden keine persönlichen Daten gesammelt oder verkauft. Im Fediverse geht es außerdem weniger um Reichweite oder virale Inhalte, sondern um authentischen Austausch und die Förderung von Community-Interaktionen. Auch gibt es auf Mastodon keine zentralen Algorithmen, die Inhalte priorisieren oder benachteiligen. Beiträge werden chronologisch angezeigt und die Nutzer entscheiden selbst, welche Inhalte sie sehen möchten. So werden unsere Inhalte aufgrund ihrer Relevanz für die Community wahrgenommen und nicht aufgrund algorithmischer Manipulation.


Header-Bild: Angelika Schoder – Markthalle Hamburg, 2026


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Angelika Schoder

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