Die Zukunft der Kulturarbeit – fair statt prekär

Wie wird Kulturarbeit in Zukunft aussehen? Wir sprachen mit Vertretern von Kulturinstitutionen über das mögliche Ende prekärer Beschäftigung.

#Werbung / Was ist Kulturarbeit heute noch wert? Für umgerechnet weniger als 3 Euro pro Stunde führt die Doktorandin Aika Diesch in der Stadt Rödermark eine Grabungsdokumentation durch und arbeitet archäologische Befunde auf. Nicht nur die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V. empörte sich über diese Arbeitsbedingungen. Ihre Vorgängerin musste die Stelle vorzeitig abbrechen – „aus persönlichen Gründen“, wie es in einer Meldung des Landesamts für Denkmalpflege Hessen hieß. Es wäre nicht überraschend, wenn die prekären Beschäftigungsbedingungen ihre Entscheidung beeinflusst hätten.

Solche Fälle werfen die Frage danach auf, wie sich Kulturarbeit in Zukunft gestalten soll. Werden es sich in 20 Jahren nur noch Kinder reicher Eltern leisten können, in Forschungsprojekten, Museen, Galerien, Konzerthäusern oder Theatern zu arbeiten? Wird das Feld der „Hochkultur“ irgendwann den bürgerlichen Eliten überlassen, die eine Art modernes Mäzenatentum ausüben, indem sie ihre Sprösslinge in den Kulturbereich entsenden und sie finanziell unterstützen, weil diese von der Kulturarbeit nicht leben können?

„Die Zukunft der Kulturarbeit – fair statt prekär“ weiterlesen

Geisteswissenschaftler als Generation Praktikum Reloaded

Volontäre und Trainees sind die neue Generation Praktikum – mit Vollzeit-Jobs, die nicht einmal mit dem Mindestlohn bezahlt werden.

Sie wollten als Geisteswissenschaftler in der Kulturverwaltung arbeiten oder im Journalismus durchstarten. Auf ihrem Weg in den Beruf wechselten sie stattdessen von einem Niedriglohn-Job zum anderen oder wurden in einem Start-Up im Kulturbereich ausgenutzt. Wir haben eine ehemalige Trainee und eine Ex-Volontärin zu ihren Erfahrungen befragt – nur zwei Vertreter der Generation Praktikum Reloaded.

„Geisteswissenschaftler als Generation Praktikum Reloaded“ weiterlesen

Volontariat und Praktikum dank Museumsstipendium

Ob Museumsstipendium oder freier Eintritt – Museen sind oft auf Unterstützung von Stiftungen angewiesen, wenn sie Vielfalt anstreben.

Soziale und kulturelle Vielfalt muss in Museen dringend erhöht werden, denn vor allem in Deutschland ist die Besucherstruktur noch viel zu homogen, wie Studien immer wieder zeigen. Doch wenn sich Institutionen im Kulturbereich – und insbesondere Museen – neuen Zielgruppen öffnen wollen, ist es notwendig, dass auch die Mitarbeiterstruktur die angestrebte Publikumsstruktur wiederspiegelt.

Es gilt, mehr Diversität in Kulturinstitutionen zu etablieren, um auf die Erwartungen der vielfältigen Zielgruppen besser eingehen zu können – sei es in der Konzeption von Ausstellungen, im Zuge der Erarbeitung von Vermittlungskonzepten oder hinsichtlich der Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen. Bei der Erhöhung von sozialer und kultureller Diversität sind Museen hier jedoch immer wieder auf die Unterstützung von Stiftungen angewiesen, die den Zugang zu Kultur ermöglichen. Stiftungen haben dabei nicht nur Besucher im Blick, sondern unterstützen auch Nachwuchswissenschaftler – und zwar in Form eines Museumstipendiums.

„Volontariat und Praktikum dank Museumsstipendium“ weiterlesen

Alltag im Volontariat: Abteilungsleiter-Aufgaben zum Dumping-Lohn

Im Kultur- und Bildungsbereich gilt ein Volontariat meist als Einstieg in den Beruf. Doch die Arbeitsbedingungen sind oft problematisch.

Die meisten Volontariate oder Trainee-Stellen werden in Deutschland aktuell mit etwa 1.300 – 1.500 Euro brutto vergütet. Der ehemalige Volontär, mit dem wir für MusErMeKu ein Interview geführt haben, hatte es leider schlechter getroffen. Er bekam 1.100 Euro monatlich im Rahmen eines 2-jährigen Volontariats, das sind knapp 850 Euro netto. Was er in seinem Volontariat erlebt hat und ob er sich noch einmal für ein Volontariat entscheiden würde, erzählt er hier.

„Alltag im Volontariat: Abteilungsleiter-Aufgaben zum Dumping-Lohn“ weiterlesen