Geisteswissenschaftler als Generation Praktikum Reloaded

Volontäre und Trainees sind die neue Generation Praktikum – mit Vollzeit-Jobs, die nicht einmal mit dem Mindestlohn bezahlt werden.

Sie wollten als Geisteswissenschaftler in der Kulturverwaltung arbeiten oder im Journalismus durchstarten. Auf ihrem Weg in den Beruf wechselten sie stattdessen von einem Niedriglohn-Job zum anderen oder wurden in einem Start-Up im Kulturbereich ausgenutzt. Wir haben eine ehemalige Trainee und eine Ex-Volontärin zu ihren Erfahrungen befragt – nur zwei Vertreter der Generation Praktikum Reloaded.

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Volontariat und Praktikum dank Museumsstipendium

Ob Museumsstipendium oder freier Eintritt – Museen sind oft auf Unterstützung von Stiftungen angewiesen, wenn sie Vielfalt anstreben.

Soziale und kulturelle Vielfalt muss in Museen dringend erhöht werden, denn vor allem in Deutschland ist die Besucherstruktur noch viel zu homogen, wie Studien immer wieder zeigen. Doch wenn sich Institutionen im Kulturbereich – und insbesondere Museen – neuen Zielgruppen öffnen wollen, ist es notwendig, dass auch die Mitarbeiterstruktur die angestrebte Publikumsstruktur wiederspiegelt.

Es gilt, mehr Diversität in Kulturinstitutionen zu etablieren, um auf die Erwartungen der vielfältigen Zielgruppen besser eingehen zu können – sei es in der Konzeption von Ausstellungen, im Zuge der Erarbeitung von Vermittlungskonzepten oder hinsichtlich der Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen. Bei der Erhöhung von sozialer und kultureller Diversität sind Museen hier jedoch immer wieder auf die Unterstützung von Stiftungen angewiesen, die den Zugang zu Kultur ermöglichen. Stiftungen haben dabei nicht nur Besucher im Blick, sondern unterstützen auch Nachwuchswissenschaftler – und zwar in Form eines Museumstipendiums.

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Alltag im Volontariat: Abteilungsleiter-Aufgaben zum Dumping-Lohn

Im Kultur- und Bildungsbereich gilt ein Volontariat meist als Einstieg in den Beruf. Doch die Arbeitsbedingungen sind oft problematisch.

Die meisten Volontariate oder Trainee-Stellen werden in Deutschland aktuell mit etwa 1.300 – 1.500 Euro brutto vergütet. Der ehemalige Volontär, mit dem wir für MusErMeKu ein Interview geführt haben, hatte es leider schlechter getroffen. Er bekam 1.100 Euro monatlich im Rahmen eines 2-jährigen Volontariats, das sind knapp 850 Euro netto. Was er in seinem Volontariat erlebt hat und ob er sich noch einmal für ein Volontariat entscheiden würde, erzählt er hier.

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Wackelige Aussichten – Noch nie war ein Job im Museum so unsicher wie heute

Sree Sreenivasan war Chief Digital Officer des MET. Jetzt verlor er seinen Job im Museum – für ihn ein Grund zum Neuanfang.

An so manchem Job im Museum klebt ein Verfallsdatum: Es ist das 2-jährige Volontariat, für das im Anschluss keine Chance auf Übernahme besteht. Es ist die Schwangerschaftsvertretung für ein Jahr, die dann wieder an die eigentliche Stelleninhaberin zurück geht. Oder es ist die Stelle, die nicht verlängert wird, weil das Budget der Institution gekürzt wird.

Für die Betroffenen ist es am Ende wohl immer das gleiche Gefühl, eine Mischung aus Bedauern und Sorge. Bedauern um die Aufgaben, die man trotz aller Widrigkeiten gerne übernommen hat, und Sorge darum, wie es nun weiter gehen soll. Denn die Branche ist heillos unterfinanziert, es werden kaum Stellen ausgeschrieben. Die Situation kann im Kulturbereich jeden treffen, auf jeder Karrierestufe. Jüngstes Beispiel ist ein Superstar der digitalen Museums-Szene: Sree Sreenivasan. Sein Fall zeigt: Noch nie war ein Job im Museum so unsicher wie heute.

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