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25 Jahre Fondation Beyeler: Passagen

Mit der aktuellen Sammlungspräsentation „Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion“ feiert die Fondation Beyeler ihr 25. Jubiläum mit Werken von Rousseau bis Richter.

Bloggerreise/Werbung – Anlässlich ihres 25. Jubiläums zeigt die Fondation Beyeler nicht nur eine große Retrospektive zur Künstlerin Georgia O’Keeffe. Das Museum bietet auch einen neuen Blick auf seine vielfältige Sammlung. In der Ausstellung „Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion“ treffen Werke von Claude Monet, Alberto Giacometti, Francis Bacon oder Gerhard Richter aufeinander. Ein eigener Raum ist zudem den geometrisch-abstrakten Werken der US-amerikanischen Künstlerin Agnes Martin gewidmet, in Kooperation mit der Daros Collection. Der Titel „Passagen“ ist dabei ganz wörtlich zu verstehen, denn im Mittelpunkt der von Raphaël Bouvier kuratierten Ausstellung stehen Durchgänge und Blickachsen.


Im Foyer des Museums ist das großformatige Gemälde "Le lion, ayant faim, se jette sur l’antilope" (1898/1905) von Henri Rousseau platziert.
Im Foyer des Museums ist das großformatige Gemälde „Le lion, ayant faim, se jette sur l’antilope“ (1898/1905) von Henri Rousseau platziert.

Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion

Neben wechselnden Sonderausstellungen präsentiert die Fondation Beyeler auch ihre Sammlung immer wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Das Museum setzt dabei Skulpturen, Installationen, Zeichnungen und Gemälde in immer neue Bezüge zueinander, zeigt so Gegensätze, aber auch die Nähe unterschiedlicher künstlerischer Positionen. Im Jahr des 25. Jubiläums der Institution ist das verbindende Element der aktuellen Sammlungspräsentation nun das Thema „Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion“. Es geht dabei um Durch- und Übergänge, die nicht nur im übertragenen Sinne die gezeigten Kunstwerke miteinander verbinden. Auch im physischen Ausstellungsraum durchschreitet der Besucher Räume, Korridore, Flure und Zwischenbereiche, in denen ganz unterschiedliche Kunstwerke und -akteure aufeinandertreffen, die aber teils auch nur einem Künstler gewidmet sind.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Wechselverhältnis von Gegenständlichem und Abstraktion in der modernen Kunst. Beleuchtet wird dies anhand von rund 70 bekannten Gemälden und Skulpturen des Impressionismus, der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst, von Vincent van Gogh und Paul Cézanne über Max Ernst und Alexander Calder bis hin zu Ellsworth Kelly oder Joan Mitchell. Neben Werken aus der eigenen Sammlung zeigt die Fondation Beyeler in diesem Rahmen auch Leihgaben anderer Institutionen und aus Privatsammlungen.


Die Blickachsen, die die Ausstellung bietet, werden auch aus dem Ausstellungsraum hinaus in das Umfeld des Museumsgebäudes gelenkt, etwa auf die Bronzeskulptur "Hase" (2013) von Thomas Schütte.
Die Blickachsen, die die Ausstellung bietet, werden auch aus dem Ausstellungsraum hinaus in das Umfeld des Museumsgebäudes gelenkt, etwa auf die Bronzeskulptur „Hase“ (2013) von Thomas Schütte.

Von Rousseau bis Richter

Das Thema des Übergangs vom Gegenständlichen zum Abstrakten beleuchtet die Ausstellung „Passagen“ anhand von unterschiedlichen Darstellungen von Landschaften und Figuren. Immerhin haben abstrakte Bildelemente oft ihren Ursprung in natürlichen Motiven – und umgekehrt können auch abstrakte Formen und Strukturen zu gegenständlichen Bildern werden.

Zu zentralen Werken in der Ausstellung zählen etwa ganz zu Beginn „Le lion, ayant faim, se jette sur l’antilope“ (1898/1905) von Henri Rousseau, das eine Dschungellandschaft zeigt; das Seerosen-Gemälde „Le bassin aux nymphéas“ (ca. 1917-1920) von Claude Monet, dessen Bilder in den 1950er-Jahren die Künstler des amerikanischen Abstrakten Expressionismus inspirierten; oder drei Werke von Francis Bacon, u.a. „Sand Dune“ (1983), wo Figur und Raum fast miteinander verschmelzen. Einzelne Räume in der Ausstellung sind zudem den farbig-geometrischen Arbeiten von Ellsworth Kelly (1923-2015) sowie den Werken der Künstlerin Agnes Martin (1912-2004) gewidmet.

Ein besonderer Fokus liegt zudem auf Gerhard Richter (*1932). Anlässlich seines 90. Geburtstags in diesem Jahr zeigt „Passagen“ sowohl Sammlungswerke der Fondation Beyeler als auch Leihgaben, die das künstlerische Zusammenspiel von Gegenständlichem und Abstraktion im Werk des Künstlers verdeutlichen. So ist im zentralen Ausstellungsraum neben Monets Seerosen etwa eines seiner Werke „Doppelgrau“ (2014) zu sehen sowie die große Glas- und Stahlkonstruktion „12 Scheiben (Reihe)“ (2013), die mit ihren Durchgängen und Spiegelungen fast wie eine Verkörperung des Ausstellungstitels „Passagen“ erscheint.


Im zentralen Ausstellungsraum ist das monumentale Gemälde "Le bassin aux nymphéas" (ca. 1917-1920) von Claude Monet zu sehen.
Im zentralen Ausstellungsraum ist das monumentale Gemälde „Le bassin aux nymphéas“ (ca. 1917-1920) von Claude Monet zu sehen. Davor ist Gerhard Richters „12 Scheiben (Reihe)“ (2013) platziert.

Der Begleitband zur Sammlung, herausgegeben von Theodora Vischer für die Fondation Beyeler, ist 2017 im Hatje Cantz Verlag erschienen (ISBN: 978-3-7757-4332-7). Der Band enthält Werkabbildungen, Kurzbiografien und Texte über die Arbeiten der in der Sammlung vertretenen Künstler.


Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion

Fondation Beyeler
12.02.-14.08.2022

musermeku dankt der Fondation Beyeler für die Einladung zu einem Besuch der Ausstellung und für die Übernahme der Kosten der Reise.


Fotos: Angelika Schoder – Ausstellungsansicht: Passagen. Landschaft, Figur und Abstraktion, Fondation Beyeler, 2022


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Angelika Schoder

Über die Autorin

Bei musermeku schreibt Dr. Angelika Schoder über Themen zur Digitalisierung, über Museen und Ausstellungen sowie über Reise- und Kultur-Tipps.

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