Die beliebtesten Museen bei Instagram, die besten Social-Media-Kanäle und die schlechteste Kunstkritik

MusErMeKu – Nicht-Newsletter – Nr. 33, 11/2018


Frage des Monats
Was sind die beliebtesten Museen bei Instagram?

Thema des Monats
Die besten Social-Media-Kanäle im Kulturbereich

Twitter des Monats
trains botting

Instagram des Monats
The Worst Of The Worst

Tumblr des Monats
One Terabyte of Kilobyte Age Photo Op

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Frage des Monats

Was sind die beliebtesten Museen bei Instagram?

Ende Oktober 2018 sorgte ein Beitrag in der WELT für eine Überraschung. Hier wurden die beliebtesten Museen Deutschlands enthüllt: das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart, das Porsche-Museum in Stuttgart und das BMW-Museum in München. Betrachtet wurden die Zahlen, wie oft Besucher aus den Museen Bilder bei Instagram gepostet hatten. Der Beitrag nennt Zahlen von 52k beim Mercedes-Benz Museum, 72k bei Porsche und Spitzenreiter sei das BMW-Museum mit 79k Postings. In Auftrag gegeben hat diese Studie eine „Ferienhaus-Suchmaschine“. Grund genug für uns, da skeptisch zu sein, und selbst mal einen Blick auf deutsche Museen bei Instagram zu werfen…

Das sind einige der erfolgreichsten deutschen Museen bei Instagram*

*wenn man wahllos nach Hashtags sucht, die dem Museumsnamen bei Instagram entsprechen

  1. 88,4k #bmwwelt vs. @bmwwelt mit 81,9k Follower
  2. 67,7k #porschemuseum vs. @porsche.museum mit 60,1k Follower
  3. 47,6k #mercedesbenzmuseum vs. @mercedesbenzmuseum mit 403k Follower
  4. 39,9k #miniaturwunderland vs. @miniaturwunderland mit 65,5k Follower
  5. 25,4k #pinakothekdermoderne vs. @pinakothekdermoderne mit 3,7k Follower
  6. 22k #vitradesignmuseum vs. @vitradesignmuseum mit 63,9 Follower
  7. 20,1k #deutschesmuseum vs. @deutschesmuseum mit 2,9k Follower
  8. 18,2k #coberlin vs. @coberlin mit 48,9k Follower
  9. 17k #schirn vs. @schirnkunsthalle mit 38,1k Follower
  10. 16k #berlinischegalerie vs. @berlinischegalerie mit 37,9k Follower
  11. 15,5k #deichtorhallen vs. @deichtorhallen mit 25,5k Follower
  12. 14,1k #hausderkunst vs. @haus_der_kunst mit 29,8k Follower
  13. 13,6k #ddrmuseum vs. @ddrmuseum mit 9,6k Follower
  14. 12,4 #dachauconcentrationcamp vs. @mmsz_dachau mit 202 Follower
  15. 11,4k #bundeskunsthalle vs. @bundeskunsthalle mit 13,4k Follower
  16. 7,8k #nrwforum vs. @nrw_forum mit 5,1k Follower
  17. 7,8k #hamburgerkunsthalle vs. @hamburger.kunsthalle mit 38k Follower
  18. 5,3k #naturkundemuseumberlin vs. @mfnberlin mit 4k Follower
  19. 5,1k #museumbarberini vs. @museumbarberini mit 7,1k Follower
  20. 4,8k #albertinum vs. @albertinum.dresden mit 2,2k Follower
  21. 4,3k #deutscheshistorischesmuseum vs. @dhmberlin mit 3,3k Follower
  22. 4,2k #maritimesmuseum vs. @maritimesmuseum mit 26,8k Follower
  23. 4,2k #staedelmuseum vs. @staedelmuseum 41,3k mit Follower
  24. 4,1k #martaherford vs. @martaherford mit 5,5k Follower
  25. 4k #staatsgaleriestuttgart vs. @staatsgaleriestuttgart mit 7k Follower
  26. 3,6 #museumbrandhorst vs. @museumbrandhorst mit 2,3k Follower
  27. 3,3k #hausdergeschichte vs. @hdg_museen mit 3,2k Follower
  28. 3,2k #jüdischesmuseumberlin vs. @jmberlin.de mit 4,5k Follower
  29. 3,1k #germanischesnationalmuseum vs. @germanisches_nationalmuseum mit 2,2k Follower
  30. 3k #kunsthallemannheim vs. @kunsthallema mit 3,5k Follower
  31. 2,8k #mdbkleipzig vs. @mdbkleipzig mit 11,1k  Follower
  32. 2,6k #kunsthallebremen vs. @kunsthalle.bremen mit 5,3k Follower
  33. 2,5k #fussballmuseum vs. @fussballmuseum mit 9,6k Follower
  34. 2,3k #neuengamme vs. @neuengamme.memorial mit 1,3k Follower
  35. 1,9k #mkghamburg vs @mkg.hamburg mit 5,2k Follower
  36. 1,7k #zeppelinmuseum vs. @zeppelinmuseum mit 1,2k Follower
  37. 1,7k #lindemuseum vs. @lindenmuseum mit 1k Follower
  38. 1,6k #panzermuseum vs. @daspanzermuseum mit 1,8k Follower
  39. 1,1k #neanderthalmuseum vs. @neanderthalmuseum mit 1,2k Follower
  40. 953 #burgposterstein vs. @burgposterstein mit 8,1k Follower

Beliebte Museen, die selbst gar nicht oder nicht einzeln bei Instagram vertreten sind:

  • 136k #checkpointcharlie
  • 61,8k #zwinger
  • 35,8k #hamburgerbahnhof
  • 34,7k #pergamonmuseum
  • 23,2k #bodemuseum
  • 17,9k #altenationalgalerie
  • 4,6k #denkmalfürdieermordetenjudeneuropas
  • 4,6k #topographiedesterrors

Vs. teils @staatlichemuseenzuberlin mit 21,8k Follower oder @skdmuseum mit 5k Follower

Wir kommen nicht ganz auf die Zahlen, die der WELT-Artikel für die „beliebtesten Museen in Deutschland“ erwähnt. Wir wissen auch nicht, wie die erwähnte Studie durchgeführt wurde. Unsere eigene „Studie“ hat jedenfalls ergeben, dass die Zahlen der von Besuchern bei Instagram verwendeten Hashtags doch oft erheblich abweichen von den Follower-Zahlen der entsprechenden Museen – die wir übrigens zufällig ausgewählt haben. Was demnach beliebt oder erfolgreich für die Museen bei Instagram bedeutet, muss jeder selbst entscheiden. Das liegt vielleicht, genauso wie die Qualität der Museums-Accounts, im Auge des Betrachters…

⇒ Beliebteste Museen in Deutschland, Welt – 29.10.2018


Thema des Monats

Die besten Social-Media-Kanäle im Kulturbereich

Welche Social-Media-Kanäle sollten Kulturorganisationen am besten nutzen? Mit dieser Frage setzt sich Beraterin Colleen Dilenschneider in ihrem Blog auseinander, auf Grundlage der US National Awareness, Attitudes, and Usage Study. Bei der Beantwortung der Frage müssen zwei Aspekte berücksichtigt werden: Auf welchen Plattformen verbringen die Menschen (bzw. bestimmte Zielgruppen von Kultureinrichtuingen) die meiste Zeit? Und auf welchen Social Media Plattformen kann sich eine Institution am effektivsten präsentieren und eine dauerhafte Präsenz aufrecht erhalten?

Zunächst stellt Dilenschneider auf Basis der Daten fest, dass Besucher von Museen & Co. sehr häufig das Internet nutzen. Menschen, die der Zielgruppe angehören, aber seit mindestens zwei Jahren keine Kulturinstitution mehr besucht haben, sind sogar noch häufiger online – besonders in Sozialen Medien. Für sie spielen persönliche Empfehlungen eine besonders große Rolle, etwa wenn Bekannte eine Institution über Social Media empfehlen. Insofern sollte für Kulturinstitutionen klar sein, dass die Nutzung von Social Media einen hohen Stellenwert einnimmt – nicht nur für die Institution selbst, sondern auch durch Besucher, die so eine Weiterempfehlung an ihre Kontakte aussprechen.

An Facebook und Instagram führt kein Weg vorbei

Zu den weltweit meistgenutzten Plattformen gehören Facebook auf Platz 1, Instagram, Tumblr, Snapchat und Twitter auf Platz 5. Es lohnt sich also für Kulturinstititionen, diese Plattformen in Betracht zu ziehen, allein aufgrund ihrer großen Verbreitung. (YouTube wurde nicht mit einbezogen, da der Fokus hier weniger auf Interaktion liegen würde, so Dilenschneider.)

Laut Studie, verbringen Nutzer die meiste Zeit bei Facebook, gefolgt von Instagram und Snapchat, danach folgen Twitter und Pinterest. Auch hier zeichnet sich ein klares Bild ab, wo die Zielgruppe am effektivsten erreicht werden kann. Dilenschneider kommt, anhand ihrer US-basierten Daten, zu dem Ergebnis: „Facebook – and to a lesser extent Instagram – rule the land. It may be wise to prioritize these two platforms, and make sure that adequate time and resources are spent to maximize the power of both.“ Auch für Europa dürfte dies mit großer Wahrscheinlichkeit gelten: Facebook und Instagram können als wichtigste Social-Media-Plattformen bezeichnet werden.

Letztendlich müssen Instututionen da vertreten sein, wo mögliche Zielgruppen sich aufhalten. Gerade wenn nur geringe Ressourcen zur Verfügung stehen, sollte man sich auf wenige, dafür effektive Kanäle konzentrieren. Vielleicht ist es also für manche Institutionen an der Zeit, sich von Twitter zu verabschieden, da sowohl die Nutzerzahlen wie auch die Nutzungsdauer hier zurück gehen. Wer noch nicht bei Instagram vertreten ist, sollte dies hingegen schnell nachholen. Wichtig dabei ist, hier aber nicht einfach präsent zu sein, sondern eine Strategie zu verfolgen – und mit den Nutzern aktiv zu interagieren. Nur dann kann Social Media effektiv genutzt werden, ohne Ressourcen zu verschwenden.

⇒ Colleen Dilenschneider: Which Social Media Platforms Are Most Important For Organizations?


Twitter des Monats

trains botting

Bei Twitter sind Bots bekanntlich ein riesiges Problem. Immer wieder überschwemmen automatisierte Accounts das Soziale Netzerk, um die öffentliche Meinung zu manipulieren, Themen als relevanter erscheinen zu lassen, als sie eigentlich sind, oder als Fake-Follower einen Account besser dastehen zu lassen. Aber es gibt auch freundliche Bots, die das Leben und die ganze Twitter-Existenz schöner und fantasievoller gestalten. Ein Beispiel ist der @choochoobot, benannt nach dem Geräusch, das eine Dampflock macht. Der Bot lässt einen kleinen Emoji-Zug durch verschiedene Emoji-Landschaften fahren. Besser wird’s bei Twitter vermutlich nicht mehr…

⇒ @choochoobot


Instagram des Monats

The Worst Of The Worst

„The Worst of the Worst ist Kunstkritik für Millennials mit einer Aufmerksamkeitsspanne von der Länge einer Instagram-Story“, so Anika Meier bei Monopol. Nun sind wir – je nach Definition – noch gerade eben so Millennials. Also müsste uns der Account @theworstoftheworstoftheworst ja ansprechen. Leider mögen wir aber Inhalte – lange, fundierte Inhalte. Dieser Tatsache ist es vielleicht geschuldet, dass der Instagram-Account, der sich selbst als „Worst Wave Of Art Criticism“ bezeichnet, in unseren Augen ein ziemlich schreckliches Exemplar ist. Es ist schon bemerkenswert, einen so hässlichen Account zu betreiben. Laut Monopol-Artikel finden ihn Menschen wie der Künstler Andy Kassier „mega witzig“. Wir finden ihn einfach mega hässlich. Also nicht Andy Kassier – der ist natürlich wunderschön! The Worst of the Worst hingegen macht seinem Namen alle Ehre.

⇒ @theworstoftheworstoftheworst


Tumblr des Monats

One Terabyte of Kilobyte Age Photo Op

Wer vergessen hat, wie schräg das Internet früher aussah, sollte sich diesen Tumblr merken. Er begleitet den Geocities-Forschungs-Blog „One Terabyte of Kilobyte Age“ von Olia Lialina and Dragan Espenschied. Die Screenshots im Tumblr werden automatisch von alten Geocities-Seiten erstellt, die 2009 archiviert wurden. Die Seiten werden dabei chronologisch rückwärts erfasst – von der ältesten bis zur neuesten Seite.

⇒ One Terabyte of Kilobyte Age Photo Op

⇒ Mehr über Olia Lialina, New-Media-Professorin an der Merz-Akademie in Stuttgart