Was gehört in ein MediaKit? Tipps für Kulturblogger und Museen

Im Kulturbereich werden Kooperationen zwischen Institutionen und Social Media Akteuren immer wichtiger. Ein MediaKit, also ein Überblick zu allen wichtigen Zahlen und Fakten eines Blogs, gibt Institutionen die Möglichkeit, schnell und unkompliziert geeignete Kooperationspartner für Projekte zu identifizieren. Doch auch für Kulturinstitutionen selbst lohnt sich ein MediaKit als Ergänzung zum Pressebereich, denn Blogger Relations können von beiden Seiten gestartet werden. 


Was leistet ein MediaKit für Kulturblogger und Museen?

Immer mehr Kulturinstitutionen streben die Zusammenarbeit mit Bloggern an, denn diese können die klassische Presseberichterstattung durch neue Perspektiven ergänzen und weitere Zielgruppen erreichen. Auf der anderen Seite sind natürlich auch Kulturblogger zunehmend an Kooperationen mit Museen, Theatern, Festivals und Co. interessiert, sei es hauptberuflich als Freelancer auf Honorarbasis oder neben dem Beruf als Hobby. Ein MediaKit kann die Vorbereitung einer Kooperation für beide Seiten erleichtern.

Als Blogger zeigt man mit einem MediaKit, über welche Expertise man verfügt und unter welchen Bedingungen man Kooperationen eingeht. Interessierte Institutionen erhalten so einen knappen Überblick über die Inhalte und die Reichweite eines Blogs und können so schneller entscheiden, ob sich eine genauere Prüfung im Vorfeld einer Kooperation lohnt.

Als Institution zeigt man durch die Ergänzung des klassischen Pressebereichs auf der Website, dass man neben Journalisten auch Blogger willkommen heißt. In einem MediaKit kann man hier alle wichtigen Informationen zur Verfügung stellen, die Blogger für eine Berichterstattung benötigen, etwa durch die Nennung von Ansprechpartnern oder durch eine Information zum Thema Bildrechte.


Was muss ein MediaKit für Kulturblogger beinhalten?

  • Kurzbeschreibung zur Philosophie und zu den Themen des Blogs
  • Fakten rund um den Blog, z.B. wann ging er online, wie oft wird publiziert, ggf. wie viele Kommentare erhalten Beiträge im Durchschnitt
  • Angaben zur Person, welche die einschlägige Qualifikation als Kulturblogger unterstreichen (z.B. Studiengänge, branchenspezifische berufliche Tätigkeiten)
  • Statistiken zum Blog (Besuche, Unique Visitors, durchschnittliche Aufenthaltsdauer, Besuche pro Besucher) mit dem Stand der Daten (z.B. Monat/Jahr) und einer Angabe zum Messzeitraum (pro Quartal, pro Monat oder pro Woche)
  • Überblick zu den Kooperationsmöglichkeiten, die man bietet
  • Konditionen, unter denen Kooperationen eingegangen werden
  • Referenzen zu bisherigen Kooperationen (z.B. Nennung bisheriger Projekte und Kooperationspartner)
  • Auflistung der Social Media Kanäle, auf denen man vertreten ist, z.B. Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest usw. (Nennung und Verlinkung der Accounts, ggf. Angabe der Followerzahlen und Reichweite)
  • Kontaktdaten (mindestens Name und Mailadresse)

Was muss ein MediaKit für Kulturinstitutionen beinhalten?

  • Kurzbeschreibung der Institution
  • Überblick zu den Kooperationsmöglichkeiten
  • Konditionen, unter denen Kooperationen eingegangen werden
  • Auflistung von Kooperationen mit Verlinkung von Blogbeiträgen, die bisher von Bloggern über die Institution veröffentlicht wurden (vollständig oder als Auswahl)
  • Auflistung der Social Media Kanäle, auf denen man vertreten ist und Verlinkung der Accounts, ggf. Nennung von festen Hashtags
  • Kontaktdaten mit konkretem Ansprechpartner für Blogger (neben Name und Mailadresse am besten auch die Telefondurchwahl für Rückfragen)

Beispiele für MediaKits

Kulturblogger

Professionelle Kulturschaffende nutzen MediaKits schon lange, auch wenn sie es vielleicht nicht direkt so bezeichnen. Anke von Heyl, die als Kulturtussi bloggt, stellt etwa auf ihrer Homepage Kultur Event Büro alle Informationen zur Verfügung, die auch ein professionelles MediaKit enthalten muss (allerdings sehr viel umfangreicher).

Es geht natürlich auch eine Nummer kleiner, insbesondere wenn man nicht hauptberuflich in dem Bereich tätig ist. Wer neben dem Studium oder Beruf als Kulturblogger tätig ist und durch Kooperationen ein Netzwerk aufbauen und praktische Erfahrungen sowie Referenzen sammeln möchte, für den genügt die klassische Version eines MediaKit als Seite im Blog, etwa wie bei MuseumLifestyle oder wie bei MusErMeKu im Bereich „Kooperationen“.

Wer seine Daten nicht öffentlich einsehbar halten möchte, kann ein MediaKit natürlich auch als PDF erstellen (z.B. mit Canva) und auf Nachfrage per Mail versenden, so wie es auch In Arcadia Ego anbieten.


Kulturinstitutionen

Ein MediaKit findet sich beispielsweise auf der Website des Internationalen Maritimen Museums Hamburg. Das Museum spricht auf seiner Homepage ganz deutlich an, dass es offen für Kooperationen mit Bloggern ist, nennt Kooperationskonditionen und verlinkt auf entstandene Blogbeiträge. Zudem ist ein Ansprechpartner für Blogger Relations genannt.

Ein weiteres Beispiel sind die Pinkaotheken in München, die einen ganzen Bloggerbereich auf iher Website eingerichtet haben. Hier informieren sie über ihre Social Media Kanäle, geben Auskunft zu Foto- und Filmaufnahmen, nennen einen Ansprechpartner und verweisen auf bisherige Blogger- und Social Media-Kooperationen.


Header-Bild: Angelika Schoder – Deichtorhallen Hamburg, 2017