Die App kann weg! Warum fast keiner mehr eine Museumsapp braucht

Wie zeitgemäß ist eine Museumsapp heute noch? Sollten Museen und Kulturinstitutionen in Zukunft überhaupt noch Ressourcen in die Konzeption und Umsetzung von Apps investieren? Sollten sie vorhandene Museumsapps weiterhin pflegen und updaten lassen? Oder ist es Zeit für ein Umdenken, besonders vor dem Hintergrund, wie nachhaltig solche App-Projekte überhaupt von Nutzern angenommen und genutzt werden?


 

Die Flut der Museumsapps

Fast jedes größere Museum weltweit hat sich in den vergangenen Jahren eine App geleistet, etwa das MoMa – Museum of Modern Art, das MET – Metropolitan Museum of Art, das Rijksmuseum Amsterdam oder das spanische Museo Nacional del Prado. Doch auch sehr viele kleinere Museen waren lange dem App-Fieber verfallen, beispielsweise das Tiroler Volkskunstmuseum, das Bach-Museum Leipzig oder das Museum für Franken in Würzburg.

Neben einer übergreifenden Museumsapp haben viele Museen ersatzweise oder zusätzlich noch einzelne Projekt-Apps. Beispiele sind hier Kinder-Apps, wie im Fall der Glyptothek München oder „Imagoras“ des Städel Museums, oder Apps für bestimmte Bereiche, wie zum Schlosspark Nymphenburg von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Zudem gibt es immer wieder eigene Ausstellungs-Apps, etwa „FRAUEN. PICASSO, BECKMANN, DE KOONING“ anlässlich der gleichnamigen Schau in der Pinakothek der Moderne in München im Sommer 2012 oder „OMG! – Objekte mit Geschichte“ zur Sonderausstellung im Badischen Landesmuseum Karlsruhe im Winter 2015/16.

Es gibt eine fast unüberschaubare Fülle an Museumsapps. Ein Blick auf die Seite museumsapps.de lässt erahnen, wie umfangreich die Liste an Apps schon alleine im deutschsprachigen Raum ist. Dabei sind hier noch nicht einmal alle Apps aufgeführt. Wer sich in der Branche auskennt, wird feststellen, dass einige fehlen. Manche dieser Apps erfüllen umfangreiche technische Funktionen, andere sind reine Audioguides oder Textwüsten, für die eine App schon längst nicht mehr notwendig wäre.

 

Must-Have Museumsapp

Einst warb Apple mit dem Slogen „There’s an app for that.“ Für alles gab und gibt es eine App, sei die Funktion auch noch so beschränkt. Viel zu vielen Museen wurde von Agenturen und digitalen Beraten im Zuge dieses App-Hypes in den letzten Jahren eingeredet, sie bräuchten dringend eine eigene App. Museumsapps galten lange als das Must-Have, jeder findet sie modern, Stakeholder sind verzückt von der großartigen futuristischen Technik und Besucher werden begeistert sein und nur in das Museum kommen, weil sie dort diese faszinierende App nutzen können. Wie auch immer die Verkaufsargumente waren – Museen und Kulturinstitutionen ließen sich jahrelang scharenweise davon überzeugen.

Die Umsetzung einer App kostet ein Museum i.d.R. von mittleren 4-stelligen Beträgen, wenn es ein Freelancer im kleinen Rahmen umsetzt, bis hin zu höheren 5-stelligen Beträgen, wenn große Agenturen damit beauftragt werden. Am Ende ist dann meist kein Budget mehr dafür übrig, die Museumsapp zu bewerben und zu vermarkten. Die Folge können Downloads im 3-stelligen oder niedrigen 4-stelligen Bereich sein.

Wichtig ist zu sagen: Es gibt definitiv Institutionen, bei denen sich bei ihrer Museumsapp ein exzellentes Kosten-Nutzer-Verhältnis ergibt. Es ist möglich, auf einen Download-Wert von nur wenigen Cent pro Nutzer zu kommen. Das dürfte aber bei nur wenigen Institutionen der Fall sein. Für manch ein Museum kam es wohl zu einem bösen Erwachen, als nach dem ersten Jahr die Kosten der App auf die Download-Zahlen umgerechnet wurden. Wenn eine App einen stattlichen 5-stelligen Betrag gekostet hat, wie rechtfertigt man dann Zahlen in Höhe von z.B. 1.500 – 3.000 Downloads? War es das wert, pro Download vielleicht 10, 20, ja 30 Euro investiert zu haben?

 

Welche Apps werden wirklich genutzt?

Bereits im April 2016 sah das App-bezogene Nutzerverhalten laut einem Bericht von TechCrunch nicht sehr vielversprechend aus.

  • Für jedes verkaufte iPhone wurden 119 Apps heruntergeladen.
  • Weniger als 25% dieser Apps wurden monatlich genutzt.
  • Die 5 meistgenutzten Apps nahmen 80% der Nutzerzeit in Anspruch.
  • Die durchschnittliche App verlor 77% ihrer Nutzer innerhalb von drei Tagen nach dem Herunterladen. (Mit ziemlicher Sicherheit wäre eine Museumsapp hier einzuordnen.)

 

Seien wir ehrlich: Eine Museumsapp ist nur von kurzfristigem Interesse für Nutzer. Und selbst während eines Museumsbesuchs, welche Apps werden da wohl am häufigsten genutzt? Ist es die offizielle Museumsapp? Vor kurzem wurde in den Carnegie Museen Pittsburgh eine Besucherbefragung dazu durchgeführt. Das Ergebnis: 92,9 % der Besucher brachten zwar ein Mobilgerät mit ins Museum, aber nur 1,9 % hatten eine Museumsapp installiert. (dazu Jeffrey Inscho: Field Study: Benchmarking Visitor Behaviors and Mobile Device Usage in the Museum)

Tatsächlich nutzen amerikanische Museumsbesucher während ihres Besuchs eher klassische Social Media Apps wie Facebook, Instagram, Snapchat oder evtl. noch Twitter. Und sie nutzen das reguläre Internet, auch um die Museumswebsite aufzurufen und hier Informationen zu finden. (dazu Colleen Dilenschneider: Are Mobile Apps Worth It For Cultural Organizations? – Daten basierend auf der National Awareness, Attitudes, and Usage Study) Man kann vermuten, dass sich das deutsche Nutzerverhalten nicht wesentlich vom amerikanischen unterscheidet.

Auch weiterhin werden – ganz oldschool – auch klassische Audioguides gerne genutzt, die Museen auf hauseigenen Geräten anbieten. Teilweise werden diese sogar kostenfrei zur Verfügung gestellt, wie etwa im Panoptikum Hamburg. Auch das Panoptikum hat eine App – doch vor Ort erweisen sich die klassischen Geräte als deutlich beliebter. Das Handy braucht man dort schließlich, um die Wachsfiguren von Helene Fischer oder Udo Lindenberg zu fotografieren – und nicht, um es sich ans Ohr zu halten oder darauf zu lesen. Der klassische Audioguide ist hier einfach praktischer.

 

Digitale Umständlichkeit

Einfach vor dem Besuch die Museumsapp herunterladen und los geht es – das stellten sich viele Museen oft leichter vor, als es dann für Besucher tatsächlich war.

  • Was, wenn das mobile Datenvolumen der Besucher für Apps mit teils mehreren hundert MB nicht ausreicht? Gibt es dann ein stabiles, kostenfreies WLAN im Haus?
  • Braucht man für das WLAN ein zentrales Passwort, das an der Kasse steht? Oder braucht man sogar einen Account bei einem Provider und muss diesen dort erst einrichten, um das WLAN nutzen zu können?
  • Reicht der lokale Speicher auf dem Mobilgerät überhaupt aus, um die App zu installieren?
  • Wie lautet nochmal das Passwort für den App-Store? Soll man das vergessene App-Store Passwort extra zurück setzen, nur um endlich die Museumsapp herunterladen zu können?
  • Und schließlich: Ist die App mit dem Betriebssystem des Mobiltelefons überhaupt kompatibel? Was machen iOS-Nutzer, wenn es nur eine Android-App gibt? (Ein Beispiel ist die Kunsthalle Karlsruhe, die nur eine Android-App anbietet.)

 

So betrachtet klingt die Nutzung einer Museumsapp mehr als umständlich. Wer weiß, wie viele Downloads von interessierten Besuchern letztendlich vor Ort im Museum an einem dieser Punkte scheiterten?

 

App-Alternativen

In den kommenden Jahren werden wahrscheinlich nur noch wenige Institutionen weiterhin eigene Apps unterhalten – und auch nur dann, wenn die Download-Zahlen auf ein großes Interesse beim Publikum hinweisen. Der Großteil an Museen kann heute auf andere technisch Möglichkeiten zurückgreifen, um Informationen zur Verfügung zu stellen, Inhalte zu Ausstellungen zu vermitteln oder zu einzelnen Objekten Auskunft zu geben.

Eine responsive Museumswebsite mit entsprechenden Inhalten und einer sinnvollen Navigation würde in vielen Fällen völlig genügen. Zusätzliches Bildmaterial, Lagepläne und Karten, Videos und Texte finden ganz einfach online ihren Platz. Blinde und Sehbehinderte können sich zudem auf der Website die Texte von speziellen Programmen vorlesen lassen und haben somit quasi schon einen Audioguide in der Tasche.

Klassische Audioguides finden in Drittanbieter-Apps wie audioguideMe, museum.de, izi.TRAVEL oder guidemate ein digitales Zuhause. Diese bieten eine fertige Infrastruktur, welche eine eigene Museumsapp hinsichtlich ihrer Audioguide-Funktion überflüssig macht. Auch SoundCloud kommt infrage und wird schon von zahlreichen Museen genutzt, wie etwa vom Centre Pomidou oder dem Jewish Museum New York. Letzteres hat sogar alle bisherigen eigenen Apps deaktiviert und seine Ausstellungs-Audioguides zu SoundCloud hochgeladen (dazu JiaJia Fei: Setting Our Apps Free). Bei SoundCloud stehen die Inhalte nun komplett transkribiert jedem offen.

Für Museumsbesucher bedeutet das, dass sie nur eine einzige App installieren müssen, um auf zahlreiche Audioguides verschiedener Institutionen zugreifen zu können. Die Drittanbieter-Apps werden damit immer wieder genutzt – nicht nur einmalig für wenige Minuten, wie es bei individuellen Museumspapps der Fall ist. Natürlich besteht bei Drittanbietern zwar immer ein gewisses Risiko, wie die aktuellen Gerüchte um die Schwierigkeiten von SoundCloud zeigen. Doch für jeden Drittanbieter, der seine Dienste einstellt, gibt es ausreichend Ersatz. Audioguides können in dem Fall einfach auf die App eines anderen Anbieters geladen werden – oder gleich von vorne herein auf verschiedene gleichzeitig.

Dank einer großen Auswahl an Drittanbieter-Apps und der Möglichkeit, Inhalte auf der eigenen responsive Websites zur Verfügung zu stellen, können sich viele Museen und Kulturinstitutionen eine eigene App in Zukunft jedenfalls sparen. Statt dessen können Museen das Budget lieber an anderer Stelle nutzen – und zwar dort, wo Besucher wirklich nach Informationen suchen: auf der Museumswebsite und in Social Media.

 

Header-Bild: Angelika Schoder – Hamburger Staatsoper, 2016


 

Linktipps:

44 thoughts on “Die App kann weg! Warum fast keiner mehr eine Museumsapp braucht

  1. Anja Antworten

    Liebe Angelika Schoder,
    ich stimme zu, dass es allgemein in der Flut aus Apps z.T. wenig Sinn macht, als Museum eine App zu entwicklen – häufig nur, um irgendwie digital zu sein. Wenn allerdigs durch die App ein Vermittlungskonzept verfolgt wird, ist dies meiner Meinung nach wieder eine andere Sache (wie du auch z.B. mit Imagoras erwähnst). Dadurch können sich womöglich einige Mehrwerte ergeben- auch wenn digital analog nicht ablöst und das Digitale kein Allheilmittel ist etc. pp.
    Interessant wird womöglich auch eine allgemeine Informationsapp des Museums wieder, wenn es in einen größeren Kontext eingebettet bzw. technisch vereinfacht wird. Der allgemeine Kontext könnte eine App über zB alle bayerischen Museen sein, in der Infos überblickartig versammelt sind und sich einzelne Bausteine wie Audioguides runterladen lassen. Technisch wäre z.B. das neue Modell der progressive Apps – diese benötigen meines Wissens nach keinen Speicherplatz, sind offline verfügbar usw. Wenn sich so etwas auf lange Sicht durchsetzt und auf für Museen erschwinglich wird, kann womöglich nochmal eine App-Entwicklung interessant werden…?

    Habe mich übrigens auch mit dem ähnlichen Thema bereits beschäftigt, auch mit Dillenschneider, falls es interessiert: https://aktuellkulturell.wordpress.com/2017/04/15/app-solut-ueberfluessig/

    Beste Grüße
    Anja

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Anja,

      danke für dein Feedback. Natürlich gibt es auch Apps, die ein bestimmtes Vermittlungskonzept verfolgen. Dennoch sollten sich Museen immer die Frage nach den Kosten-Nutzen stellen. Die App kann noch so ausgeklügelt sein – wenn sie am Ende zu wenig heruntergeladen und genutzt wird, erzielt man dann den erhofften Mehrwert? Wenn man umgerechnet pro Download teils deutlich über 10 Euro investiert hat, das grenzt bei staatlichen Museen für mich an Steuergeldverschwendung. Und mittlerweile hat sich in der Branche der Misserfolg vieler Apps herumgesprochen. Kein Grund also, dass Museen die Fehler anderer wiederholen.

      Was allgemeine Kontexte zu Museen angeht, z.B. über alle bayerischen Museen wie du ansprichst, wieso sollte das nicht auch ganz normal auf einer Website möglich sein? Museen sollten lieber ermöglichen, dass ihre Besucher freies WLAN empfangen können. Dann sind sie vor Ort nicht auf eine Informationsquelle (wie eine Offline-App) festgelegt, sondern können sich Informationen holen, wo sie wollen – z.B. bei Wikipedia. Von der Nutzung von Social Media und dem posten von Fotos ganz zu schweigen…

      Viele Grüße, Angelika

  2. Tanja Praske Antworten

    Liebe Angelika,

    richtig ist es, sich genau zu überlegen, ob das Museum eine eigene App braucht. Sie braucht definitiv keine, wenn die eigene Website nicht responsive ist. Das ist die allererste Hausaufgabe. Eine App ohne auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen und nur der App und damit der Technik wegen herausgebracht, bringt’s ebenfalls nicht. Die Institution muss sich genau Gedanken machen, was sie für wen wie konzipiert, was möchte sie vermitteln und welche Formate stehen für die Vermittlungsidee zugrunde, was kostet es und wie pflegeintensiv ist das Produkt, gibt es dazu personelle Ressourcen?

    Eine schwarz-weiß-Malerei: Apps lohnen sich oder Apps bringen es absolut, gibt es in meinen Augen nicht. Das Ziel ist ausschlaggebend. Vor allem aber darf ein digitales Medium nicht mit herkömmlichen Print verwechselt werden, das wird schnell langweilig, viele Apps kranken an einer großen Langeweile. In der „Frühphase“ des App-Hypes in Museen schrieb ich dazu bereits. Die Kriterien erfolgloser Apps treffen auch heute noch zu: https://www.tanjapraske.de/digitale-kommunikation/kulturvermittlung/mai-tagung-2013-museum-und-apps-was-mussen-museums-apps-konnen/
    Und ehrlich gesagt Macher von Apps, die diese am User vorbeientwickelt haben, die dann noch langweilig sind oder die kein Marketing-Budget für die App eingeplant haben, brauchen sich über den Misserfolg nicht zu wundern.

    Andere technische Features ermöglichen jetzt andere Formate. Ich warte noch die Entwicklung von Rahmenapps ab, die die Entwicklungskosten erheblich reduzieren. Das war in der Anfangsphase so, jeder musste oder wollte selber entwickeln. Diesbezüglich wird sich da wohl bald etwas tun. Dann können Apps wieder interessanter werden. Wichtig finde ich es, die Inhalte so nachhaltig zu produzieren, dass sie in andere Kontexte überführt werden können, so taten wir es für die Nymphenburg-App. Die 4-K-Filme wurden genau aus diesem Grund angefertigt. Und ja, diese App ist mittlerweile schon „alt“. Einiges würde heute anders laufen, aber das ist ein anderes Thema.

    Ansonsten finde ich Formate wie es das Staedelmuseum mit dem Digitorial hat – ich glaube die Hamburger Museen haben etwas Vergleichbares, bezeichnen es nur anders – sehr spannend. Soundcloud, nun, ist eine Option, aber schwierig sich auf eine externe Plattform zu verlassen, die schnell weg sein kann. Für mich ist der Aspekt der Nachhaltigkeit wichtig. Vor allem aber ist es wichtig an die Bedürfnisse seiner Besucher zu denken und zu überlegen, welche Dialoggruppen überhaupt wie erreicht werden sollen.

    Dein Artikel zeigt prima, dass einiges zu überdenken ist und vor allem: Es geht nicht um Technik, sondern um die Frage, was hat der Nutzer davon und nicht, was hat der Nutzer gefälligst vom Museum anzunehmen. Das ist immer noch die Einbahnstraße in der Vermittlung, aber da tut sich ja mittlerweile einiges.

    LG, Tanja

    Apps können interessant werden, wenn Sie

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Tanja,

      vielen Dank für deinen Input – du bist ja quasi Fachfrau und warst an einer App zu einem Zeitpunkt beteiligt, als das vor ein paar Jahren seine Hochzeit in Deutschland hatte. Ich schreibe ja auch extra, dass es sich heute mittlerweile gewandelt hat. Vor 5 Jahren sah die Situation für viele Museen noch anders aus. Drittanbieter-Apps gab es damals nicht, die man für eigene Inhalte nutzen konnte. Responsive Websites steckten damals in den Kinderschuhen und kaum ein Museum hatte eine solche Seite. Und an freies WLAN war überhaupt nicht zu denken – ist es ja heute noch immer für viele nicht. Ich bin mir aber sicher, dass viele Museen – besonders die kleinen – unter heutigen Umständen keine Apps mehr selbst umsetzen würden.

      Und wie du auch nochmal ansprichst, die Bedürfnisse der Besucher müssen für Museen im Vordergrund stehen. Das könnte man durch eine Besucherbefragung abklären, bevor man beginnt als Institution irgendwelche Angebote zu entwickeln. Am Ende würde sich vielleicht herausstellen, dass viele mit klassischen Audioguide-Geräten, einem gedruckten Raumplan und einem Sonderausstellungs-Flyer ganz zufrieden sind?

      Viele Grüße, Angelika

    • Tanja Praske

      Liebe Angelika,

      hm … ich glaube nicht, dass ich irgendwo von einer Ausschließlichkeit sprach, wenngleich Schriftsprache natürlich sehr verkürzend ist und Sachverhalte missverständlich aufgeschnappt werden können. Du kennst mich und weißt dann sicherlich, dass ich das Digitale nie losgelöst vom Analogen betrachte – beides ist miteinander verzahnt mit unterschiedlicher Zielsetzung. Wenn du von einem digitalen Produkt sprichst, dann antworte ich dir dazu.

      Digitales braucht eine Institution grundsätzlich nicht anzugehen, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat: ein spannendes Vermittlungsprogramm, eine responsive Website etc. Kann sie das Digitale danach bedienen, bedarf es Strukturen dazu, personell wie auch finanziell. Dann sollten sämtliche Dienstleistungen und Produkte – analog wie digital – in der Gesamtstrategie eingebettet sein, versteht sich von selbst, wird aber oft nicht umgesetzt. Dann gibt es Mischformen der Vermittlung, mit ihnen sind bestimmte Ziele verbunden, auch ein differenzierter Umgang mit fragmentierten Dialoggruppen.

      Lässt sich eine Institution etwas „aufquatschen“, dann sorry, sind sie einfach zu naiv gewesen und haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, tatsächlich ist das dann fahrlässig und definitiv Verschwendung.

      Mir ist eher eine nachhaltige Aufstellung des Hauses wichtig und nicht die grundsätzliche Verteufelung bzw. Abgesang diverser Technologien: Aber auch hier gilt: Es sollte niemals um die Technik allein gehen, die ist am Ende uninteressant. Sie ist nur Mittel zum Zweck und der muss definiert, klug durchdacht sowie mit den Ressourcen abgeklärt sein.

      Ich bin neugierig, was hier im Süden passieren wird, worauf Christian hindeutet und stimme ihm in seinen Punkten zu! Es wird sich noch einiges bewegen, manchmal wird dann nach der Praxisphase ein Richtungswechsel erfolgen oder der Weg wird weiterbeschritten, vielleicht mit abweichender Fokussierung des zu Vermittelnden. We’ll see unter Einbeziehung aller Komponenten 😉

      Tanja

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Tanja,

      ja es kommt immer auf die Gesamtheit an. Natürlich lässt sich Digitales nicht losgelöst von analogen Museumsangeboten denken. Mit neuen technischen Entwicklungen werden sich neue Möglichkeiten ergeben – wird werden sehen, wie Museen und Kulturinstitutionen dann damit umgehen. Immer wichtiger wird es in Zukunft sein, flexibel zu bleiben. Ermöglicht wird dies durch gut durchdachte und ausgearbeitete Inhalte, die man dann als Basis nutzen kann.

      Viele Grüße, Angelika

  3. Tanja Praske Antworten

    Liebe Angelika,

    ja, da triffst du den Punkt! Wobei sich Museen auch bei der Bespielung von Audio- bzw. Multimedia-Guides ordentlich Gedanken machen müssen, auch das ist kein Katalogtext. Dazu hatte Friederike vom Landlebenblog im Montagsinterview in Frage 9 klar Position bezogen – O-Ton:

    „Ein fast 80jähriger Bekannter, weltgewandt und schlau, war neulich mit seinem 50jährigen Sohn im Museum, beide mit Audio-Guides. Der Alte war am Ende schwer enttäuscht und sauer „wegen der unverständlichen Texte“, der Sohn hatte sich bestens amüsiert und hatte viel gelernt – er hatte sich für die Kinder-Audio-Führung entschieden. Vielleicht mache ich das zukünftig auch so.“ https://www.tanjapraske.de/kultur-erleben/kulturgenuss/von-wegen-landfrust-landlust-und-leben-im-odenwald/#more-1931

    Ein lockere, flockige und bildhafte Schreibweise täte Museen gut für Audio-Guides, für Social-Media-Auftritt (hier passiert es auch stellenweise) sowie für digitale Produkte allgemein – also, tatsächlich mehr Geschichten erzählen und kein enzyklopädisches Wissen hochtrabend verpacken. Das ist tatsächlich eine Kunst zu schreiben, das weiß ich aus eigener Erfahrung, da man dazu seinen kunsthistorischen Ballast und langjährig Erlerntes ein Stück weit loslassen muss. Die responsive Website ist für mich eine erste, informative Anlaufstation.

    Geht es um’s Storytelling, dann ist sie weniger Anlauflaufstation für mich, da müssen nach anderen Formaten gesucht werden, die natürlich in der Website als Angebote integriert sind. Das kann dann ein Digitorial sein, oder aber auch das Blog. Warum hier keine begleitenden Geschichten erzählen die multimedial aufbereitet sind und im Museum ganz simple via „altbackenen“ QRCode oder per iBeacons wie auch immer aufgerufen werden können. Und ja, spezielle Social-Media-Aktionen können spielerisch eingegangen werden, für den Erstkontakt mit Option durch weitere digitale Angebote Vertiefungen einzufahren. Und da sprichst du des Pudelskern wieder an: Dafür bedarf es Personal und ja, das sollte gescheit bezahlt sein, da hier konzeptionell gearbeitet und Beziehungspflege aufgebaut werden. Genau von dieser Nachhaltigkeit lebt das Museum früher oder später, kann sich gegen andere unterhaltsamere Freizeitangebote durchsetzen etc. pp. Und ja, der Einstieg sollte hier bei mindestens TöV 13 liegen, denn es ist echt Gehirnschmalz und außerordentlicher Einsatz dafür nötig. Ich finde es toll, wenn mir Museen am Wochenende oder spät abends auf Social Media antworten, gleichzeitig sehe ich das mit gemischten Gefühlen, denn ich weiß, dass die Menschen dahinter einfach idealistisch und verrückt sind und für ihre Sache brennen. Genau das gehört entsprechend honoriert!

    Aber jetzt sind wir wieder bei einer ganz anderen Diskussion, zu der du schon einiges geschrieben hast. Und übrigens die Schlösserverwaltung wird sehr bald Social-Media-Akteure im Haus haben und das ist richtig!

    Herzlich,
    Tanja

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Tanja,

      schön zu hören, dass sich bei der Schlösserverwaltung etwas in Richtung Social Media tut!

      Was das Storytelling angeht: Ich bin ein großer Fan aller möglichen digitalen Dinge, allerdings sehe ich bei Museen auch den menschlichen Faktor als enorm wichtig an. Aus Besuchersicht würde ich persönlich eine Führung mit einem Museumsmitarbeiter immer einem digitalen Angebot vorziehen. Natürlich gibt es auch den viel zitierten „digitalen Besucher“, der nicht vor Ort ins Museum kommt und trotzdem Informationen und Unterhaltung möchte. Allerdings sind manche Apps durch Geofencing (z.B. aus Gründen der Bildrechte) oder VR- / AR-Möglichkeiten ohnehin nur lokal vor Ort nutzbar. Diese Apps sind also für einen „digitalen Besucher“ ohnehin nur bedingt zu gebrauchen.

      Vor diesem Hintergrund sollten sich Museen genau überlegen, ob Vermittlungsangebote wirklich einen so großen Mehrwert bieten, wenn sie digital sind. Vielleicht kommt man dann auch zu dem Schluss, dass ein Angebot durch Mitarbeiter doch besser, weil persönlich umgesetzt werden kann.

      Viele Grüße, Angelika

  4. Christian Gries Antworten

    Liebe Angelika,
    wie immer ein lesenswerter Artikel! Allerdings sehe ich das nicht so eindeutig wie Du. Es gibt viele Gründe, warum Apps (gerade in Deutschland) scheitern. Zumindest im Blick auf Bayern (das analysieren wir gerade) kann man sagen: da sind viele Museen auch selbst Schuld! Schlechte Konzepte, mangelnde Einbindung in die aktive Vermittlung, keine digitale Infrastruktur um die Angebote vor Ort an das Publikum zu bringen, keine Kommunikation zu den Produkten, keine Konzepte zur Nachhaltigkeit, etc.). Oftmals wurden die Applikationen auch einfach von Agenturen „aufgequatscht“, aus vorhandenen App-Bausteinen (nach dem Motto: „wir haben da gerade was Cooles für einen Gurkenhersteller gemacht, das ist toll, das können wir bei Ihnen auch einbauen“) montiert oder aus der Perspektive topinnovativer Technik und nicht fundierter inhaltlicher Konzepte entwickelt. Kaum eine Institution hat seiner APP einer wirkliche Zielgruppenanalyse vorangestellt (schönes Beispiel: http://www.vam.ac.uk/blog/digital-media/va-secret-seekers-designing-a-new-mobile-game-for-family-visitors). Auch hier würde ich sagen: die Technologie bitte noch nicht beerdigen, bevor wir eine Handvoll überzeugender Anwendungen haben.

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Lieber Christian,

      mir geht es ja eben gerade um kleinere Institutionen, die sich etwas haben „aufquatschen“ lassen. Dass da teilweise intern vielleicht auch die Kompetenz fehlte, um eine App überhaupt zu konzipieren, merkt man einigen Museumsapps an. Hinzu kommt, dass meist nicht einmal im Vorfeld analysiert wurde, was Besucher erwarten und wie man das Besuchserlebnis verbessern kann. Manchmal wurden da vermeintliche Lösungen gefunden für etwas, was bis dahin gar kein Problem darstellte.

      So ganz beerdige ich die Technik auch nicht – daher heißt der Beitrag auch nur „fast keiner“. Einige der auf dem Markt existierenden Museumsapps müsste es aber aus heutiger sicht nicht geben. Ich freue mich über jeden Best-Case, den es in dem Bereich gibt – wobei das i.d.R. immer Institutionen sind, die ausreichend Mittel haben, um diese Angebote auch sinnvoll zu konzipieren, technisch auf höchstem Stand umzusetzen und auch die laufenden Kosten tragen können, die eine App verursacht – sei es im Marketing oder für inhaltliche und technische Updates.

      Viele Grüße, Angelika

  5. Anja Kircher-Kannemann Antworten

    Liebe Angelika,

    ich betrachte Apps eher aus der Sicht des Nutzers und da kann ich nur für mich feststellen, dass mein Nutzerverhalten in der Tat dem der Amerikaner gleicht. Ich schaue mir Apps gerne an. Viele finde ich auch sehr interessant und hilfreich. Beim tatsächlichen Besuch im Museum aber nutze ich sie eher nicht. Da ist es eher so, dass sich durch die Betrachtung bei mir Fragen ergeben, die eine App eh eher selten beantwortet, so dass ich dann Wikipedia und Co. brauche, um eine Antwort zu finden.
    Und ja, auch die von Dir angesprochenen technischen Probleme wie W-Lan, Speicherplatz und Akku-Ladung tragen dazu bei, dass ich Apps eher selten nutze.
    Gute Websites und ggf. Apps, die nicht nur ein Museum abdecken, finde ich deutlich sinnvoller.
    Offen gestanden gibt es aktuell nur eine (neu entwickelte) App, die ich wirklich nutze und die gilt für eine ganze Stadt – Metz: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.metz.histoires

    Herzliche Grüße
    Anja

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Anja,

      ich persönlich nutze vor Ort in Museen auch sehr gerne Wikipedia – aber meine erste Anlaufstelle ist immer die Museumswebsite. Dann bin ich leider oft sehr ernüchtert, wenn ich feststelle, dass zu Sonderausstellungen dort meist nur die 3 Absätze stehen, die auch im Flyer abgedruckt sind. Eigentlich würde ich als Museumsbesucher erwarten, dass ich ein paar umfangreichere Informationen zu Ausstellungen auf der Website des Museums finde. Und wie gesagt, für Spezielfragen zu Künstlern oder Werken hat Wikipedia für mich bisher immer gute Dienste geleistet.

      Vor dem Hintergrund finde ich, rein persönlich, WLAN auch sehr wichtig und ich mutmaße, dass dies ein Großteil der Besucher auch sehr schätzt. Freies WLAN anzubieten ist bei einigen Institutionen aus baulichen Gründen nicht einfach, aber auch hier gibt es technische Lösungen. Und da wäre Budget wirklich mal sinnvoll investiert.

      Viele Grüße, Angelika

  6. bosch Antworten

    Nicht zu vergessen, dass sich im Rahmen der Budgetierung bereits vor Augen geführt werden muss, dass es nicht allein bei den Kosten für die Konzeption und Entwicklung der App bleibt. Die Pflege und Anpassung an Betriebssystem-Updates verschlingt schnell einen fünfstelligen Betrag pro Jahr. Dies dürfte wohl bei den meisten Museen, zumal im deutschsprachigen Raum, zum KO-Kriterium gereichen.

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo André,

      das ist genau das Problem. Viele Institutionen wurden in der Vergangenheit dazu auch von Dienstleistern nicht beraten, dass hier Folgekosten kommen bzw. eben Kosten zur „Instandhaltung“ anfallen. Das Resultat sieht man in den App-Stores ganz gut am letzten Aktualisierungsdatum der Museumsapps.

      Viele Grüße, Angelika

    • Peter Grundmann

      Sehr guter Hinweis. Manche Anbieter „verschenken“ die App fast, weil sie genau wissen, dass sie beim nächsten Update verlangen können, was sie wollen. Traurig aber wahr.

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Sehr geehrter Herr Grundmann,

      vielen Dank, dass Sie sich hier in die Diskussion einbringen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Ihr anderer Kommentar aufgrund seines werblichen Inhalts nicht freigeschaltet werden konnte.

      Die im Beitrag erwähnten Anbieter sind lediglich frei gewählte Beispiele. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere, die sich ausgezeichnet als Plattform für Audioguides eignen. Tatsächlich haben sich infolge dieses Beitrags eine Reihe an Anbietern zu Wort gemeldet – oder versucht, dies hier in Form von werblichen Kommentaren zu tun. Dies unterstreicht den im Beitrag genannten Punkt, dass es eine große Vielfalt an Drittanbietern und Dienstleistern in diesem Segment gibt.

      Ich persönlich finde dieses große Angebot sehr erfreulich und bin sicher, dass Museen mit ein bisschen Recherche den für sich am besten geeigneten Anbieter finden werden.

      Viele Grüße, Angelika Schoder

  7. Matthias Schönebäumer Antworten

    Ein lesenswerter Beitrag! Danke dafür. Als Veranwortlicher für digitale Projekte in den Deichtorhallen Hamburg kann ich auch etwas beitragen: Wir haben vor Kurzem unseren Multimedia-Guide, den wir unseren Besuchern bisher nur auf Ausleihgeräten an den Kassen bereitstellen konnten, als kostenfreie App im Appstore (eine parallele Entwicklung für Android war nicht zu finanzieren) bereitgestellt.

    Dieser Schritt war für uns nur logisch: wir haben seit Februar 2016 freies WLAN in unseren Hallen, so dass die Infrastruktur für die Nutzung geschaffen war. Zudem wurde von Besuchern an den Kassen immer wieder der Wunsch nach einer App für das eigene Smartphone geäußert. Dem konnten wir nun entsprechen. Dieses Angebot entlastet auch unsere Kassenkräfte, die neben den üblichen Kassiervorgängen auch die iPods (kostenfrei) ausgeben müssen. Zudem verfügen wir über nur 60 Geräte, so dass die App allein deswegen an besucherstarken Tagen sinnvoll ist.

    Für unsere App mussten wir allerdings ein Geo-Fencing einrichten, d.h. die App ist nur im Ausstellungsraum und für die Dauer der Ausstellung nutzbar. Da die Deichtorhallen ausschließlich zeitgenössische Kunst und Fotografie zeigen, ist die Frage der Verwendungsrechte von Bildern immer ein leidiges Thema – nur so konnten wir dieses Problem lösen.

    Generell stellen wir fest, dass Besucher das Angebot der App positiv aufnehmen. Allerdings stehen die Downloadzahlen (mittlerer dreitstelliger Bereich) mit den Ausleihzahlen der Geräte an den Kassen (bei bestimmten Ausstellungen im mittleren vierstelligen Bereich) in keinem Verhältnis. Das hat meiner Meinung nach aber vor allem damit zu tun, dass wir derzeit keine wirklich überzeugenden Möglichkeiten haben, die App an den Kassen vernünftig zu bewerben. Derzeit sind wir darauf angewiesen, dass dies vor durch unsere Kassenkräfte mündlich geschieht. Auch unsere Website hinkt da hinterher – dies wird sich hoffentlich mit dem geplanten Relaunch in 2018 ändern.

    Unterm Strich war die Bereitstellung der App aber ein richtiger und folgerichtiger Schritt.

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Lieber Matthias,

      diese Art der doppelten Nutzung finde ich einen guten Schritt. Wobei man sagen muss, dass der Guide von euch dann primär ja nicht als App entwickelt wurde, sondern für die Geräte vor Ort. Meiner Erfahrung nach sind Ausleihgeräte in Museen nach wie vor sehr beliebt. Museen, die diese kostenpflichtig abgeben, machen damit oft einen ansehnlichen Umsatz. Wenn die Inhalte auch zum Download zur Verfügung gestellt werden, ist das eine praktische Zweitverwertung. Problematisch sehe ich es, wenn sich Institutionen nur noch auf Apps konzentrieren würden und vorhätten, Leihgeräte vor Ort zu streichen in der Annahme, es wäre ein gleichwertiger Ersatz. Das ist es aus inhaltlicher oder technischer Sicht vielleicht – aber nicht in der Besucherwahrnehmung.

      Man kann es eigentlich nicht oft genug sagen: Ein Teil des Budgets zur Entwicklung eines neuen Angebots – z.B. einer App – sollte im Vorfeld immer auf eine Besucherbefragung entfallen. Denn letztendlich muss es um die Bedürfnisse der Besucher gehen und darum, wie man das Besuchserlebnis verbessern kann. Überlegenswert wäre dabei übrigens auch eine Nicht-Besucher Befragung, um Angebote zu entwickeln, wie neue Besucher gewonnen werden können.

      Viele Grüße, Angelika

  8. bosch Antworten

    @Matthias: Dank moderner Trigger-Technologien wie Eddystone und iBeacon, die demnächst beide vollständig in mobilen Browsern auf Android und – mit dem nächsten großen Update auch auf – iOS laufen werden, dürfte sich das Thema App im Museumskontext wohl zunehmend erledigen. Ortsbasierte Dienste können so leichter und ganz ohne App implementiert werden – und das bei deutlich besserer Indoorfähigkeit als Geofancing, das ja stets funktionierende GPS-Ortung voraussetzt.

  9. Matthias Schönebäumer Antworten

    Liebe Angelika,

    die App wurde von Beginn an mit dem Augenmerk darauf entwickelt, dass wir sie irgendwann regulär zum Download anbieten. Für uns war das ein ganzheitliches Projekt, in dem ein Modul logisch auf dem anderen aufbaute: Guide auf iPods an den Kassen –> WLAN -> App im Appstore. Für uns war übrigens immer klar, dass die App kostenfrei sein muss. Wir haben zu Beginn kurzzeitig einen Unkostenbeitrag von 2 Euro für die Ausleihe erhoben und festgestellt, dass das „psychologisch“ überhaupt nicht funktioniert. Wer kramt schon bei 10 Euro Eintritt noch 2 Euro raus? Auch die Ausleihzahlen waren entsprechend. Das klappte dann erst bei dem kostenlosen Angebot. Nun verzeichnen wir teilweise bis zu 5.000 Ausleihen bei einer Ausstellung.

    Zudem war dies vor allem für die Finanzierung durch das eCulture-Projekt der Stadt Hamburg wichtig, da dort vor allem eine Langfristigkeit und Nachhaltigkeit in der Planung gefragt war. Wir musste also von Beginn an langfristig und strategisch planen, um die Förderung sinnvoll einsetzen zu können.

    Eine große Besucherumfrage gab es bei uns 2013 – eben dort wurde der Wunsch nach einem digitalen Guide bzw. einer App von unseren Besuchern geäußert. Entsprechend positiv bzw. begeistert äußern sich viele Besucher nun schon seitdem wir den Guide eingeführt haben (2015). Insofern hast du absolut recht, dass die Bedürfnisse der Besucher im Vorfeld genau analysiert und die Maßnahmen entsprechend bewertet werden müssen. Ich gehe aber davon aus, dass jedes ernstzunehmende Museum so etwas macht…

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Lieber Matthias,

      die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, ist ein wichtiger Stichpunkt, der hier auch in anderen Kommentaren schon angesprochen wurde. Dafür müssen natürlich entsprechende Budgets eingeplant werden. Bestehende Angebote müssen regelmäßig technisch und inhaltlich aktualisiert werden. Und ihr plant ja eine Erweiterung auf Android – da kommt ja auch nochmal einiges auf euch zu. Wobei, wie André es auch anspricht, auch die weitere technische Entwicklung berücksichtigt werden muss. Da ihr die Android-Ansteuerung aus Budgetgründen auf 2018 vertagen müsst, vielleicht lässt sich das Thema dann ohne App und auf andere Art lösen?

      Viele Grüße, Angelika

  10. bosch Antworten

    Ach ja, die Eddystone/iBeacon-Technologie kommt, wie ich hörte, demnächst in Hamburg beim Mahnmahl St. Nikolai zum Einsatz. Wir dürfen gespannt sein, wie die Realisierung aussehen wird.

  11. Martin Adam Antworten

    Hallo zusammen!

    Jetzt muss ich mich doch auch einmal einmischen.
    Ich entwickle digitale Strategien für Museen und setze diese auch mit meinem Team um.
    Welches Anzeigemedium (Webseite, App, Audioguide, QR-Code-Reader,…) ich als Kulturinstitution nutzen sollte, hängt von unglaublich vielen Faktoren ab.
    Aber eins ist mir vor allem in den letzten 12 Monaten klar geworden, ich habe noch kein Museum erlebt, das seine Hausaufgaben gemacht hat. Und das meine ich nicht als Vorwurf, sondern nur als Feststellung.
    Viele Museen haben eine sechs, sieben oder acht Jahre alte Webseite. Die wollen sie verändern. Gleichzeitig wollen sie auch mobil verfügbar sein und außerdem mit dem Besucher interagieren.
    Das ist der Stand bei 100% meiner Kunden und bei den Museen, mit denen ich diskutiere.

    Das Problem das alle haben, ist gleich: sie wissen nicht, wo sie beginnen sollen.
    Und was tun sie? Sie beginnen irgendwo in der Mitte bei der Umsetzung eines einzelnen (Insel-)Projekts.
    Eine nachhaltige Gesamtstrategie wird nicht entwickelt und vor allem ziehen in vielen Fällen die unterschiedlichen Bereiche eines Museums nicht an einem Strang.
    Im Fall von App-Projekten ist das tödlich, weil die Eigeninitiative aus dem Haus nur von einzelnen Personen getragen wird und nicht ganzheitlich nach außen vermittelt wird.

    Doch wie soll man beginnen? Es ist zwar eine alter Leier, aber am Anfang steht die Digitalisierung!
    Ich will mal ein etwas größeres Rad schlagen und einige Themen, die hier angesprochen wurden, einsammeln:
    Egal ob ich eine App veröffentliche, eine mobile Webseite launche oder mit QR-Codes rumspiele, ich weiß zu Beginn des Projekts nicht, ob der Weg, den ich beschreite, der richtige ist. Das werde ich erst feststellen, wenn das Projekt veröffentlicht ist. Liege ich daneben, was übrigens in 90% der Fälle wahrscheinlich ist, habe ich ein Problem sowohl in der internen als auch in der externen Legitimierung des Projekts. Bin ich eingleisig gefahren, habe ich ein erhebliches Problem!

    Lasst uns doch mal Bottom-Up denken! Die Hauptarbeit in einem Projekt liegt nicht wirklich in der technischen Umsetzung, sondern in der Erstellung GUTER Inhalte. In jedem Projekt entwickle ich immer nur die Inhalte, die ich für das entsprechende Projekt benötige. Am Ende steht ein Produkt. Lasst uns beten, dass es funktioniert!

    Was wäre, wenn wir uns projektunabhängig mit der Produktion von Inhalten beschäftigen würden? Ja, am Anfang mag das etwas umfangreicher sein, aber am Ende habe ich ein Fundus an hochwertigen Inhalten, mit denen ich beliebig jonglieren kann.
    Dafür ist auch keine große Technologie vonnöten. Ich spreche hier von einer Datenbank und etwas Serverspeicher. Gibt es in einfach und in aufwendig! Man muss sich nur an ein paar klare Formatregeln halten.

    Wenn ich diese Aufgabe erfüllt habe, dann ist die Erstellung einer Story (unfassbar wichtig!) und eines Ausgabemediums ganz einfach und preiswert. Funktioniert das eine nicht, ändere ich die Strategie und nutze ein anderes. Oder ich fahre gleich mehrgleisig. Natürlich ist auch die Webseite ein Teil eines solchen Ökosystems!

    Und jetzt kommt ein Punkt, der hier schon ein bisschen angeklungen ist. Für kleine Kultureinrichtung ist es nicht nur schwer, die Projekte umzusetzen, es ist noch viel schwerer, die Projekte zu vermarkten.

    Warum zum Donnerwetter will denn jedes Museum seine eigene App haben? Warum kann man die denn nicht z.B. in der App der Stadt oder in einer Kultur-App der Stadt / des Bundeslandes unterbringen? Habe ich meine Hausaufgaben gemacht und gut digitalisiert, kann ich meine Inhalte zielgerichtet über eine Schnittstelle zur Verfügung stellen. Andere Apps können sie nach Genehmigung aufnehmen und so zur Verfügung stellen, wie es das Museum wünscht. Das ist wirklich kein Hexenwerk. Ich spreche also nicht nur von der Stadt-/Bundesland-App, sondern auch von Wikipedia, Facebook Messenger (Bot), Whatsapp (Bot), Snapchat, Instagram, Google Places, Foursquare, Tripadvisor, Pokémon Go,… Es gibt so viele Apps, die schon heute von vielen Menschen genutzt werden und die Inhalte Dritter gerne aufnehmen. Warum nicht dieses Potential nutzen. Und es ist in den meisten Fällen kostenlos.
    Damit würden die Inhalte auch genau dahin gelangen, wo sich die meisten Besucher eh schon rumtreiben!

    Kurz noch einmal zu den Themen QR-Codes und Beacons: Apple hat verkündet, dass der QR-Code-Reader bei iOS in die Kamera wandert. Mehr brauche ich dazu nicht mehr zu sagen. Der arme kleine Kerl ist wieder da! Beacons sind mit Vorsicht zu genießen! Die Genauigkeit ist nicht so, wie man uns weismachen will. Wir haben mehrere Projekte umgesetzt und ich würde Beacons in Zukunft ganz anders einsetzen. Das will ich jetzt aber nicht ausführen, das wäre ein einzelner Kommentar. Richtig ist, dass die Beacons zukünftig auch ohne Apps erkannt werden können. Damit erreichen wir noch einmal eine neue Vermittlungsebene.

    Kommen wir zum WLAN! Ein leidiges Thema. Natürlich ist es toll, wenn ein Museum ein flächendeckendes WLAN zur Verfügung stellt. Große Häuser sollen das auch gerne tun, die haben vielleicht die Budgets dafür. Aber ist es wirklich notwendig? Muss ein kleines Museum jetzt sterben, weil es nicht die finanziellen Mittel hat, um ein flächendeckendes WLAN zur Verfügung zu stellen? Natürlich nicht!
    Punkt 1: Ich bin der festen Überzeugung, dass das über Mobilfunk betriebene WLAN in drei bis fünf Jahren Standard ist, weil dann, vor allem in Großstädten, die Netzte ausreichend ausgebaut sind und die Preise einheitlich niedrig sein werden. Dann benötige ich keine teure Verkabelung mehr im Haus, weil jeder Router seine eigene Mobilfunkverbindung hat.
    Punkt 2: Meiner Meinung nach reicht es völlig aus, am Eingang und vielleicht in einem vorhandenen Museumskaffee einen WLAN-Zugang zu ermöglichen. Wenn ich an diesen Orten die Informationen als Offline-Inhalte zur Verfügung stelle (App oder Web), dann benötigt der Besucher kein flächendeckendes WLAN. Klar, die Inhalte müssen dann etwas umfangreicher sein, weil ich das, was der Besucher recherchieren wollen könnte, auch mit aufnehmen sollte. Aber alles andere würde ich der Mobilfunkverbindung des Besuchers überlassen. Ja, wenn die Besucher natürlich ein halbe Million Songs auf ihren Geräten haben, dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie mögliche Inhalte nicht nachladen können. Aber ganz ehrlich, das ist nicht das Problem des Museums! Mit durchdachter Kommunikation lässt sich darauf gezielt hinweisen.

    Technischer Schnickschnack (z.B. Augmented und Virtual Reality):
    Ich bin seit vielen Jahren Augmented Reality Entwickler. AR und VR können getrost nach hinten verschoben werden. Ich würde mich zunächst auf die inhaltliche Vermittlung konzentrieren. Die Erweiterung um AR ist auch kein Hexenwerk, zumal Apple diese Technologie ins Betriebssystem verlagert hat. VR hat den großen Nachteil, dass es kosten- und personalintensiv ist. Erst einmal die grundlegenden Hausaufgaben machen, dann erweitern!

    Und jetzt noch zum Schluss:
    Bitte, liebe Museen, schreibt Eure Projekte nicht mehr vollständig aus! Startet mit einem guten Berater und lasst Euch im Rahmen eines Workshops dabei helfen, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln. Nach solch einem Workshop wisst Ihr viel mehr! Und es ist viel einfacher, die zu erbringende Leistung zu beschreiben und auszuschreiben. Auch wenn Ihr glaubt, so schwierig kann es doch gar nicht sein. Doch, es ist sogar noch viel schwieriger, bzw. komplexer! Ihr werdet Euch ärgern und weiterhin unerfolgreiche Projekte entwickeln. Leider rennen da draußen auch eine Menge Scharlatane ohne wirkliche Erfahrung in der Umsetzung von Projekten rum. Prüft vorher, auf welche Erfahrungen im Kulturbereich ein Berater verweisen kann. Ein App-Entwickler, der schon für verschiedene Unternehmen Apps entwickelt hat oder ein Webentwickler, der schon für Museen Webseiten erstellt hat, ist unter Umständen der falsche Berater.

    Habe ich etwas vergessen? Wahrscheinlich! Aber es ist auch echt komplex!

    Viele Grüße

    Martin Adam

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Martin,

      vielen Dank für deinen umfangreichen Input und besonders dafür, dass du die Basis jedes (digitalen) Projekts betonst: Ein durchdachtes Konzept und gute Inhalte. Wenn die Inhalte qualitativ nicht stimmen, kann jede Technik nichts mehr retten.

      Teilweise hat man den Eindruck, dass Museen gerne zur eigenen Entlastung so viel abgeben wollen, wie möglich. Um die Verantwortung, sinnvolle Inhalte als Basis jedes Projekts zu entwickeln, kommen sie aber nicht herum. Kein Externer bringt die wissenschaftliche und museumspädagogische Expertise mit, die im Haus vorhanden ist. Agenturen und Berater können bei der technischen und strukturellen Umsetzung unterstützen, aber die Inhalte müssen stimmen. Und wie du es auch betonst: Je besser und umfangreiche diese Inhalte erarbeitet und vorbereitet wurden, um so einfacher ist es, diese Inhalte auch auf verschiedenen Plattformen zu nutzen bzw. zur Verfügung zu stellen.

      Viele Grüße, Angelika

  12. Pingback: Kultur-News KW 29-2017 | Kultur - Geschichte(n) - Digital

  13. Steve Zitkovich Antworten

    Hello Angelika and everyone,

    (ich spreche auch Deutsch, aber schneller und fliessender schreibe ich in meiner Muttersprache, Englisch…)

    What a great topic! I thoroughly enjoyed reading your blog post, as well as the discussions in comments!

    I completely agree with the reasons you state why apps are in most cases not a good way of offering audio guides in museums. (I don’t think traditional audio guides are a better solution, either.)

    In the discussions about alternatives I noticed that no one was addressing the issue of how to manage and host *multilingual* audio guides / tracks. Your post and the thoughtful discussion related to inspired me to write a comment and expand it with some thoughts on multilingual audio guides on our company blog. If you would like to read it, it is here: http://www.nubart.eu/blog-en/2017/07/25/audioguides-apps-multilingual-content/

    Kind regards,

    Steve Zitkovich

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Steve,

      vielen Dank für dein Feedback. Über herkömmliche Audioguide-Geräte kann man natürlich diskutieren. In der Vergangenheit waren sie für Museen oft die erste Wahl, wenn es darum ging, Audioguides in mehreren Sprachen anzubieten. Eines der größten Probleme dabei war bzw. ist natürlich immer, dass fremdsprachige Guide-Geräte oft in kleineren Stückzahlen vorhanden sind und wenn sehr große Gruppen diese nachfragen, dann gibt es manchmal nicht genug Geräte für alle.

      Wobei ich auch hier wieder anmerken kann, dass wenn Museen WLAN anbieten können, dass dann auch eine responsive Website eine Alternative wäre. Hier kann man Informationen in allen gewünschten Sprachen hinterlegen – auch Audiodateien.

      Viele Grüße, Angelika

  14. Peter Grundmann Antworten

    Hallo Steve, danke für deine interessanten Gedanken und den Link. Ich teile deine Meinung, dass fremdsprachige Guides wichtig und wertvoll sind. Da sich der Gast bereits zu Hause auf seinen Besuch vorbereiten können soll, sind Lösungen ohne Kauf einer Karte vor Ort wahrscheinlich ebenfalls eine sehr kundenfreundliche Variante. Mehr Details und ein Beispiel für eine Lösung, die ich meine findest du hier. http://hearonymus.com schöne Grüße Peter

  15. Martin Adam Antworten

    Hi Steve,

    nobody is addressing „multilingual“ because it’s no issue.
    With apps language packages get downloaded depending on the user’s language or manual selection.
    And in mobile websites it’s quite the same.
    Or is there something else that comes up with multilingual that I can’t see?

    Martin

    • Martin Adam

      Hosting and managing audio content is no big deal today.
      Production is much more a topic as museum visitors expect emotional storytelling today.

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Martin,

      absolut. Die inhaltliche Konzeption muss stimmen – und auch die qualitative Umsetzung. Museen müssen hier erst intern ansetzen und die nötingen Voraussetzungen schaffen. Wenn die Basis stimmt, können sie sich dann Gedanken machen, wie sie die Inhalte technisch an die Besucher weitergeben. Im Zweifelsfall muss der Inhalt so flexibel sein, dass mehrere Möglichkeiten offen stehen.

      Glücklicherweise gibt es ja eine große Vielfalt an Anbietern und technischen Lösungen, bei denen jedes Museum fündig werden sollte.

      Viele Grüße, Angelika

  16. Steve Zitkovich Antworten

    Hi Martin and Angelika and everyone,

    Great comments, thanks everyone for contributing!

    Let’s not forget the core reason for offering audio guides: to educate and enrich the museum experience of a visitor. And increasingly visitors are international. So museums should be offering high-quality multilingual content. It sounds like we all agree on that, but we differ on how to go about it.

    @Angelika, I agree with your approach. By „Voraussetzungen“ in the museum, I understand the whole process of end-to-end creation and delivery of multilingual audio guides; more on that in my answer to Martin:

    @Martin, I would be careful of stating that multilingual content is a non-issue. In fact, as someone who has worked in the localization industry for many years, I have seen countless times that when an organization is not set up to deal efficiently with multilingual content, from planning to production to delivery, they soon suffer from numerous cuts and there are multiple dissatisfied parties strewn in the wake.

    Efficiently creating and managing multilingual content from creation to translation to voice-overs, then updates, and ensuring technical smoothness in delivery through all those steps to the customer’s ear… each step by itself is not necessarily difficult, but put all together it is complex and should not be taken lightly.

    Again, I speak from my experience doing localization for companies, many of whom start off thinking „localization is easy, it’s just translation plus a couple process tweaks” and then they soon find themselves in knots. Localization is never easy. But companies that are specialized in producing and managing multilingual content can make it painless, and even help a museum/company offer a better service for low cost and low hassle to themselves. The rewards of doing it well and pleasing international customers are great.

    Thanks again for the comments, I enjoy this kind of discussion (debate?) 🙂

    Kind regards,

    Steve

  17. Martin Adam Antworten

    Hi Steve,

    maybe I didn’t explain it in a proper way.
    And you should look up the people!

    My team and I develop apps for museums and we do this quite successful.
    For me, audio isn’t an issue because we solved it.
    We work with professional audio book producers, television actors and authors.
    Hosting and management of audio files are part of our backend development, even the device compatibility.
    Languages are no issue, because they are standard.

    Also, audio has been part of the main artical, because it’s part of the content. I don’t split the content into audio, video, text, images, augmented or virtual reality. It’s all part of a content strategy. And all content has to be developed in a proper way.

    I’ve got the feeling, for most of the museums the hosting and the management of the audio files isn’t an issue, because the technical developers already take care of it good enough.

    Martin

    • Steve Zitkovich

      Hello Martin,

      I get your message: you think dealing with multilingual audio guides is a non-issue for museums. Or at least for your company since you have perfected it. Congratulations.

      Nonetheless, my observation of the market is that many museums have not perfected dealing with multilingual audio guides, which is why I brought the subject up.

      Clearly we disagree on this subject, which is ok. If this is a subject no one cares about, the discussion will fade away.

      > And you should look up the people!
      In the spirit of having an open discussion of different ways to offer audio guides, I am using a professional tone and speaking to a wide audience about observations, my experience and how my company approaches the issue; I am not making personal statements against anyone and am not going to get into a personal argument. I would rather continue having discussions to learn about other perspectives than trying to shut people down.

      Best regards,

      Steve

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Dear all,

      I suppose it’s in the interest of everyone participating in this debate to keep the discussion on a professional level.

      After all, I think we all can agree on the fact, that the needs and requirements of museum visitors should be the most important thing. These needs can be met with different (technological) approaches and with some research museums can find great app-alternatives to meet the requirements of their visitors.

      Regards, Angelika

  18. Martin Adam Antworten

    Ich werde diesen Kommentar jetzt mal auf Deutsch schreiben, weil ich die Vermutung habe, dass die Sprache hier zu einem Problem geführt hat.

    Ich wollte keinen angreifen, sondern nur erläutern.

    Wenn ich in den Sozialen Medien Menschen direkt anspreche, dann schaue ich mir die Personen vorher an. Das hat sich bewährt. Damit kann man vermeiden, missverstanden zu werden.

    Wer mich kennt, weiß, dass ich offene Diskussionen liebe und mich nicht persönlich angegriffen fühle, sollte jemand anderer Meinung sein. Dann könnte ich meine Meinung nicht mehr vergleichen und prüfen. Nur so lerne ich dazu.

    Was die technische Haltung und Umsetzung von Audioinhalten angeht, so bin ich der Meinung, dass auf technischer Seite genügend erprobte Angebote existieren. Ich muss das für mich richtige auswählen.

    Was die Inhalte angeht, so würde ich keinen Unterschied zwischen Audio-, Video- und anderen Inhalten machen. Aus diesem Grund würde ich keine Diskussion explizit zu Audioinhalten führen, sondern mich zunächst erst einmal mit einer gesamtheitlichen Content-Strategie beschäftigen. Storytelling, Marketing und Kommunikation müssen bei der Erarbeitung von Inhalten berücksichtigt werden.

    Die technische Erstellung der Inhalte überlasse ich dann gerne den Profis. Und ich empfehle den Museen hier auch ganz klar, sich professionelle Hilfe zu holen.

    Als Softwareentwickler ist das Hosting und Managen von multimedialen Inhalten sicherlich eine der Hauptaufgaben. Diese unsägliche Devicefragmentierung sorgt dafür, dass wir die multimedialen Inhalte immer in unterschiedlichen Formaten vorhalten müssen. Aber das ist nicht das Problem, mit dem sich die Museen beschäftigen sollen,

    Ich empfehle den Museen, mit denen ich spreche, sich professionelle Hilfe in Form von Beratern ins Haus zu holen, die eine breite Erfahrung mitbringen. Mit deren Hilfe lassen sich dann alle technischen Probleme lösen, wenn sie über die Kompetenz verfügen.

    Natürlich ist das Erstellen von Audioinhalten nicht generell gelöst. Aber für diesen Artikel erscheint mir der technische Exkurs irrelevant Sollte ich mich da irren, dann bitte ich um Entschuldigung.

    Martin

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Martin,

      ich stimme zu, dass Museen sich externe Beratung ins Haus holen sollten, wenn intern nicht ausreichend Expertise vorhanden ist. Ich halte es jedoch für wichtig, wie ich hier an einigen Stellen bereits erwähnt habe, dass durch eine vorausgehende Besucherevaluation zunächst geprüft wird, welche Bedürfnisse bei den Besuchern überhaupt bestehen und wie deren Besuch verbessert werden kann. Sonst laufen Museen eben Gefahr, Lösungen für Probleme zu finden, die eigentlich nicht bestehen.

      Vor diesem Hinterheund würde ich von Beratern erwarten, dass sie immer nach dem bestmöglichen Weg suchen, die Besucherbedürfnisse zu erfüllen. Das muss nicht zwangsläufig auf eine technische Lösung hinaus laufen, sondern kann – je nach Bedingungen im Museum und nach Feedback der Besucher – auch zu einer analogen Lösung führen.

      Es gibt schlicht keine ultimative Masterlösung, die immer für jedes Museum passt. Daher auch meine Kritik am App-Hype der letzten Jahre, denn lange wurde der Eindruck erweckt, Apps seien diese Masterlösung, die sich für jedes Museum eignet, sei es der Louvre oder ein kleines Heimatmuseum in Franken. Dieser Trend war besonders deshalb absurd, weil es zugleich ein Weg war, jeder Institution eigene Strukturen einzurichten und quasi jedes Mal das Rad neu zu erfinden (oder Strukturen, die man für andere Kunden entwickelt hatte, als neues Rad zu verkaufen).

      Statt dessen sollte sich der Museumsbereich jetzt genau in die andere Richtung orientieren, indem auf einem individuellen Konzept beruhend Lösungen gefunden werden, die nicht-individuelle Infrastrukturen nutzen.

      Viele Grüße, Angelika

  19. Martin Adam Antworten

    Hallo Angelika,

    da sind wir einer Meinung. Ich halte es auch für sehr wichtig, dass die Museen eine eigene Kompetenz aufbauen. Und Besucherbefragungen sind ein sehr guter Schritt dahin.
    Vielfach fehlt es neben den Budgets aber auch an den notwendigen Personalressourcen, nicht nur für die Zeit vor und während eines Projekts, sondern vor allem auch danach, wenn das geborene Baby anfängt zu laufen…!
    Ich bin ein großer Freund der analogen Experience. Da ist aber in der Regel die Kompetenz bei den Museen höher als bei den digitalen Beratern.

    Natürlich will ich auch Geld verdienen. Aber mit schlechten Anwendungen ruiniere ich mir doch auch nur den Ruf! Ich habe ein langfristiges Anliegen. Und wenn ich meine Arbeit gut mache, dann werde ich weiterempfohlen, auch wenn ich vielleicht den Auftrag nicht bekomme. Dann klappt es halt beim nächsten.
    Und mich ruft man eigentlich auch nur an, wenn man eine Entscheidung zur digitalen Strategie treffen will.

    Und das tolle ist doch gerade diese Individualität. Jedes Projekt ist neu. Auf der anderen Seite geht es aber auch darum, kleineren Häusern mit minimalen Budgets die Möglichkeit zu geben, im digitalen Raum zu agieren. Da muss ich dann schon mit Standards arbeiten, damit ich den Entwicklungsaufwand und damit die Kosten senken kann.
    Standard bedeutet aber nicht in Stein gemeißelt. Auch diese Standards müssen laufend hinsichtlich ihres Nutzens überprüft werden. Aber mit einer guten Arbeit können wir hier Effekte erzielen.

    In den nächsten Monaten werden wir mit einer Universität in Finnland mehrere Standards für Museen entwickeln. Wir haben dafür acht europäische Museen als Anwendungspartner. Das Projekt ist von der EU gefördert. Ich bin sehr gespannt auf dieses Projekt. Mal schauen, wo wir damit rauskommen.

    Viele Grüße

    Martin

  20. Anna Ontrup Antworten

    Hallo Angelika,

    als ich deinen Artikel gelesen habe, konnte ich deine Aspekte und Vorteile für einen Drittanbieter sehr gut nachvollziehen. Auch ich beschäftige mich täglich bei einem Start-Up in Bamberg mit den Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung von Museen. Dabei versuchen wir besonders auch kleinere und mittelständische Institutionen zu fördern und ihnen die Gelegenheit zu geben innerhalb eines „fertigen Rahmenwerk“, wie du schreibst, sich einen Mediaguide aufzubauen. Hierzu habe ich meine Gedanken in einem Blogpost verfasst: http://www.proxipedia.io/her-mit-der-app-hallo-proxipedia-wie-ein-drittanbieter-den-museumsmarkt-revolutioniert/.

    Viele Grüße
    Anna

  21. Pingback: Mal digital! Ein Modell zur digitalen Kunstvermittlung – Aktuell – Kulturell

  22. Pingback: So war der VC CultTech Hackathon in Wien - KulturData

  23. Damian Kaufmann | Zeilenabstand.net Antworten

    Ich habe diesen Artikel hier leider erst jetzt entdeckt. Vielen Dank dafür, Angelika. In der Tat würde ich zustimmen, dass Museums-Apps einen schweren Stand haben, aber nicht aufgrund des Mediums, sondern – wie du es beschreibst – der Benutzer wenig Freude darin hat, in jedem Museum eine neue App zu installieren, die er nach dem Besuch kaum noch nutzen wird. Die Zukunft liegt für mich daher tatsächlich in Apps von Drittanbietern, die eine große Zahl von Museen umfasst. Ich bin vor einigen Wochen auf das von Anna vorgestellte PROXIPEDIA gestoßen und habe eine Rezension dazu geschrieben: https://www.zeilenabstand.net/proxipedia-eine-museums-app-mit-hohem-nutzwert/

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Damian,

      man sollte auf jeden Fall den Drittanbieter-Markt im Auge behalten, wenn es um Museums-Apps geht. Bei StartUps ist es aktuell ein großes Thema und seit 1-2 Jahren kommen regelmäßig neue Anbieter hinzu. Erst heute habe ich von der App Musar erfahren – sie bieten neben klassischen Audioguides auch Augmented Reality an, interaktive Texte, Animationen und sogar 3D-Modelle von Ausstellungsobjekten. Da tut sich gerade sehr viel am Markt für digitale Museums-Guides, auch was den Einsatz von ChatBots in Messenger-Apps angeht: https://musermeku.org/2017/10/11/chatbots-im-museum/ Super wenn hier Museen eine große Auswahl an Anbietern haben.

      Viele Grüße, Angelika

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