SEO im Kulturbereich – Tipps und Tools für die Off- und OnPage-Optimierung

Auf den Inhalt kommt es an, das gilt für Kultur-Blogs ebenso wie für Museums-Websites. Doch die Inhalte können noch so gut recherchiert oder spannend geschrieben sein – wenn Nutzer keinen Zugang dazu finden, ist es verschenkte Mühe. Wenn Suchmaschinen wegen formaler oder technischer Gegebenheiten einen Blog oder eine Museums-Website nicht auf vorderen Plätzen in Suchergebnissen anzeigen, führt das zu weniger Seitenzugriffen. Wo Verbesserungsbedarf besteht und wie eine Off- und OnPage-Optimierung (SEO) konkret aussehen könnte, lässt sich mit diesen Tipps und kostenfreien Tools überprüfen.


 

Was bedeutet OffPage-Optimierung?

Als OffPage-Optimierung bezeichnet man alles, was außerhalb der eigenen Website bzw. des eigenen Blogs für SEO getan werden kann. Hier geht es darum, sich in einem bestimmten inhaltlichen Kontext zu positionieren und in Zusammenhang mit relevanten Themen gefunden zu werden.

 

Backlinks als SEO-Faktor

Zunächst spielt es eine Rolle, welche anderen Seiten auf die eigene Seite verlinken (sog. Backlinks). Wichtig für Suchmaschinen ist hier jedoch, dass die Verlinkungen in einem organischen Kontext erfolgen. Half es früher noch in Linklisten und Blogrolls anderer Seiten aufgenommen zu werden, wird dies mittlerweile nicht mehr so gut von Suchmaschinen gewertet. Je nach Umfang der Listen, kann dies sogar als Link-Spam abgestraft werden. Heute ist es wichtiger, dass Backlinks von anderen Seiten in einem inhaltlichen Zusammenhang erfolgen, also in einem thematisch passenden Text.

 

⇒ OffPage-Optimierung mit Backlinks

Im Kulturbereich werden, neben dem Kommentieren in Blogs, v.a. Blogparaden zur Erzeugung von Backlinks genutzt. Dabei wird entweder an Blogparaden teilgenommen, oder es wird eine solche veranstaltet. Zudem können Gastbeiträge mit Links zur eigenen Seite auf anderen Blogs platziert werden oder es werden Advertorials in Auftrag gegeben.


 

Social Signals als SEO-Faktor

Darüber hinaus spielen sog. Social Signals für SEO im OffPage-Bereich eine wichtige Rolle. Suchmaschinen registrieren, wie häufig die Inhalte einer Seite in Sozialen Medien verbreitet werden, aber auch wie oft z.B. durch Kommentare und positive Bewertungen auf Seiten reagiert wird. Nicht allen Social Media Netzwerken kommt hier die gleiche Bedeutung zu, da bestimmte Netzwerke von Suchmaschinen besser erfasst werden als andere. Sehr gut erfasst werden etwa YouTube und einige Bewertungsseiten.

 

⇒ OffPage-Optimierung über Social Signals

Kulturinstitutionen und Blogger können ihre Sichtbarkeit in Social Media zunächst natürlich dadurch steigern, indem sie auf bestimmten Plattformen selbst vertreten sind. Durch regelmäßige Interaktion kann ergänzend angeregt werden, dass die Community die eigenen Inhalte weiter verbreitet. Museen können ihre Besucher zudem gezielt dazu anregen, über sie in Bewertungsplattformen zu berichten.


Was bedeutet OnPage-Optimierung?

Als OnPage-Optimierung bezeichnet man alle SEO-Anpassungen, die man inhaltlich und technisch auf der eigenen Seite vornehmen kann.

 

Content als SEO-Faktor

Zum einen spielt für die OnPage-Optimierung die Überarbeitung des Seiteninhalts (Content) eine wichtige Rolle. Angepasst werden muss die Inhaltslänge, Formulierungen, Schlagwort-Integration und Satzbau. Zum anderen spielt auch die Formatierung des Inhalts eine Rolle, also die Gliederung in Absätze, die Nutzung von Überschriften, die Menüstruktur sowie das Setzen interner und externer Links.

Ebenso ist es wichtig, die Metadaten einer Seite gut zu pflegen. Insbesondere die „Description“ einer Seite sollte ausgefüllt werden, da Suchmaschinen und einige Social Media Netzwerke diesen Text für eine Vorschau nutzen. Auch bei Bildern dürfen Metadaten nicht vergessen werden. Dies umfasst die Benennung von Fotos, die Bildbeschriftung, -beschreibung und den Alternativ-Text (Alt-Text).

 

⇒ OnPage-Optimierung des Content

Zunächst sollte analysiert werden, welche Schlagworte für die eigenen Inhalte eine besondere Rolle spielen, über welche Begriffe man also gefunden werden möchte. Dann passt man seine Inhalte dahingehend an, inklusive der Metadaten von Text und Bildmaterial. Ergänzend ist es wichtig, konsequent auf eine übersichtliche Formatierung zu achten und eine ausgewogene Struktur interner und ausgehender Links zu pflegen.


Technik als SEO-Faktor

Eine reine inhaltliche SEO-Optimierung reicht für die OnPage-Optimierung nicht aus, da Suchmaschinen auch technische Aspekte werten. Laut Google ist z.B. bei nicht mobil-freundlich gestalteten Seiten die Wahrscheinlichkeit fünf mal höher, dass Nutzer diese Seiten direkt wieder verlassen. Schlechte Aussichten also für Blogs, die nicht responsive sind. Und auch um Museums-Websites steht es nicht gut, wenn sie ihren Besuchern nicht ermöglichen, ihre Seite auch auf Mobilgeräten in einer passenden Ansicht aufzurufen. Google erkennt, ob eine Seite responsive ist und bevorzugt diese Art von Seiten in den Suchergebnissen.

Ebenso wichtig für Suchmaschinen ist außerdem die Geschwindigkeit einer Seite auf Mobilgeräten. So verlassen, ebenfalls nach Aussage von Google, die Hälfte aller Besucher eine Seite wieder, wenn sie deutlich länger als 3 Sekunden zum landen benötigt. Bei aller Konzentration auf Mobilgeräte sollte schließlich aber auch die Geschwindigkeit auf Desktop-Computern stimmen. Gerade im Fall von Kultur-Blogs und Museums-Websites ist dies nach wie vor wichtig, denn diese werden oft noch an heimischen Rechnern oder im Büro gelesen bzw. zur Recherche genutzt.

 

⇒ OnPage-Optimierung der Technik

Neben der Antwortzeit des Servers auf dem eine Seite liegt, geht es hier auch um die Optimierung von Bildgrößen und Logos sowie um eine Minimierung von JavaScript, HTML und CSS. Besonders letzteres ist davon abhängig, welches Design man für eine Museums-Website oder für einen Blog nutzt. Häufig kann eine Seite nur dadurch technisch optimiert werden, indem das Design angepasst oder geändert wird.


 

Diese Tools können bei der Off- und OnPage-Optimierung helfen

1) Google – Test My Site

Wie gut lässt sich meine Seite von Mobilgeräten nutzen? Wie schnell wird meine Seite auf Mobilgeräten angezeigt? Und wie zügig kann man von einem Desktop-Computer auf meine Seite zugreifen? Diese Fragen beantwortet „Test My Site“ von Google, und zwar mithilfe übersichtlicher Prozentangaben. Ziel ist es, in jedem der drei Bereiche – Mobilfreundlichkeit, Mobil- sowie Desktop-Geschwindigkeit – jeweils möglichst nah an 100 % zu kommen.

Einsehbar sind sowohl die Kriterien, die Google prüft, als auch ein Ampel-System, nach dem diese bewertet werden: Grün heißt „bestanden“, Gelb markiert ist, was verbessert werden könnte, und Rot werden die Aspekte angezeigt, die dringend behoben werden müssen. Die Übersicht aller Verbesserungsvorschläge kann man sich auch per E-Mail zusenden lassen.

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2) Seitenreport – SEO und Website Analyse

Einen generellen Überblick über eine Vielzahl technischer Faktoren einer Seite liefert „Seitenreport“. Angezeigt werden HTML- oder CSS-Fehler, Backlinks, interne und externe Links, Keywords, Facebook-Likes sowie Informationen zu Sicherheit und Datenschutz. Die Werte liefern erste Anhaltspunkte, wo Optimierungsbedarf besteht.

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3) SEO United – Backlink Checker & Linkhistorie

Einen minimalistischen Überblick über Backlinks liefert der „Backlink Checker“. Zum einen wird hier eine Linkhistorie gezeigt, also wie viele Seiten im Laufe der Zeit auf die Domain verlinken. Zum anderen werden die verlinkenden Websites inklusive des jeweiligen Linktextes aufgelistet, absteigend nach ihrem Domainrank. So kann man prüfen, mit welchen Seiten man kontextuell von Suchmaschinen erfasst wird.

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4) Ranking Check – Keyword Datenbank

Die „Keyword Datenbank“ zeigt nach der Eingabe eines Suchbegriffs alle Phrasen an, die Nutzer real in Suchmaschinen abfragen (Suchvolumen pro Monat). Dies erleichtert es, Inhalte so anzupassen, dass sie besser auf die Begriffe zugeschnitten sind, über die man gefunden werden möchte.

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5) Google – Search Console

Schließlich empfiehlt es sich, die „Search Console“ von Google zu nutzen. Die gibt einen Einblick darin, wie die weltweit meistgenutzte Suchmaschine eine Seite erfasst und wo es Probleme gibt. Im Gegensatz zu den bisher erwähnten Tools ist hier eine Anmeldung bei Google erforderlich.

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Tipp zum Abschluss:

Google stellt kostenfrei ein lesenswertes Handbuch rund um die wichtigsten SEO-Fragen zur Verfügung:

⇒ zum „Google Search Engine Optimization Starter Guide“

 

Header-Bild: Angelika Schoder – Hamburg, 2016


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