Zerstörerische Gamification – Der PuffUp-Club

Wenn das Gefühl das entsteht, wenn man Luftpolsterfolie zerdrückt, nach etwas Großem verlangt – dann ist es Zeit für den PuffUp-Club. Statt um das leise plopp, plopp, plopp einer Bläschenfolie, das eher dezent zwischen den Fingern spürbar als direkt hörbar ist, geht es im PuffUp-Club um den großen Knall – und zwar mit click, click, click.

 

Puff-Up-Club

Screenshot: puffup.club, Fondation Beyeler / Moniker – Angelika Schoder, 06.04.2016, 23:32 Uhr

 

Microsites als Begleitprogramm zu Ausstellungen

Hinter dem PuffUp-Club steht die Fondation Beyeler, die erneut eine Ausstellung mit einer Microsite begleitet. Wie zuvor für den Anti-Selfie Club zur Ausstellung “Auf der Suche nach 0,10 – Die letzte futuristische Ausstellung der Malerei”, kooperierte das Museum wieder mit der niederländischen Agentur Moniker. Auch diesmal steht die Interaktion des Online-Publikums im Vordergrund: Sollten etwa im Herbst 2015 zur Konstruktivismus-Ausstellung noch Selfies gemacht werden, die durch geometrische Formen aus den Werken von Kasimir Malewitsch digital via Gesichtserkennung gestört wurden, wird nun zur Ausstellung „Alexander Calder & Fischli / Weiss“ zur kollektiven, Click-gesteuerten Zerstörung von Luftballons aufgerufen.

Das Motiv des Ballons, dessen Zerplatzen angestrebt wird, passt auch hier wieder zur Botschaft der Ausstellung, denn diese befasst sich, so das Museum, mit dem „Moment des fragilen Gleichgewichts, eines prekären und gleichzeitig glücksverheissenden, immer nur temporären Zustands“. Der PuffUp-Club kann im Prinzip als Verkörperung dieses Konzepts gesehen werden.

 

Der PuffUp-Club als Live-Event

Auf der Microsite puffup.club ist ein Livestream zu sehen, der das Innere einer Holz-Box filmt. In der Box befindet sich auf der linken Seite ein Loch, durch das ein Skalpell gesteckt wurde. Auf der rechten Seite ist ein Ventil angebracht, über das ein Luftballon gestülpt ist. Das Szenario dient einem Spiel: Über einen Button mit der Aufschrift „Puff“ kann Luft über das Ventil in den Ballon gepumpt werden. Aus dem Button strömen virtuelle „+1“ Zeichen als Symbol, dass gerade andere User den Button betätigen. Die Anzahl der aktuell aktiven Nutzer wird rechts unten im Livestream eingeblendet. Rechts oben ist zudem ein fortschreitender Zählerstand zu sehen; dieser zeigt an, wie viele „Puffs“ bisher abgegeben wurden. Betätigt man selbst den „Puff“-Button, leuchten die „+1“ Symbole über dem Button auf.

Das Spiel besteht aus 13 Levels, jedem Level wurde dabei eine eigene Design-Farbe zugeordnet. Die Farben entsprechen zum einen dem jeweils genutzten Ballon und finden sich zum anderen in der Level-Beschriftung wieder. Auch im PuffUp-Club Game werden die Level zunehmend schwieriger, was sich an einer Übersicht unter dem Livestream ablesen lässt: Für Level 1 waren etwa 6.128 „Puffs“ notwendig, für Level 10 musste schon 7.814.867 mal „gepufft“ werden. Angezeigt wird zudem, wie viele Spieler sich an welchem Level beteiligt haben und wie lange diese benötigten, um ein Level durch das herbeigesehnte Zerplatzen des Ballons abzuschließen. Waren an Level 1 noch 58 Menschen beteiligt, die den Ballon schon nach 10 Minuten zum Platzen brachten, beteiligten sich an Level 10 bereits 40.711 User. Nach 3 Tagen und 21 Stunden konnte der Ballon schließlich zum platzen gebracht werden.

 

Mindestens so gut wie Bläschenfolie

Die Level des PuffUp-Clubs werden erstaunlich schnell beendet; bereits eine Woche nach dem Start am 30. Mai 2016 wurde Level 11 erreicht. Klugerweise wird nicht verraten, wie viele „Puffs“ für das letzte Level Nr. 13 notwendig wären – wobei auch eine höhere Zahl in Millionenhöhe das Publikum wohl nicht abschrecken, sondern eher anspornen würde. Das Prinzip Gamification funktioniert – und im Fall des PuffUp-Clubs macht es mindestens so viel Spaß, wie gemeinsam Bläschenfolie zum platzen zu bringen.

Zum puffup.club

 

Die Microsite begleitet die Ausstellung „Alexander Calder & Fischli / Weiss“, die vom 29. Mai bis 4. September 2016 in der Fondation Beyeler gezeigt wird. Weitere Infos

 

>>> Dieser Beitrag entstand im Vorfeld der Bloggerreise #rehbergerweg. Die Reise wird von Basel Tourismus / Art & Design Museums Basel, Fondation Beyeler, Vitra Design Museum, Gemeinde Riehen und Weil am Rhein in Partnerschaft mit Swatch initiiert und finanziert.

Header-Bild: puffup.club, Fondation Beyeler / Moniker – Angelika Schoder, Screenshot vom 06.04.2016, 23:32 Uhr

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