Das Relikt
The Relic | Horror-Thriller, 1997 | Regie: Peter Hyams
Welche grauenhaften Dinge in einem Museum lauern können, zeigt dieser Horror-Thriller, der im Field Museum of Natural History in Chicago spielt. Die Handlung dreht sich um eine Serie grausamer Morde, die kurz vor der Eröffnung einer großen Ausstellung zum Thema Aberglaube und Mythen geschehen. Polizist Vincent D’Agosta (Tom Sizemore) und Evolutionsbiologin Dr. Margo Green (Penelope Ann Miller) entdecken, dass ein Monster im Museum sein Unwesen treibt. Doch wo kommt es her, was ist sein Ziel und was hat das Monster mit dem Museum zu tun?
Die Labyrinth-artigen Gänge, düsteren Ausstellungsräume und abgeschlossenen Hallen des Museums werden zum idealen Schauplatz für das Versteckspiel mit dem Monster. Doch auch die Organisation im Museum lässt einem die Nackenhaare zu Berge stehen, wenn zum Beispiel klar wird, dass die Museumsführung vor allem auf die erfolgreiche Ausstellungseröffnung fixiert ist und Hinweise auf die Gefahr verdrängt werden, um Prestige und die Finanzierung durch die Sponsoren nicht zu gefährden.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Douglas Preston und Lincoln Child von 1994 (dt.: Relic – Museum der Angst, 1997). In der Buchvorlage ist eigentlich das American Museum of Natural History (AMNH) in New York der Schauplatz der Handlung. Weil man hier keine Drehgenehmigung für den Film erhielt, verlegte man die Geschehnisse ins Naturhistorische Museum von Chicago.
Death of a Unicorn
Horror-Komödie, 2025 | Regie: Alex Scharfman
Die düster-blutige Komödie begleitet den Anwalt Elliot Kintner (Paul Rudd) und seine Tochter Ridley (Jenna Ortega) auf ihrem Weg zum abgelegenen Anwesen des Milliardärs Odell Leopold (Richard E. Grant), der Elliots neuer Chef werden soll. Versehentlich überfahren sie im Wald ein Einhorn, was eine Reihe an fatalen Konsequenzen auslöst. Während Ridley eine mystische Verbindung zum zunächst tot geglaubten Fabelwesen spürt, fixiert sich die Familie der milliardenschweren Gastgeber auf seine Heilkräfte: Blut, Fleisch und vor allem das Horn haben medizinisches Potenzial, wie sich herausstellt. Doch die kapitalistische Verwertung des Einhorns bleibt nicht ohne Folgen und bald müssen alle Beteiligten um ihr Leben fürchten.
Auch wenn die Handlung des Films sich nicht direkt in einem Museum ereignet, so spielt das Metropolitan Museum of Art bzw. dessen Sammlungsobjekte eine zentrale Rolle: Rund um die „Unicorn Tapestries“ (La Chasse à la licorne, 1495–1505) wird eine Geschichte erzählt, die davon handelt, dass sich Einhörner nur in Gegenwart von einer jungen Frau reinen Herzens fangen lassen. Wie auf den Wandteppichen des Museums geht es auch im Film um die Einhorn-Jagd und darum, wie sich Einhörner zur Wehr setzen – was im Film allerdings deutlich brutaler ausfällt als auf den Wandteppichen des Museums. Statt unschuldige Fabelwesen sind Einhörner hier wilde, rachsüchtige Kreaturen, mit denen man sich nicht anlegen sollte.
Ich bin dein Mensch
Romantische Komödie, 2021 | Regie: Maria Schrader
Wie menschlich ist Liebe? Und kann eine Künstliche Intelligenz echte Gefühle hervorrufen? Damit muss sich Alma (Maren Eggert), eine Wissenschaftlerin am Pergamonmuseum in Berlin, als Teilnehmerin in einer Studie befassen. Um an Forschungsmittel zu gelangen, erklärt sie sich bereit, drei Wochen lang mit Tom (Dan Stevens) zusammenleben. Er ist ein humanoider Roboter, der eigens darauf programmiert ist, ihr idealer Partner zu sein. Tom begleitet sie nicht nur im Alltag, sondern auch in ihr berufliches Umfeld ins Museum und macht dabei ganz beiläufig eine folgenschwere Entdeckung, die Almas berufliche Perspektive ins Wanken bringt.
Während sich Alma im Pergamonmuseum als Expertin für Keilschriftinschriften mit der Vergangenheit der menschlichen Geschichte beschäftigt, wartet auf sie zu Hause vielleicht die Zukunft der Menschheit – oder doch nicht? Als sie ihre berufliche Perspektive in Frage stellt und mit dem zerbrechen ihrer früheren Beziehung hadert, muss sie sich fragen, welche Rolle der Android Tom in ihrem Leben spielen kann.
Bean: Der ultimative Katastrophenfilm
Bean | Komödie, 1997 | Regie: Mel Smith
In dieser Komödie wird der legendäre Mr Bean (Rowan Atkinson) fälschlicherweise als Kunstexperte nach Los Angeles geschickt, um das berühmte Gemälde „Whistler’s Mother“ (eigentlich: Arrangement in Grey and Black: The Artist’s Mother, 1872) des amerikanischen Künstlers James Abbott McNeill Whistler in der Grierson Art Gallery zu überwachen. Er soll das Meisterwerk während einer Ausstellung vor Schaden bewahren – eine Aufgabe, die ihn vor enorme Herausforderungen stellt.
Das Museum bietet mit seinen wertvollen Gemälden und Artefakten, die eigentlich mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen versehen sein sollten, den idealen Kontrast für Mr Beans tollpatschige Missgeschicke. Im geordneten Raum der Hochkultur bricht das Chaos los: Mr Beans Verhalten bringt die strenge Struktur der Institution ins Wanken, so stolpert er nicht nur über Sicherheitsabsperrungen, stößt Skulpturen um und verursacht kleinere Schäden an Exponaten, er verleiht unfreiwillig auch dem Gemälde von „Whistler’s Mutter“ einen ganz neuen Look.
Das Museum im Film ist übrigens fiktiv, tatsächlich wurde im Los Angeles County Museum of Art (LACMA) gedreht.
Nachts im Museum
Night at the Museum | Komödie, 2006 | Regie: Shawn Levy
Die Abenteuerkomödie mit fantastischen Elementen ist sicher einer der bekanntesten Museums-Filme. Im Mittelpunkt steht Larry Daley (Ben Stiller), der eine Stelle als Nachtwächter im American Museum of Natural History in New York annimmt. Was zunächst nach einem ruhigen Job aussieht, entwickelt sich schnell zu einer unerwarteten Herausforderung, als die Ausstellungsstücke des Museums nachts auf magische Weise zum Leben erwachen. Schon bald sieht sich Larry mit der Herausforderung konfrontiert, Ordnung in das nächtliche Chaos zu bringen und das Geheimnis hinter der magischen Erweckung zu entschlüsseln.
Der Film kombiniert Humor mit Abenteuer-Elementen und stellt kindgerecht auch einige bekannte historische Persönlichkeiten vor, zum Beispiel Theodore Roosevelt (Robin Williams), Attila den Hunnen oder Christopher Kolumbus. In der Fortsetzung „Battle of the Smithsonian“ (2009) tauchen weitere historische Figuren auf, etwa Amelia Earhart (Amy Adams) oder Napoleon Bonaparte. Im dritten Teil „Secret of the Tomb“ (2014) kommt der ägyptische Pharao Merenkahre (Ben Kingsley) hinzu.
The Da Vinci Code – Sakrileg
The Da Vinci Code | Thriller, 2006 | Regie: Ron Howard
Der Film, der auf dem gleichnamigen Buch von Dan Brown basiert (dt. Sakrileg, 2004), folgt dem Harvard-Symbologen Robert Langdon (Tom Hanks). Er wird nach dem mysteriösen Mord an einem Kurator des Louvre Museums nach Paris gerufen, wo die Polizei kryptische Hinweise am Tatort fand, die Langdon mit dem Verbrechen in Verbindung bringen. Das Museum wird so zum Ausgangspunkt einer gefährlichen Schatzsuche, die historische Geheimnisse, religiöse Symbole und Geheimgesellschaften miteinander verknüpft.
Im Laufe der Handlung entschlüsselt Langdon Codes, die sich in berühmten Kunstwerken wie Leonardos „Mona Lisa“ oder dem „Abendmahl“ verbergen. Die Architektur, Gemälde und Skulpturen des Louvre werden zu einem interaktiven Rätsel, das Hinweise auf eine Jahrhunderte alte Verschwörung liefert. Weitere museale Schauplätze des Films sind die Kirche Saint-Sulpice in Paris, die Westminister Abbey und die Temple Church in London sowie die Rosslyn Chapel in Schottland. Der zweite Teil „Illuminati“ (engl. Angels & Demons, 2009) führt Langdon u.a. in die Vatikanstadt und in diverse Kirchen in Rom, während der dritte Teil der Filmreihe „Inferno“ (2016) vor allem in Florenz und Venedig spielt, etwa im Palazzo Vecchio und im Dogenpalast.
Das Vermächtnis der Tempelritter
National Treasure | Action-Film, 2004 | Regie: Jon Turteltaub
Der Historiker Benjamin Franklin Gates (Nicolas Cage) folgt in diesem Film, der an die Indiana-Jones-Reihe erinnert, einer Jahrhunderte alten Spur zu einem legendären Schatz. Die Hinweise, die auf die Gründerväter der USA zurück gehen, sind über verschiedene historische Dokumente und Symbole verschlüsselt. Als Gates mit seinem Team erfährt, dass die Unabhängigkeitserklärung selbst einen verborgenen Hinweis enthält, beginnt eine riskante Jagst nach dem gut bewachten Dokument. Dabei muss Gates sich nicht nur gegen einen skrupellosen Konkurrenten (Sean Bean) behaupten, sondern auch das Vertrauen der Behörden zurückgewinnen.
Die Rätsel und versteckten Symbole führen Gates und sein Team (u.a. Diane Kruger) in die Library of Congress und die National Archives in Washington DC, in die die Independence Hall in Philadelphia oder in die Trinity Church in New York. 2007 folgte die Fortsetzung „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ (engl. National Treasure: Book of Secrets), in dem wieder Rätsel an bekannten historischen Orten eine Rolle spielen. Schauplätze sind u.a. das Lincoln Memorial und die Library of Congress in Washington DC sowie das Mount Rushmore National Memorial in South Dakota.
The Square
Satire, 2017 | Regie: Ruben Östlund
In dem satirischen Drama, das 2017 beim Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, steht der Museumsdirektor Christian (Claes Bang) im Mittelpunkt, der ein renommiertes Kunstmuseum in Stockholm leitet. Er bereitet gerade eine neue Installation vor: „The Square“, ein weiß markiertes Quadrat, das als Schutzzone gedacht ist, in der Vertrauen, Fürsorge und Gleichheit gelten sollen. Parallel dazu wird Christian durch einen persönlichen Zwischenfall aus der Bahn geworfen. Nach einem Diebstahl versucht er, sein Eigentum auf unorthodoxe Weise zurückzubekommen, was eine Kette von moralischen Konflikten und Peinlichkeiten auslöst.
Performances, Installationen, fragwürdige PR zu Kunst und das Museumsumfeld werden im Film zu Spiegeln für Machtstrukturen, Privilegien und gesellschaftliche Konflikte. Das Kunstwerk „The Square“ wurde übrigens von Regisseur Ruben Östlund gemeinsam mit dem Filmproduzenten Kalle Boman entwickelt und war zunächst im Vandalorum Museum in Südschweden zu sehen. Heute ist das Werk als permanente Installation in der schwedischen Stadt Värnamo auf dem Flanaden Platz eingepflastert.
Header-Bild: The Unicorn Defends Himself (from the Unicorn Tapestries), Frankreich/Niederlande (1495–1505) – Metropolitan Museum of Art – Detail, bearbeitet
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Bei musermeku schreibt Dr. Angelika Schoder über Themen zur Digitalisierung, über Museen und Ausstellungen sowie über Reise- und Kultur-Tipps.
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