Freier Eintritt in Museen in Hamburg bei #seeforfree 2026

Am 31. Oktober gibt es bei #seeforfree wieder freien Eintritt in insgesamt 49 Museen in Hamburg. Wir geben hier Ausstellungs- und Veranstaltungs-Tipps: Von A wie Altonaer Museum bis Z wie Zaubermuseum Bellachini.

Am 31. Oktober gibt es bei #seeforfree wieder freien Eintritt in insgesamt 49 Museen in Hamburg, von A wie Altonaer Museum bis Z wie Zaubermuseum Bellachini.

Veranstaltungs-Tipps

Kunst-Comedy & Queere Perspektiven

Der Kunsthistoriker und Comedian Jakob Schwerdtfeger nimmt sich in seiner Kunst-Comedy Lesung im Werner-Otto-Saal der Hamburger Kunsthalle rund 1000 Jahre Kunstgeschichte vor und bietet humorvolle Einblicke. Zudem gibt es zahlreiche Führungen durch das Museum, etwa zum Thema „Gut genug? Ein queerer Blick auf Körper, Rollen und Normen“ oder „We’re Not Just a Trend: Kunst war schon immer auch Queer“.

In der Hamburger Kunsthalle können zudem die Dauerausstellung und die aktuellen Sonderausstellungen besucht werden. Hierzu zählt die Ausstellung „THIS IS THE MODERN WORLD“ mit über 150 Werken moderner Kunst aus den Jahren 1900 bis 1960. Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen zeigen innovative künstlerische Ansätze und den Bruch mit traditionellen Konventionen. Zudem ist eine Retrospektive des US-amerikanischen Malers David Novros zu sehen sowie die Ausstellung „Skulptural“, in der die Hamburger Kunsthalle erstmals ihre Skulpturen-Sammlung in einer medien- und epochenübergreifenden Schau präsentiert. Von der Antike bis zur Gegenwart, von Miniatur bis monumental zeigt das Museum hier rund 1.000 große und kleinen Skulpturen, Reliefs, Gemälden, Grafiken, Fotografien sowie Raum- und Videoinstallationen. Durch die Ausstellungen gibt es zu #seeforfree diverse Führungen.

Kunst-Comedy um 11:30, 14 und 16:30 Uhr, Queere Führungen um 12, 14 und 16 Uhr – Hamburger Kunsthalle


Hommage an Hendrik Cramer

Am 31. Oktober ist zu #seeforfree in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme die letzte Gelegenheit, die szenische Installation „Hommage an Hendrik Cramer“ von Youssef Tabti zu sehen. Sie würdigt den Dichter, Avantgardisten und Widerstandskämpfer Hendrik Cramer (1884–1944). Der gebürtige Niederländer gehörte zur französischen Künstlergruppe „Le Grand Jeu“ und beschäftigte sich in seinen literarischen Werken mit spirituellen Fragen. Weil er sich im französischen Widerstand engagierte, wurde er von den deutschen Besatzungsbehörden verhaftet und starb 1944 im Konzentrationslager Neuengamme.

Die Installation von Youssef Tabti macht das Schicksal von Cramer sichtbar und lädt dazu ein, seine künstlerischen und politischen Überzeugungen neu zu entdecken. Zu #seeforfree ist der Künstler Youssef Tabti in der Ausstellung „Hommage an Hendrik Cramer“ anwesend, bietet Führungen an und steht für Fragen und Gespräche bereit.

Hommage an Hendrik Cramer, ab 10 Uhr – KZ-Gedenkstätte Neuengamme


Ein Stück Kunsthaus zum Mitnehmen

Ob Materialien, Drucksachen, Publikationen oder Dinge aus vergangenen Ausstellungen und Produktionen: Bei #seeforfree gibt es die Gelegenheit, ein Stück aus der über 60-jährigen Geschichte des Kunsthaus Hamburg kostenlos mitzunehmen.

Außerdem kann die Ausstellung „Temper“ von Yalda Afsah besucht werden. Afsah untersucht in ihren Werken Rituale als Ausdruck von Gemeinschaft, Identität und Macht. Dabei zeigt sie sowohl verbindende als auch ausgrenzende und gewaltsame Aspekte kollektiver Bräuche. Erstmals werden in der Ausstellung die drei Filme „JARRAMPLAS“, „PAN“ und „HEAT“ gemeinsam präsentiert, die Rituale in Spanien, Bulgarien und Taiwan dokumentieren.

Ein Stück Kunsthaus zum Mitnehmen, ab 11 Uhr – Kunsthaus Hamburg


Carillonkonzert

Im Turm des Mahnmals St. Nikolai spielt Werner Lamm zu #seeforfree die 51 Glocken des Turmglockenspiels. Treffpunkt ist der Platz des früheren Kirchenschiffs.

Im Anschluss gibt es um 13 Uhr eine Führung durch die Dauerausstellung des Mahnmals. Diese befasst sich mit den Ursachen und dem Ausmaß der „Operation Gomorrha“, der Luftangriffe im Jahr 1943 auf Hamburg.

Carillonkonzert, 12 Uhr – Mahnmal St. Nikolai


Aiga Rasch und „Die drei ???“

Aktuell zeigt das Altonaer Museum die Ausstellung „Aiga Rasch und ihre Detektive“. Im Mittelpunkt stehen die Cover-Illustrationen der Künstlerin Aiga Rasch (1941–2009), die u.a. für die Jugendkrimiserie „Die drei ???“ entstanden, aber auch für „Sherlock Holmes“ und „Alfred Hitchcocks Gruselkabinett“.

Im Rahmen von #seeforfree werden „Short Cuts“ Führungen durch die Ausstellung angeboten, bei denen es um einen rätselhaften Kunstfall geht. Zwischen auffälligen Details, versteckten Hinweisen und falschen Fährten gilt es, die Bildsprache der Illustratorin zu entschlüsseln. Wer die richtigen Spuren verfolgt, kommt dem Geheimnis auf die Spur.

Short Cuts: Geheimnisvolle Illustratorin. Falsche Fährten, versteckte Hinweise, ein Fall, 11 und 12 Uhr – Altonaer Museum


Die Hamburger Kunsthalle bietet zu #seeforfree diverse Führungen an, etwa zu queeren Themen. Zudem gibt es Kunst-Comedy mit Jakob Schwerdtfeger.
Die Hamburger Kunsthalle bietet zu #seeforfree diverse Führungen an, etwa zu queeren Themen. Zudem gibt es Kunst-Comedy mit Jakob Schwerdtfeger.

Ausstellungs-Tipps zu #seeforfree

Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland

Die Ausstellung „Von Monet bis Picasso“ im Bucerius Kunst Forum betrachtet 15 bedeutende Kunstsammlungen deutscher Juden vor 1945 und versammelt rund 100 Werke der Moderne, vom Realismus und Impressionismus bis zum Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Gezeigt werden Arbeiten von u.a. Paul Cezanne, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc und Paula Modersohn-Becker.

Anhand von Fotografien, Briefen und historischen Dokumenten werden neben den Kunstwerken auch die persönlichen Schicksale der jüdischen Kunstsammler und die Zerschlagung ihrer Sammlungen nachvollziehbar. Zudem betrachtet die Ausstellung die unterschiedlichen Wege der Kunstwerke bis in die Gegenwart.

Von Monet bis Picasso – Bucerius Kunst Forum


Hito Steyerl – Deine Mudda macht Show

In der Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen werden Arbeiten der Medienkünstlerin Hito Steyerl präsentiert, die Kunst, Technologie und gesellschaftliche Analysen miteinander verbinden. Ihre Rauminstallationen aus den Jahren 1999 bis 2025 thematisieren digitale Überwachung, Kapitalismus, Ausbeutung, Klimakrise und moderne Kriegsführung. Gezeigt wird u.a. ihre Arbeit „How Not To Be Seen“, in der es darum geht, wie sich der Mensch in einer digitalisierten Welt unsichtbar machen kann, um sich der totalen Überwachung zu entziehen. Erstmals in Deutschland ist zudem ihr Film „The Island“ zu sehen. Er verknüpft Überschwemmungen mit Themen wie autoritäre Tendenzen, Klimawandel und politischem Druck auf die Wissenschaft.

Zu #seeforfree finden Führungen durch die Ausstellung statt. Auch die weiteren Ausstellungen in den Deichtorhallen, „Abdulhamid Kircher – Rotting From Within“ und „Akosua Viktoria Adu-Sanyah – Residual Sky unter Contamination“, sind in der Phoxxi Ausstellungsfläche zugänglich.

Hito Steyerl – Deichtorhallen Hamburg


Benin. Geraubte Geschichte

Die Ausstellung „Benin. Geraubte Geschichte“ im Hamburger Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, kurz MARKK, zeigt rund 170 historische Kunstwerke aus Bronze, Elfenbein und Holz aus dem westafrikanischen Königreich Benin. Zum ersten mal seit über 100 Jahren ist im Museum die gesamte Benin-Sammlung zu sehen – und gleichzeitig wird sie so auch zum letzten Mal in Hamburg zu sehen sein. Denn die Objekte sollen nun restituiert werden. Die Ausstellung begleitet so auch den laufenden Prozess der Rückgabe der Artefakte nach Nigeria.

Zu #seeforfree findet um 12 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt.

Benin. Geraubte Geschichte – MARKK Museum am Rotherbaum


Katzen!

Ebenfalls im MARKK ist noch bis Ende November die Ausstellung „Katzen!“ zu sehen. Sie beleuchtet die vielfältige Kulturgeschichte der Vierbeiner und ihre Bedeutung in verschiedenen Gesellschaften. Von der ägyptischen Göttin Bastet über die Mäusefängerin und mystische Begleiterin bis zum heutigen Haustier und zur Raubkatze zeigt die Ausstellung, wie unterschiedlich Katzen wahrgenommen werden. Anhand internationaler Exponate, zeitgenössischer Kunst und digitaler Katzeninhalte aus Hamburg werden ihre widersprüchlichen Rollen zwischen Niedlichkeit, Nutzen, Heiligkeit und Aberglauben dargestellt.

Zu #seeforfree findet um 13:30 Uhr eine Rap-Führung durch die Ausstellung „Katzen“ und „Pippis Papa“ statt.

Katzen! – MARKK Museum am Rotherbaum


Auch das Bucerius Kunst Forum beteiligt sich bei #seeforfree. Hier kann die Ausstellung "Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland" besucht werden.
Auch das Bucerius Kunst Forum beteiligt sich bei #seeforfree. Hier kann die Ausstellung „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“ besucht werden.

Museums-Geheimtipps

Zaubermuseum Bellachini

Das Museum Bellachini ist Deutschlands einziges Museum für Zauberkunst. Grundlage ist die umfangreiche Sammlung des Zauberkünstlers Wittus Witt. Zu den Ausstellungsstücken gehören historische und seltene Zauberkästen, von denen einige selbst ausprobiert werden können. Die Sammlung umfasst über 4.000 Bücher und Zeitschriften, mehr als 2.000 Zauberkästen, rund 1.200 Plakate sowie zahlreiche Kataloge, Programmhefte und weitere historische Dokumente zur Zauberkunst.

Die aktuelle Ausstellung „Zauberkunst in der Literatur“ widmet sich der Frage, wie Schriftsteller die Welt der Illusion beschreiben. Gezeigt werden hierzu Buchcover, Illustrationen und Szenenfotos aus Theaterinszenierungen. Eine Hörstation mit Texten, u. a. von Thomas Mann, ergänzt die Ausstellung.

Zaubermuseum Bellachini – Hansaplatz 8, 20099 Hamburg


Medizinhistorisches Museum Hamburg

Das Medizinhistorische Museum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt die Entwicklung der Medizin und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Dauerausstellung geht es um Fortschritte in der Mikroskopie, in der Narkose, bei der Arzneimittelforschung oder bei bildgebenden Verfahren. Aber es wird auch die Bedeutung von Krankenpflege, sauberem Trinkwasser, Mutterschutz und Säuglingsfürsorge für die Bevölkerung thematisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Medizin im Nationalsozialismus und der Verantwortung von Ärzten bei Krankenmorden und Genozid.

Zu #seeforfree gibt es diverse Vorträge und Rundgänge, etwa durch die aktuelle Sonderausstellung „Lenins Tod. Eine Sektion“.

Medizinhistorisches Museum Hamburg – Martinistraße 52, 20246 Hamburg


WAI Woods Art Institute

Im Osten von Hamburg liegt das Woods Art Institute, eingebettet in einen Landschafts- und Skulpturenpark. In den WAI Galleries ist aktuell die Ausstellung „What Paradise!?“ zu sehen, die sich mit der Vorstellung des Paradieses in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit und politischer Veränderungen beschäftigt. Gemälde von Dimitris Tzamouranis treten hier in Dialog mit Werken der Sammlung Reinking sowie mit Skulpturen, Fotografien und Arbeiten auf Papier. Die Kunstwerke, u.a. von Terence Koh, Jake Chapman, Magda Krawcewicz und Maria Gilbert, thematisieren Körperlichkeit, Erinnerung, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Wirklichkeit. Durch die Ausstellung führen u.a. der Sammler und WAI Gründer Rik Reinking sowie der Künstler Dimitris Tzamouranis.

Während #seeforfree öffnen zudem einige Kunstschaffende ihre Ateliers und gewähren in den WAI Studios einen Einblick in ihre Arbeitsprozesse und beantworten bei Interesse Fragen von Besuchenden.

WAI Woods Art Institute – Golfstraße 5, 21465 Wentorf bei Hamburg


Beim "Carillonkonzert" werden zu #seeforfree die 51 Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai zu hören sein.
Beim „Carillonkonzert“ werden zu #seeforfree die 51 Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai zu hören sein.

#seeforfree, Samstag 31.10.2026

Insgesamt 49 Hamburger Museen beteiligen sich zum Reformationstag an der Aktion #seeforfree und bieten freien Eintritt sowie zahlreiche kostenlose Veranstaltungen. Für einige Führungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.


Bilder: Angelika Schoder – Hamburg, 2025


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Angelika Schoder

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