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Curious Alice: Das V&A lädt ins VR-Wunderland

Das Londoner Victoria and Albert Museum bietet mit „Curious Alice“ einen Virtual Reality Blick in die Welt von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“.

Dass die Geschichte von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ sich eher wie ein psychedelischer Trip liest, stellte schon die Band Jefferson Airplane in ihrem Song „White Rabbit“ von 1967 fest. Wer das „Weiße Kaninchen jagt“, so wie Alice zu Beginn ihrer Geschichte, begibt sich in eine andere Realität. In den ’60ern wurde Alice so zu einer Chiffre für den Konsum von psychoaktiven Substanzen. Heute öffnet das Londoner Victoria and Albert Museum mit „Curious Alice“ hingegen die Tür in die Virtuelle Realität (VR). Im Vorfeld der Ausstellung „Alice: Curiouser and Curiouser“, die im Frühjahr 2021 eröffnet werden soll, stellt das V&A eine von Illustratorin Kristjana Williams gestaltete interaktive Welt vor, in der man sich auf die Spuren von Carrolls Protagonistin begibt.


Ein Treffen mit der mysteriösen, Wasserpfeife-rauchenden blauen Raupe in der VR-Welt von "Curious Alice"
Ein Treffen mit der mysteriösen, Wasserpfeife-rauchenden Blauen Raupe in der VR-Welt von „Curious Alice“.

Screenshot aus „Curious Alice“, ein VR-Erlebnis von V&A und HTC Vive Arts mit Illustrationen von Kristjana S. Williams (Copyright © V&A Museum London, 2020)

„‚Alice: Curiouser and Curiouser‘ reflects the global impact and legacy of the Alice books across creative disciplines. Since their creation the Alice books, with their mind-blowing ideas and concepts, have been a source of inspiration for new technologies from silent film to CGI.“

Kate Bailey, Kuratorin des V&A Museum

„Alice: Curiouser and Curiouser“ im V&A London

Am 27. März 2021 soll die lange geplante und wegen der Corona-Pandemie verschobene Ausstellung „Alice: Curiouser and Curiouser“ eröffnen. Begleitend zur Ausstellung vor Ort in London bietet das V&A Museum auch eine Möglichkeit, den Spuren von Alice in eine virtuelle Welt zu folgen. Im Museum wird im Rahmen der Ausstellung das VR-Erlebnis „A Curious Game of Croquet“ angeboten, und zwar im Abschnitt „Die Inszenierung von Alice“. Hier widmet sich das Museum der Darstellung der Geschichte von „Alice im Wunderland“ auf der Bühne und auf der Leinwand.

Mithilfe von Vive Cosmos Headsets werden Besucher hier in der Virtuellen Realität durch Spiegel-ähnliche Portale in die Welt der Herz-Königin befördert. Hier können sie nicht nur mit den Figuren aus Lewis Carrolls Büchern interagieren, sondern müssen auch gegen die Königin Crockett spielen – natürlich stilecht mit Igeln als Bällen und Flamingos als Schlägern.


Wer dem Weißen Kaninchen folgt, begibt sich auf einen psychedelischen Trip
Wer dem Weißen Kaninchen in die Welt von „Curious Alice“ folgt, begibt sich auf einen psychedelischen Trip.

Screenshot aus „Curious Alice“, ein VR-Erlebnis von V&A und HTC Vive Arts mit Illustrationen von Kristjana S. Williams (Copyright © V&A Museum London, 2020)

Eine Ausstellungs-Preview als VR-Erlebnis

Bereits im Vorfeld der Ausstellung wurde vom V&A zu einer digitalen Veranstaltung am 22. Oktober 2020 eingeladen. Das VR-Event fand in einer Umgebung statt, welche die Räumlichkeiten des Museums mit den Landschaften und Charakteren von „Alice im Wunderland“ vereint. Wer an der Veranstaltung teilnehmen wollte, musste im Vorfeld die Engage-App herunterladen und hier einen Avatar erstellen. Während der Veranstaltung konnten Teilnehmer dann in die Welt von Alice eintreten und mit anderen Nutzern interagieren.

Wie bei einem klassischen Preview-Event gab es auch eine Einführung der Kuratorin: Kate Bailey stellte die fünf Schwerpunktbereiche der Ausstellung „Alice: Curiouser and Curiouser“ vor. Dabei wurden Objekte der Ausstellung im Raum materialisiert und die VR-Umgebung veränderte sich kontinuierlich, etwa in einen See aus Tränen oder einen Flur mit Türen. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit HTC Vive Arts, den Produzenten Preloaded und der VR-App Engage durchgeführt. Auf dem YouTube-Kanal des V&A Museums wurde das Event zudem live übertragen und kann auch nach der Veranstaltung hier noch angeschaut werden.


Screenshot aus der VR-Peäsentation des V&A mit Kuratorin Kate Bailey
Kuratorin Kate Bailey bietet im Rahmen einer VR-Präsentation einen Ausblick auf die Ausstellung „Alice: Curiouser and Curiouser“ im V&A.

(Screenshot der VR-Pressekonferenz vom 22.10.2020 via Engage)
Screenshot aus der VR-Peäsentation des V&A mit Kuratorin Kate Bailey
Lewis Carrolls Alice-Geschichten wurden mehrfach verfilmt. Das V&A beleuchtet diese Verfilmungen, u.a. die von Disney aus den 50ern.

(Screenshot der VR-Pressekonferenz vom 22.10.2020 via Engage)
Screenshot aus der VR-Peäsentation des V&A mit Kuratorin Kate Bailey
Auch zeitgenössische Kunstakteure haben sich von „Alice im Wunderland“ zu vielfältigen Werken inspirieren lassen, wie das V&A zeigt.

(Screenshot der VR-Pressekonferenz vom 22.10.2020 via Engage)
Screenshot aus der VR-Peäsentation des V&A mit Kuratorin Kate Bailey
Vor allem in den 1970ern wurde die Geschichte von Alice in der Pop-Kultur aufgegriffen, auch von verschiedenen Musikern, etwa die Beatles.

(Screenshot der VR-Pressekonferenz vom 22.10.2020 via Engage)

Screenshot aus der VR-Peäsentation des V&A mit Kuratorin Kate Bailey
„Alice im Wunderland“ inspirierte auch eine Reihe an Designern zu Mode im Look von Alice und in Anlehung an Carrolls weitere Charaktere.

(Screenshot der VR-Pressekonferenz vom 22.10.2020 via Engage)
Screenshot aus der VR-Peäsentation des V&A mit Kuratorin Kate Bailey
Im Vorfeld der Ausstellung, die im V&A Museum im Frühjahr 2021 eröffnen wird, gibt es bereits das VR-Erlebnis „Curious Alice“.

(Screenshot der VR-Pressekonferenz vom 22.10.2020 via Engage)


„‚Curious Alice‘ encourages audiences to reward their curiosity by navigating a fantastical landscape, interacting with the book’s famous characters and completing a series of curious challenges.“

Kate Bailey, Kuratorin des V&A Museum

Die VR-Anwendung „Curious Alice“

Für alle, die die Ausstellung „Alice: Curiouser and Curiouser“ nicht vor Ort in London besuchen können oder für diejenigen, die einfach mehr Zeit in der psychedelischen VR-Welt verbringen möchten, veröffentlicht das V&A Museum die VR-Anwendung „Curious Alice“. Die farbenfrohe Gestaltung stammt von der isländischen Künstlerin Kristjana Williams; die Illustrationen wurden extra für das V&A Museum erstellt. Nutzer können hier die Abenteuer von „Alice im Wunderland“ selbst erleben, die VR-Welt frei erkunden und mit den Figuren von Lewis Carroll interagieren. Immer an der Seite der Nutzer steht das Weiße Kaninchen als persönlicher Begleiter.

Doch die VR-Anwendung „Curious Alice“ ist nicht nur ein farbenfrohes Erlebnis, sondern auch ein unterhaltsames Spiel. Die Nutzer können hier verschiedene Aufgaben lösen: möglichst schnell soll der verlorene Handschuh des Weißen Kaninchens gefunden werden, die Blaue Raupe stellt schwierige Rätsel, die gelöst werden wollen, und die Herz-Königin muss im Crockett besiegt werden.


"Ab mit ihrem Kopf!": In der VR-Welt von "Couriuos Alice" trifft man beim Crockett die Herz-Königin
„Ab mit ihrem Kopf!“: In der VR-Welt von „Couriuos Alice“ trifft man beim Crockett die Herz-Königin.

Screenshot aus „Curious Alice“, ein VR-Erlebnis von V&A und HTC Vive Arts mit Illustrationen von Kristjana S. Williams (Copyright © V&A Museum London, 2020)

Alice: Curiouser and Curiouser

Victoria and Albert Museum, London
ab 27.03.2021

„Curious Alice“ kann ab 22. Oktober 2020 über VivePort und andere VR-Plattformen heruntergeladen werden.


Header-Bild: Screenshot aus „Curious Alice“, ein VR-Erlebnis von V&A und HTC Vive Arts mit Illustrationen von Kristjana S. Williams (Copyright © V&A Museum London, 2020)


Über die Autorin

Bei mus.er.me.ku schreibt Angelika Schoder über Themen zur Digitalisierung, über Museen und Ausstellungen sowie über Reise- und Kultur-Tipps.