Infografik: Wie funktioniert eine Blogparade?

Immer häufiger stolpert man in Social Media über den Begriff bzw. das Hashtag Blogparade. Hinter dem Phänomen verbirgt sich dabei wahrscheinlich eine der Besten Chancen für (Kultur-)Institutionen und Wissenschaftler, sich online miteinander zu vernetzen und auf sich und eigene Projekte aufmerksam zu machen.

 

Wie funktioniert eine Blogparade? Diese Infografik gibt einen Überblick (Bild: Angelika Schoder)
Infografik: Angelika Schoder


Ablauf:

  • Ein Blogger gibt ein Thema vor, erläutert in einem Blogbeitrag die Teilnahmebedingungen und legt einen Zeitraum fest, wie lange die Blogparade dauert.
  • Innerhalb dieser festgelegten Zeit haben andere Blogger die Möglichkeit, zum festgelegten Thema einen Beitrag in ihrem eigenen Blog zu schreiben.
  • Dann reichen sie den Beitrag ein, indem sie ihren Beitrag mit dem Aufruf verlinken und zusätzlich einen Link zu ihrem Blogbeitrag in die Kommentare unter den Aufruf posten.
  • Meist geben die Initiatoren auch denen die Möglichkeit teilzunehmen, die selbst keinen Blog haben. Sie können einen kleinen Text zum vorgegebene Thema verfassen und in den Kommentaren unter dem Blogparade-Aufruf posten.
  • Der Initiator nimmt die eingereichten Beiträge entgegen, listet sie mit Verlinkung unter seinem Aufruf-Beitrag auf  und macht über seine Social Media Kanäle auf jeden eingereichten Beitrag aufmerksam.
  • Am Ende der Blogparade zieht der Initiator nochmals  ein Resümee in einem Blogbeitrag. Er kann auch alle eingereichten Beiträge zu einer Übersicht zusammenstellen, entweder in einer Blogroll, also der Aufnahme aller teilnehmenden Blogs in einer Linkliste im eigenen Blog, oder in der Erstellung einer Übersicht auf einer anderen Social Media Plattform.

 

Und Blogstöckchen?

Der Unterschied zu einem Blogstöckchen, einer anderen beliebten Möglichkeit Blogs miteinander zu vernetzen, besteht darin, dass dort gezielt bestimmte Blogs zur Teilnahme nominiert werden. Diese müssen dann fest vorgegebene Fragen beantworten, wenn sie teilnehmen – also das Blogstöckchen „fangen“. Eine Blogparade hingegen ist viel freier angelegt. Jeder kann sich an einer Blogparade beteiligen, denn meist ist das vorgegebene Thema so offen formuliert, dass man es für seinen eigenen Blogbeitrag gut anpassen kann.

Nachtrag zum Blogstöckchen: Wie Tanja Praske in einem Kommentar richtig angemerkt hat, kann ein Blogstöckchen auch von jedem der Interesse hat aufgenommen werden. Man muss also nicht zwangsläufig nominiert sein. Natürlich können bei einem aufgegriffenen Blogstöckchen die Fragen auch verändert werden.

 

Eine Blogparade als Chance zur Vernetzung

Es gibt viele Vorteile, sowohl für den Initiator als auch für die Teilnehmer. Initiatoren sollten idealerweise bereits gut (in Social Media) vernetzt sein, um der Blogparade eine große Reichweite zu ermöglichen. Sie pflegen durch den Start einer Blogparade bestehende Kontakte, können aber ihre Reichweite und Vernetzung auch dadurch zusätzlich steigern, da mit jedem teilnehmenden Blog auch wieder die Kontakte dieses Teilnehmers von der Blogparade erfahren und auf den Initiator aufmerksam werden. Teilnehmer profitieren wiederum von der bestehenden Reichweite des Initiators, der ihre Blogbeiträge bewirbt und sie somit seinem gesamten Netzwerk zugänglich macht. So kann sich auch das Netzwerk eines Teilnehmers vergrößern.

Die Teilnahme an einer Blogparade bietet somit besonders für Institutionen und Wissenschaftler eine gute Chance, die über noch kein großes Netzwerk verfügen, sich aber gerne in Social Media weiter vernetzen und auf sich aufmerksam machen möchten.

 

Header-Bild: Angelika Schoder, Hamburg 2015

8 Antworten auf „Infografik: Wie funktioniert eine Blogparade?“

  1. Liebe Angelika,

    vielen Dank für die Erwähnung und das Lob. Vor allem freut mich dein Feedback zur #Blogparade #KultTipp. Ich sehe zwar meine Zahlen klettern, aber ich weiß nicht, wie sich das bei den Teilnehmern auswirkt, wenngleich es natürlich grundsätzlich eine „win-win-Sache“ sein kann, wenn beide Seiten es richtig machen.

    Was mir noch fehlt ist, dass die Teilnehmer sich untereinander noch mehr austauschen s. dazu meinen Post: http://www.tanjapraske.de/2013/03/20/10-tipps-fur-die-erfolgreiche-teilnahme-an-einer-blogparade/
    Rate mal, wer die Anleitung zu Blogparaden bei den Kulturkonsorten geschrieben hat 🙂

    Stimmt, mittlerweile sind es fünf Museen (Lenbachhaus und Historisches Museum Frankfurt) und ein Theater, die mitmachen – das ist spitzenmäßig und freut mich sehr!

    Bezüglich des Blogstöckchens noch eine Ergänzung: neben den Nominierten darf sich jeder, der will, das Stöckchen schnappen und bearbeiten. Schau mal woher dein #Blogstöckchen stammt: http://bit.ly/1yM6ypR 🙂

    Es wäre toll, wenn noch mehr Wissenschaftler die Chancen von Blogparaden ergreifen. Bei meiner allerersten Blogparade #KulturEr (2013) nutzten einige diese Möglichkeit. Dieses Mal seit ihr immerhin zu dritt und wer weiß, was bis zum 26.10.14 noch passiert.

    Herzlich,
    Tanja

    1. Hallo Tanja,

      bitte entschuldige die späte Antwort – dein Kommentar hat sich in einer Liste aus Asia-Spam im Spamordner versteckt. Scheinbar schlägt das Programm schon bei 2 Links im Kommentar an – leider auch bei echten Kommentaren! :-/

      Ich kann nur nochmal gerne bestätigen, dass die Teilnahme an deiner Blogparade sich sehr positiv auf die Zugriffe zu unserem Beitrag ausgewirkt hat. Darüber in diesem Blogbeitrag zu schreiben und auch die MusErMeKu-Blogleser zur Teilnahme an deiner Blogparade aufzufordern, ist daher gewissermaßen ein Dankeschön für die Unterstützung, die du allen Teilnehmern am #KultTipp zukommen lässt.

      Ich hoffe, dass sich in Zukunft mehr Wissenschaftler mit ihrem Blog an Blogparaden beteiligen – schade, dass sie beim #KultTipp so zurückhaltend waren!

      Danke auch für den Tipp zur Möglichkeit, ein Blogstöckchen selbst aufzugreifen – ich ergänze es gerne im Text!

      Viele Grüße
      Angelika

  2. Liebe Angelika,
    vielen Dank für diesen Grundlagen-Beitrag, die sind immer sehr wichtig. Das Museum Burg Posterstein fühlt sich geehrt, als „namhafte Institution“ mit aufgelistet zu sein!
    Mir persönlich sind auch noch so genannte „Linkpartys“ begegnet, die ebenfalls Links zu Blogposts zu einem bestimmten Thema bis zu einer Deadline sammeln. Diese nutzen oft Tools wie InLinkz, wo die Teilnehmer ihren Blogpost gleich selbst einpflegen können. Allerdings hab ich oft erlebt, dass die Linkpartys nicht so intensiv beworben und zusammengefasst werden. Tanja macht sich ja immer wahnsinnig viel Arbeit!

    Alles in allem sind Blogparaden u.ä. wirklich eine gute Chance zur Vernetzung. Toll fände ich einen zentralen Kalender über laufende Blogparaden im Kulturbereich (Freiwillige vor!).

    Viele Grüße,

    Marlene

    1. Liebe Marlene,

      ich finde es toll, dass ihr euch mit Kulturbloggern so gut vernetzt und regelmäßig kommentiert. Es wäre wünschenswert, wenn sich auch andere Museen an euch ein Beispiel nehmen würden.
      Blogparaden sind eine nachhaltige und oft auch qualitativ hochwertige Art sich zu verlinken. Im Gegensatz dazu finde ich wahllose Verlinkungsaktionen aber eher schwierig – schon alleine aus SEO-Perspektive. Google & Co. erkennen die Art einer Verlinkung sehr genau und bewerten auch deren Qualität. Eine Blogparade erzeugt hier qualitativ hochwertige Vernetzung für beide Seiten – wilde Linksammlungen hingegen schaden nur. Insofern würde ich davon abraten.

      Viele Grüße, Angelika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.