[Kultur-Tipp] Als das Museum Kunstpalast in Düsseldorf am 1. April 2026 einen „Dog Day“ ankündigte, also einen Tag, an dem jeder seinen Vierbeiner mit ins Museum bringen darf, hielten viele das für einen Scherz. Hunde sind normalerweise in Museen nicht erlaubt und verständlicherweise reagierten einige Menschen in Social Media zunächst skeptisch. Der Beitrag erzielte vor allem bei Instagram große Aufmerksamkeit, viel Vorfreude und die Hoffnung: „Bitte lass das kein Aprilscherz sein!“. Tatsächlich, es ist kein Scherz. Das Museum bestätigte die Ankündigung und betont auf seiner Website: „Herzlich willkommen: Unsere Freunde auf vier Pfoten mit ihren Besitzer*innen“. Besuchende sind am Internationalen Tag des Hundes am 26. August 2026 dazu eingeladen, nach der Gassi-Runde im Düsseldorfer Hofgarten einen Abstecher in den Kunstpalast zu machen und sich hier die Sammlungspräsentation „Alles Kunst?!“ anzuschauen. Die tierischen Begleitungen brauchen an dem Tag auch kein extra Ticket, es wird nur darum gebeten, die Hunde beim Museumsbesuch an der Leine zu führen. Doch es gibt auch jenseits des Internationalen Hundetages Museen, die Hunde willkommen heißen…

Dürfen Hunde ins Museum?
Museen gelten für viele noch immer vor allem als Orte der stillen Auseinandersetzung mit Kunst und kulturellen Themen. Dass in diesem Umfeld Hunde willkommen sein könnten, erscheint einigen zunächst widersprüchlich, das zeigten auch zahlreiche Reaktionen auf die Ankündigung des „Dog Day“ im Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Manche befürchteten, dass die Hunde in die Ecken pinkeln könnten, dass sie Objekte umrennen würden oder mit anderen Hunden aneinandergeraten könnten. Es wird von einigen Kommentatoren angenommen, dass sich die Vierbeiner grundsätzlich nicht benehmen könnten und im Museum stören würden. Andere betonten in den Social-Media-Kommentaren, Museen seien generell kein angenehmer Ort für Hunde und ein Spaziergang im Wald oder im Park wäre deutlich geeigneter für die Tiere als der Besuch einer Ausstellung.
Doch verschiedene Pilotprojekte der letzten Jahre haben gezeigt, dass ein Umdenken möglich ist. Zur Ausstellung „Wir kommen auf den Hund!“ im Jahr 2015 im Berliner Kupferstichkabinett durften zum Beispiel auch Hunde vorbeikommen und sich anschauen, wie ihre Artgenossen in den Werken von Albrecht Dürer, Rembrandt oder Otto Dix dargestellt wurden. Die „Führungen für Hunde mit Begleitern am anderen Ende der Leine“ waren ein voller Erfolg und wurden nicht nur von den Besuchenden gelobt, sondern sorgten auch in den Medien für viel positive Berichterstattung.
Auch das Bremer Geschichtenhaus führte bereits 2015 Führungen mit Hunden durch; die Mitarbeitenden wurden dafür extra von einer Hundetrainerin geschult und hielten Leckerlis für die vierbeinigen Besuchenden bereit. Das Neanderthal Museum in Mettmann lädt sogar bereits seit 2012 zum „DoggyDay“ ein, und das an jedem ersten Freitag im Monat. Diese Beispiele zeigen, dass Führungen, bei denen Hunde mitgebracht werden dürfen, neue Zugänge für Tierhalter eröffnen und für Abwechslung im Bildungs- und Vermittlungsangebot sorgen können.

Hunde als Museumsbesucher
In Museen gilt grundsätzlich das Hausrecht der Institutionen, sie können die Mitnahme von Hunden erlauben oder untersagen. In der Regel ist aus Gründen der Barrierefreiheit für Assistenzhunde der Zutritt zu Museen erlaubt, um ihren Besitzern den Zugang zu Ausstellungen zu ermöglichen. Aber Museen sollten auch darüber hinaus darüber nachdenken, Menschen mit ihren Vierbeinern den Zutritt zum Museum zu gewähren, zumindest zu bestimmten Terminen.
Denn allein in Deutschland leben über zehn Millionen Hunde. Sie sind für viele Menschen enge Familienmitglieder und sollen natürlich auch an der Freizeitgestaltung teilhaben. Für zahlreiche Halterinnen und Halter ist es daher schlicht ein Ausschlusskriterium, wenn Kulturorte ihre Tiere grundsätzlich verbieten. Wer den Hund nicht anders unterbringen kann oder alleine lassen will, entscheidet sich im Zweifel gegen einen Museumsbesuch. Wenn Museen für diese Zielgruppe bestimmte Termine für Besuche mit Hunden anbieten, zeigen sie, dass kulturelle Teilhabe nicht losgelöst vom Alltag der Menschen gedacht wird.
Hunde können außerdem zum Vermittlungsanlass werden. Auch wenn es nicht immer so eindeutig ist wie in der Ausstellung „Wir kommen auf den Hund!“ im Berliner Kupferstichkabinett, so finden sich vor allem in Kunst- und Kunstgewerbemuseen häufig Darstellungen mit Hunden, die bei Führungen mit Vierbeinern explizit thematisiert werden können. Vielleicht findet ja eine anwesende Fellnase ihr Ebenbild in einer ausgestellten Skulptur oder in einem Gemälde? Der Trend der Museums-Doppelgänger muss sich ja nicht nur auf Menschen beschränken.

Zugang mit Hunden ermöglichen
Natürlich werden klare Rahmenbedingungen benötigt, damit Führungen mit Hunden in Museen erfolgreich stattfinden können. Im Vordergrund muss die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten stehen. Museen, die Führungen mit Hunden anbieten, beschränken die Gruppengröße meist deutlich und die teilnehmenden Hunde müssen angeleint sein. Manchmal werden auch Maulkörbe vorgeschrieben, zumindest bei Hunden ab einer bestimmten Größe, und ein gültiger Impfausweis sollte vorzuweisen sein. Zudem haben die Guides im Idealfall selbst Erfahrung mit Hunden (oder eine Schulung erhalten) und ein paar Hunde-Snacks dabei.
Letztendlich müssen aber auch die Hundehalter selbst einschätzen können, ob ihr Hund für einen Museumsbesuch geeignet ist und sich zum Beispiel in neuen Umgebungen und in Anwesenheit mehrerer unbekannter Hunde wohl fühlt. Insbesondere wenn es sich um den Besuch eines Museumsgebäudes handelt und nicht um ein Freilichtmuseum, ist der Besuch vielleicht nicht für jeden Hund das Richtige. Im Notfall, sobald das Tier sich unwohl fühlt, besteht natürlich immer die Möglichkeit die Führung zu verlassen, was Besitzer auch in Anspruch nehmen sollten. Museen können hierfür Lagepläne zur Verfügung stellen, wie die Besuchenden dann schnellstmöglich zu einem Ausgang gelangen.
Grundsätzlich sollten Museen bei entsprechenden Hunde-Führungen versuchen, den Aufenthalt der Tiere so angenehm wie möglich zu gestalten. Es sollten zum Beispiel Trinkstationen in der Nähe der Ausstellungsräume bereitgestellt werden, besonders an heißen Tagen, und die Führungen sollten ausreichend Pausen einplanen. Vielleicht bietet sich dazu auch die Möglichkeit, in die Führungen Stationen im Innenhof oder im Außengelände eines Museums mit einzubauen. Außerdem können Museen auf ein ruhiges Umfeld achten, das heißt, das für die Hunde-Führungen ggf. Musik oder Filme in den Ausstellungsräumen abgestellt werden, um die Tiere in der neuen Umgebung nicht zusätzlich mit Reizen zu überfluten.
Für einige Museen könnten Führungen mit Hunden so zu einer festen Ergänzung im Vermittlungsangebot werden, das zum Beispiel monatlich oder einmal im Jahr zum Internationalen Tag des Hundes stattfinden kann.

Hier dürfen Hunde ins Museum
Bavaria Filmstadt, Geiselgasteig bei München
jährlicher Dog Day
Museum Kunstpalast, Düsseldorf
zum Internationalen Tag des Hundes
Müritzmuseum, Waren (Müritz)
Hunde sind im Museum jederzeit erlaubt
Neanderthal Museum, Mettmann
an jedem ersten Freitag im Monat (Feiertage ausgenommen), 14-18 Uhr
Westfälische Salzwelten, Bad Sassendorf
an jedem ersten Donnerstag im Monat, 13-17 Uhr
Freilichtmuseen und Landschaftsparks
In Freilichtmuseen und Landschaftsparks dürfen Hunde oft in die Außenbereiche mitgenommen werden, aber sie erhalten meist keinen Zutritt zu den Gebäuden. Im Vorfeld sollte auf der jeweiligen Website des Museums nachgeschaut werden, wie hier die Zugangsregeln für Hunde sind.
Einige bieten auch Führungen explizit mit Hunden an:
UNESCO-Welterbe Zollverein, Essen
Kunstspaziergang mit Hund, Führung zu den Kunstobjekten auf Zollverein
Header-Bild: Frank Eugene: Junge Frau mit Hund (evtl. Dora Polster, um 1920) – Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie – CC BY-SA 4.0 – bearbeitet
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Bei musermeku schreibt Dr. Angelika Schoder über Themen zur Digitalisierung, über Museen und Ausstellungen sowie über Reise- und Kultur-Tipps.
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