Kunst und Kultur im Norden: Die schönsten Museen in Kopenhagen

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen hat unzählige Museen und Kulturinstitutionen zu bieten. Wer also jenseits von Touristenattraktionen wie der Lille Havfrue (Die kleine Meerjungfrau) und des Tivoli, einem der ältesten Freizeitparks der Welt, ein bisschen Kunst und Kultur erleben möchte, für den haben wir hier die schönsten Kulturorte und Museen in Kopenhagen aufgelistet:


Die Ny Carlsberg Glyptotek geht auf die Sammlung von Jacob Christian Jacobsen zurück

Ny Carlsberg Glyptotek

Die Ny Carlsberg Glyptotek wurde 1888 gegründet, als Carl Jacobsen (1842 – 1914) die Sammlung seines Vaters Jacob Christian Jacobsen der Öffentlichkeit stiftete. Das Kunstmuseum hat eine antike Sammlung mit ägyptischer, griechischer, etruskischer und römischer Kunst. Es sind überwiegend Skulpturen, die in Räumen gezeigt werden, die an antike Tempel erinnern. Die moderne Sammlung konzentriert sich auf dänische Malerei und Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts, sowie auf französische Kunst aus dieser Zeit. Das Museum besitzt über 40 Werke von Gauguin, 35 Skulpturen von Rodin, und eine komplette Reihe der Bronzen von Degas.

Das Besondere an dem Museum ist seine Architektur. Das Gebäude wurde nach einem Entwurf der Architekten Vilhelm Dahlerup und Hack Kampmann errichtet und umringt unter seiner zentralen Kuppel einen Wintergarten mit Palmen. Im sich anschließenden Neubau zeigt das Kunstmuseum wechselnde Sonderausstellungen. Ein besonderes Highlight ist hier die Dachterrasse, von der aus man einen Blick über den Tivoli hat, angeblich der meistbesuchte Vergnügungspark der Welt.


Ny Carlsberg Glyptotek

Dantes Plads 7, 1556 København
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Das SMK ist das größte Museum für Bildende Kunst in Dänemark

SMK – Statens Museum for Kunst

Das Staatliche Kunstmuseum – SMK ist die dänische Nationalgalerie. Mit seiner umfassenden Sammlung ist es das größte Museum für Bildende Kunst in Dänemark. Zur Sammlung gehört europäische Kunst von 1300-1800, aber auch dänische und nordische Kunst von 1750-1900, u.a. mit Werken von Vilhelm Hammershøi, C.W. Eckersberg und L.A. Ring. Französische Kunst von 1900-1930, u.a. mit Werken von Henri Matisse, Pablo Picasso und André Derain, bildet einen besonderen Schwerpunkt. Mit seiner Dauerausstellung zu dänischer und internationaler Kunst nach 1900 bietet das SMK zudem einen Überblick der neueren Kunstgeschichte vom Expressionismus und Surrealismus bis zur jüngsten Gegenwartskunst.

Das von Architekt Vilhelm Dahlerup (1836–1907) entworfene Museum, das 1897 eröffnet und 1998 durch einen Erweiterungsbau von Anna Maria Indrio (* 1943) ergänzt wurde, gehört zur grünen „Museumsinsel“ Kopenhagens. Parkmuseerne ist Kopenhagens Museumsdistrikt, der sechs Museen in drei historischen Parkanlagen umfasst: dem Königlichen Garten, dem Botanischen Garten und dem Østre Anlæg Park. Das Kombiticket für die Parkmuseen lohnt sich.


Statens Museum for Kunst

Sølvgade 48-50, 1307 København K
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Nordatlantens Brygge zeigt Gegenwartskunst aus den Färöer Inseln, Grönland und Island

Nordatlantens Brygge

Inmitten des Kult-Stadtteils Christianshavn liegt im Hafengebiet von Kopenhagen dieses Kunstmuseum. Seit 2003 sind in einem ehemaligen Speicher hier Ausstellungen von Gegenwartskunst aus den Färöer Inseln, Grönland und Island zu sehen. Gleichzeitig ist Nordatlantens Brygge ein Kulturzentrum, in dem auch Konzerte, Filmabende, Tanz-Aufführungen, Workshops und andere Events stattfinden. Sogar die isländische Botschaft sowie die Vertretungen Grönlands und der Färöer Inseln sind in dem Speichergebäude untergebracht.

Die historischen Räumlichkeiten aus dem 16. Jahrhundert bilden einen beeindruckenden Rahmen für die Werke zeitgenössische Künstler, von denen man oft bisher noch nichts gehört hat. Definitiv ein Geheimtipp für alle, die Lust haben, nordatlantische Kunst zu entdecken.


Nordatlantens Brygge

Strandgade 91, 1401 København
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Die Szenografie im Designmuseum ist ebenso erstklassig, wie die Designobjekte

Designmuseum Danmark

Dänisches Design, insbesondere Möbeldesign, ist legendär. Allen voran sind es Sitzmöbel, die mittlerweile zu Kultobjekten für alle Designliebhaber geworden sind. Kein Wunder also, dass sich das Dänische Designmuseum in einer seiner Dauerausstellungen der vielfältigen Welt der Stühle widmet, und zwar dem „Goldenen Zeitalter“ des futuristischen dänischen Designs, von 1920 bis 1970.

Neben Möbeln verschiedener Stilrichtungen und Epochen, befasst sich das Museum auch mit zeitgenössischem Design. In der Dauerausstellung „Danish Design Now“ geht es um Produktdesign, Grafikdesign, Mode und Design für den öffentlichen Raum. Das Designmuseum gibt einen Überblick über die Tendenzen, die sich in Dänemark im 21. Jahrhundert im Dialog mit internationalen Strömungen herausgebildet haben. Hier treffen Design und Handwerk aufeinander. Ob Inneneinrichtung, Gebrauchsgegenstände oder Kleidung – technologische Entwicklungen, neue Materialien und andere Verarbeitungsweisen eröffnen dem Design neue Möglichkeiten.


Designmuseum Danmark

Bredgade 68, 1260 København
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Fast 2.000 Objekte umfasst die Sammlung Hirschsprung

Den Hirschsprungske Samling

Das Kunstmuseum geht auf den Sammler Heinrich Hirschsprung (1836–1908) zurück, der einer Familie mit jüdisch-deutschen Wurzeln entstammte. Seine umfangreiche Sammlung umfasst alle namhaften dänischen Künstler des sogenannten „Goldenen Zeitalters“ (Den Danske Guldalder). Die künstlerische Epoche von 1800 bis 1850 wird repräsentiert durch Werke von u.a. Christen Købke, Martinus Rørbye, P.C. Skovgaard und Johan Thomas Lundbye. Die Epoche von 1870 bis 1890, der sogenannte „Moderne Durchbruch“ (Det Moderne Gennembrud), wird repräsentiert durch die Skagen-Maler und die Maler des Dänischen Symbolismus, wie P.S. Krøyer oder Vilhelm Hammershøi.

Für die fast 2.000 Objekte umfassende Sammlung Hirschsprung wurde im Park Østre Anlæg von 1908 bis 1911 ein Museumsgebäude errichtet. Erbaut wurde es im Stil des Klassizismus nach Plänen von Hermann Baagøe Storck (1839–1922). Heute ist das Museum, das direkt hinter dem Statens Museum for Kunst liegt, ein Teil der Parkmuseerne.


Den Hirschsprungske Samling

Stockholmsgade 20, 2100 København
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Das Rathaus von Kopenhagen ist öffentlich zugänglich und der Besuch kostet keinen Eintritt

Københavns Rådhus

Das Kopenhagener Rathaus wurde von Martin Nyrop (1849 – 1921) entworfen. Das Gebäude ist das sechste Rathaus der Stadtgeschichte und wurde von 1892 bis 1905 im Stil der „Nationalromantik“ errichtet. Die Dekorationen im und am Gebäude sind inspiriert von heimischen Pflanzen und Tieren. Wände, Treppenhäuser und Decken sind verziert mit Quallen, Möwen, Seetang und Krähen. Besonders sehenswert ist der Hochzeitssaal des Rathauses. Die Wände des Saals wurden vom dänischen Maler und Bildhauer Joakim Frederik Skovgaard (1856 – 1933) gestaltet. Zu sehen sind hier Szenen aus der mittelalterlichen Ballade „Der junge Svejdal“, gemalt im Stil alt-italienischer Fresken.

Das Rathaus ist öffentlich zugänglich und der Besuch kostet keinen Eintritt. Bei Interesse können Führungen durch die Räumlichkeiten gebucht werden, ebenso wie eine Besteigung des Rathausturms. Für den Ausblick über die Stadt muss man 300 Treppenstufen erklimmen.


Københavns Rådhus

Rådhuspladsen 1, 1599 København
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Wegen seiner dunklen Fassade wird die Bibliothek auch als der „Schwarze Diamant“ bezeichnet

Det Kongelige Bibliotek

Die Königliche Bibliothek ist die Nationalbibliothek Dänemarks. Es ist die größte und bedeutendste Bibliothek Skandinaviens, die fast alle Publikationen umfasst, die in Dänemark seit dem 17. Jahrhundert publiziert wurden. Die Bibliothek wurde 1648 von König Frederik III. gegründet und im Jahr 1793 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1999 wurde ein Erweiterungsbau am Hauptstandort auf dem Slotsholmen eröffnet, der wegen seiner dunklen Fassade auch als der „Schwarze Diamant“ (Den sorte diamant) bezeichnet wird. Die Bibliothek beherbergt neben einem Teil der Bibliotheksbestände auch einen Konzertsaal und verschiedene Ausstellungsräume.

Nationalmuseums für Fotografie

In der Bibliothek finden regelmäßig Sonderausstellungen des Nationalmuseums für Fotografie statt. Dessen Sammlung reicht bis zur Erfindung der Fotografie ins Jahr 1839 zurück, wobei der Schwerpunkt auf dänischen und internationalen Fotografien aus dem 19. Jahrhundert liegt. Doch auch Werke des 20. Jahrhundert und Fotografien zeitgenössischer Künstler sind vertreten.

Museum für Dänische Cartoonkunst

Weitere Ausstellungsräume werden vom Museum für Dänische Cartoonkunst genutzt. Die Sammlung des Museums konzentriert sich auf Cartoons, die in gedruckten Medien wie dänischen Zeitungen, Zeitschriften und anderen Publikationen veröffentlicht werden, sowie Presse-Cartoons aus elektronischen Nachrichtenmedien. Bislang hat das Museum mehr als 150.000 Original-Cartoons gesammelt, die die Geschichte der dänischen Cartoonkunst repräsentieren.

„Abramović Method for Treasures“

Bis zum März 2020 ist zudem noch die Ausstellung „Abramović Method for Treasures“ im ersten Obergeschoss der Bibliothek zu sehen. Die Ausstellung konzentriert sich auf eine exklusive Auswahl an historischen Büchern und Manuskripten aus der Sammlung der Bibliothek. Für ihre Installation hat die Künstlerin Marina Abramović eine Reihe von Ritualen, ein Audiosystem und spezielle Regale entwickelt, in die Bibliotheksbesucher sich setzen und legen können. Die Besucher sind so dazu aufgefordert, zu Darstellern in einer performativen Installation zu werden.


Det Kongelige Bibliotek

Black Diamond, Søren Kierkegaards Plads 1, 1221 København K
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Ein Highlight in den Königlichen Empfangsräumen des Schloss Christiansborg sind die Wandteppiche nach Skizzen von Bjørn Nørgaard

Christiansborg Slot

Das Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Zentrum von Kopenhagen. In seiner heutigen Form wurde das Gebäude in der Zeit von 1906 bis 1937 errichtet. Neben den Räumen des Parlaments Folketing befinden sich hier auch das Oberste Gericht, ein Dienstsitz des Ministerpräsidenten und die Königlichen Empfangsräume.

Ein Highlight in den Königlichen Empfangsräumen sind die Wandteppiche, die Königin Margrethe II zu ihrem 50. Geburtstag im Jahr 1990 geschenkt bekam. Die Gobelins von einer französischen Manufaktur wurden nach Skizzen von Bjørn Nørgaard (*1947) angefertigt. Zu sehen sind Szenen aus der nationalen und internationalen Geschichte mit einem Fokus auf die Wikingerzeit, das Mittelalter, den Absolutismus, die Reformation, den Zweiten Weltkrieg, die Gegenwart und sogar die Zukunft. Da die Fertigstellung 10 Jahre dauerte, konnten die Gobelins übrigens erst am 60. Geburtstag der Königin im Schloss Christiansborg aufgehängt werden. Wer mehr über die Motive der Gobelins erfahren möchte, findet alle Infos in einer App.


Christiansborg Slot

Prins Jørgens Gård 1, 1218 København
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Die Sammlung des Louisiana Museums umfasst mehr als 3.000 Kunstwerke

Louisiana Museum of Modern Art

Wer in Kopenhagen ist, sollte unbedingt auch dem Louisiana Kunstmuseum in Humlebæk einen Besuch abstatten. Das Museum liegt knapp 35 Kilometer nördlich von der dänischen Hauptstadt, direkt am Ufer des Öresund. Die verschiedenen Museumsgebäude sind in einem weitläufigen Park verteilt, der auch als Skulpturengarten dient. Der Name des Museums geht übrigens auf den Vorbesitzer des 1855 erbauten Haupthauses zurück: Alexander Brun (1814–93) hatte das Anwesen nach seinen drei Ehefrauen benannt, die alle den Vornamen Louise trugen.

Im Jahr 1958 wurde das private Museum durch den Gründer Knud W. Jensen eröffnet. Zunächst sollte vor allem moderne dänische Kunst ausgestellt werden, doch mit der Zeit wurden auch zunehmend Arbeiten zeitgenössischer und internationaler Künstler präsentiert. Inzwischen wird das Louisiana Museum durch eine Stiftung getragen. Die Sammlung des Kunstmuseums umfasst mehr als 3.000 Werke aus der Zeit nach 1945 und konzentriert sich u.a. auf den europäischen Nouveau Réalisme, amerikanische Pop Art, deutsche Kunst der 1980er und Skulpturen des 20. Jahrhunderts.


Louisiana Museum of Modern Art

Gl Strandvej 13, 3050 Humlebæk
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Bilder: Angelika Schoder – Kopenhagen und Humlebæk, 2018