Das Stadtmuseum Fürth

Nur wenige Kilometer von Nürnberg entfernt liegt die Stadt Fürth. Ein Ausflug hierher lohnt sich, nicht nur um das Jüdische Museum Franken zu besuchen. Besonders sehenswert ist auch das Stadtmuseum Fürth. Neben regelmäßigen Sonderausstellungen hat das Museum auch eine spannende Dauerausstellung zu bieten, die mit einigen Design-Besonderheiten aufwartet.

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Das Stadtmuseum Fürth und seine Dauerausstellung

Das Stadtmuseum Fürth befindet sich zwischen Hauptbahnhof und Rathaus, dadurch könnte es kaum einen zentraleren Standort haben. Die Dauerausstellung des Museums beleuchtet die 1.000-jährige Stadtgeschichte. Über diesen Zeitraum hinweg werden wirtschaftliche, demographische und kulturhistorische Aspekte betrachtet. Das Museum möchte dabei aber nicht nur historische Fakten vermitteln, sondern auch zum kommunikativen Zentrum der Stadt werden.

Die Geschichte Fürths beginnt mit der landwirtschaftlich geprägten Gründerzeit. Später entwickelten sich Handwerk und Handel. Schließlich wurde Fürth zur modernen Industriestadt. Die Dauerausstellung gliedert sich zu diesen Epochen in 10 Bereiche, die chronologisch aufbereitet sind. Hier geht es um die Landschafts- und Verkehrsentwicklung, aber auch um Handwerk und Industrie sowie um Sport. Wichtige Stationen sind der Nationalsozialismus, die Zeit des Wirtschaftswunders und schließlich auch die Prägung durch moderne Industrie.

Das Stadtmuseum Fürth zeigt zahlreiche Originalexponate, aber auch Reproduktionen. Aufgelockert wird die Darstellung durch Medieninstallationen und sogenannte Sinnesstationen.

Die Ausstellungsgestaltung

Die Dauerausstellung ist in zwei parallele Hälften geteilt: Der Hauptbereich stellt die Stadtgeschichte anhand einer chronologischen Linie graphisch dar. Diese erstreckt sich über die ganze mittlere Wand der Ausstellung. Die Dimensionen dieser Installation sind groß genug, dass sie sogar Bildmaterial, Vitrinen mit Exponaten und Bildschirme für Videomaterial beinhaltet. Die Zeitlinie ist auch ein Beispiel für noch einen positiven Aspekt der Ausstellung: eine klare Hierarchie der angebotenen Informationen. Dies erlaubt den Besuchern eine bessere Verwaltung der Zeit, die sie in den Ausstellungsrundgag investieren möchten, indem sie entscheiden können, wie vertieft sie sich mit einem Thema oder einer historischen Periode beschäftigen möchten.

Der Rest des Raumes ist mit Exponaten, Texten, Bildmaterial, Videoinstallationen usw. harmonisch besetzt. Diese Harmonie entsteht, indem die museographischen Strukturen klar definiert sind und trotzdem nicht monoton werden. Die Information fließt ohne zu langweilen. Die Narrative ist vielseitig genug, um die Aufmerksamkeit der Besucher zu bewahren. Die Ausstellung endet in der Gegenwart, auf einem Tisch mit mehreren Computern, auf denen man die bereits in der Ausstellung ausführlich dargestellten Inhalte noch erweitern kann.

Auf der anderen Seite der Wand mit der chronologischen Linie werden eine Reihe von Exponaten gezeigt und erklärt. Diese gehörten zu einer, vor der Eröffnung dieser Dauerausstellung bereits existierenden, Ausstellung über die Geschichte von Handwerk und Industrie in Fürth. Diese Hälfte der Ausstellung hat eine etwas altmodischere Struktur, sie integriert sich aber in die Chronologie des Museums und funktioniert als eine interessante Zugabe für die Ausstellung.

Zwei weitere Elemente, die ich erwähnenswert finde, sind die vor kurzer Zeit realisierten Erweiterungen der chronologischen Linie bis zum Jahr 2014, was den Eindruck widerlegt, die Ausstellung wäre etwas Versteinertes. Bemerkenswert sind auch die Geruchsstationen. Hierbei handelt es sich um Kisten, die, einmal aufgemacht, einen für ein gewisses Thema passenden Geruch verströmen. Es kann banal klingen, aber solche analogen Interaktionen sind extrem praktisch, um die akademische Atmosphäre eines kulturhistorischen Museums kurz zu unterbrechen.

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Stadtmuseum Fürth

Ottostraße 2, 90762 Fürth
Weitere Infos zum Museum


Bilder: Angelika Schoder, Fürth 2014