Instagram-Bots, schüchterne Bots und twitternde Bots

Nicht-Newsletter – Nr. 13, 03/2017

Frage des Monats
Wie manipuliert man mit Instagram-Bots?

Thema des Monats
Wenn Roboter Menschen meiden

Twitter des Monats
Bat of an Eye Bot

Instagram des Monats
As A Muse

Tumblr des Monats
Poorly Drawn Lines

Ein Newsletter, der kein Newsletter ist.

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Frage des Monats

Wie manipuliert man mit Instagram-Bots?

Bots haben sich bei Instagram längst zu einem festen Bestandteil der Plattform entwickelt. Liken, Folgen, Kommentieren – das wird bei Instagram von vielen Nutzern längst nicht mehr händisch und persönlich gemacht. Bots bieten sich statt dessen an, diese Interaktionen voll automatisch zu übernehmen. Das spart Zeit und Nerven – und ist wahnsinnig effizient. Dabei geht es nicht darum, einfach Phantom-Follower und Likes zu kaufen und so die eigenen Statistiken mit virtuellen Geistern in die Höhe zu treiben. Es geht statt dessen darum, echte Accounts auf sich aufmerksam zu machen und Menschen ein bisschen zu bauchpinseln, damit sie einem zurück folgen und zurück liken.

Skripte und Apps bei Instagram

GitHub bietet für jeden mit Programmierfähigkeiten nützliche Skripte zum Download an, damit diese die „harte Arbeit“ der Interaktion bei Instagram übernehmen. Doch auch Lieschen Müller muss auf die digitalen Helfer nicht verzichten, denn hierfür gibt es Apps, die man buchen kann. Für nur ein paar Dollar monatlich sorgen diese dafür, dass hunderte oder tausende Accounts auf das eigene Instagram Profil aufmerksam werden.

Statt sich auf das mühselige #follow4follow und #like4like zu konzentrieren, kann man seine Energie in guten Content investieren. Oder auch nicht. Bots wie Instagress, Crowdfire oder Archie karren einem im Prinzip verlässlich Follower in 4- bis 5-stelliger Höhe an, egal ob man den größten Murks postet. Wird nur lange genug hartnäckig geliked und gefolgt, knicken irgendwann viele ein und erwidern die Gefälligkeit. Schon wächst die Follower-Zahl.

Der Faktor Mensch als Schwachstelle

Die Apps versprechen, sich in ihrem Folgen, Kommentieren und Liken ebenso wie Menschen zu verhalten. Im Prinzip sollte nicht auffallen, dass eine Maschine die Arbeit übernimmt. Alles könnte so leicht, so unauffällig sein. Wenn da nur nicht der „Faktor Mensch“ wäre. Denn eines haben die Skripte und Bots für Instagram gemeinsam: Ein Mensch muss ihnen sagen, wie sie sich zu verhalten haben.

Und so kommt es dann vor, dass man ständig vom gleichen Account gefolgt und entfolgt wird, weil man nicht zurück folgt. Oder es werden alle Bilder mit einem bestimmten Hashtag geliked – jeden Tag eines, rückwirkend bis zum Start des Accounts. Sehr glaubwürdig. Gerne werden auch Kommentare hinterlassen, die so sinnvoll auf den Inhalt eines Bildes bezogen sind, als wären sie gewürfelt worden. Und das sind sie im Prinzip auch – „wow“ / „love your pic. check my profile“ / „awesome“ – einmal durch und dann von vorne.

Meine Freunde, die Bots

Wer meint, Bots für Instagram nutzen zu müssen (und das tuen z.B. in Österreich angeblich 80%-95% der „Influencer“), sollte sich wenigstens die Mühe machen, diese Bots echt wirken zu lassen. Wie wäre es sonst, wenn wir uns die Mühe machen, diese Accounts für ihren Kommentar-Spam oder ihre Follow/Unfollow-Nerverei zu blockieren?

Die interessantesten Reaktionen bekommt man übrigens auch, wenn man Personen oder Institutionen auf ihre Bot-Nutzung anspricht. Häufigste Antwort: „Ach so, ja da muss ich noch mal was umstellen. Danke fürs Bescheid sagen!“ Schön, wenn man wenigstens offen dazu steht, Bots zu nutzen. Aber auch irgendwie ziemlich traurig.

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Thema des Monats

Wenn Roboter Menschen meiden

Während die einen sich überlegen, wie sie zwischenmenschliche Interaktion an Maschinen outsourcen können, entwickelte der italienischer Künstler Norma Jeane jetzt einen Roboter, der Kontakt mit Menschen vermeidet. In einem Kunstprojekt durchstreift sein „Shybot“ die Kalifornische Sonora Wüste und macht dabei einen großen Bogen – sowohl um unüberwindbare Hindernisse, als auch um Menschen.

Im Rahmen der „Desert X Biennale“ (25.02. – 30.04.2017) streamt der „Shybot“ die Aufnahmen seiner Kamera an die The Lab Kunstgalerie nach San Francisco und zeigt dabei Bilder einer menschenleeren Umgebung. Der Roboter ist nun nicht mehr den Menschen ausgesetzt, die bisher seine Existenz bestimmt hatten. Gleichzeitig ermöglichen seine Videoaufnahmen einen Blick in eine Umwelt, die nicht von Menschen beeinflusst wird.

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Twitter des Monats

Bat of an Eye Bot

Mehrmals pro Minute twittert der Account „Icu Cme“ Bilder aus einer Ausstellung. Das Kürzel bedeutet „I see you, seeing me“. Hinter dem Account steht ein Bot, genauer gesagt eine Skulptur, die auf der New Yorker Kunstmesse „Armory Show“ zu sehen ist. Erschaffen wurde die Skulptur mit dem Namen „Hybrid Mutant #2“ bereits in den 1960er Jahren von der amerikanischen Künstlerin Lynn Hershman Leeson. Für die Kunstmesse wurde das Werk nun mit einer Kamera ausgestattet, welche das Internet daran teilhaben lässt, wer sich in der Ausstellung der Skulptur nähert. Die Betrachter werden so selbst zu Betrachteten.

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Instagram des Monats

As A Muse

Statt auf Bots setzt der Account „As A Muse“ lieber auf Photoshop und bringt so Mode und inspirierende Kunst zusammen. Hinter @asamuse steht die in London lebende Französin Helene. Mit ihrem Instagram-Account und auf ihrem Blog asamuse.com zeigt sie die Verbindung zwischen Kunst und Kleidung. Im Mittelpunkt stehen Werke, welche die Entwürfe namhafter Modedesigner beeinflusst haben.

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Tumblr des Monats

Poorly Drawn Lines

Die PDL-Comics von Reza Farazmand sind relativ schlicht gezeichnet, aber dafür um so skurriler. Es geht um Science Fiction, um Freundschaft – und natürlich auch um Roboter.