Hollywood kommt ins Museum, literarische Straßennamen und instagrammige Schreibwaren

MusErMeKu – Nicht-Newsletter – Nr. 32, 10/2018

– Frage des Monats: Welche Filme spielen in Museen & Co.? –
– Thema des Monats: Literarische Straßennamen –
– Twitter des Monats: Ein Lob –
– Instagram des Monats: Present & Correct –
– Tumblr des Monats: Techniktagebuch –

Ein Newsletter, der kein Newsletter ist.


 

Frage des Monats

Welche Hollywood-Filme spielen in Museen & Co.?

 

Die Elbphilharmonie treibt nicht nur Musikliebhaber in den Wahnsinn, wenn diese mal wieder keine Tickets für ihre Lieblingskonzerte bekommen haben, weil die Website zusammengebrochen ist oder sie bei der Kartenverlosung kein Glück hatten. Das Konzerthaus lässt immerhin auch die Herzen in Hollywood höher schlagen. Im Oktober 2018 fanden hier deshalb die Dreharbeiten für den neuen „Charlie’s Angels“ Film statt, der bereits 2019 in die Kinos kommen soll. Regisseurin Elisabeth Banks, selbst als Schauspielerin bekannt u.a. aus „The Hunger Games“, versammelte in Hamburgs Kultur-Wahrzeichen u.a. Stars wie Patrick Stewart („Star Trek TNG“), Kristen Stewart („Twilight“, nicht verwandt mit Patrick) oder Sam Claflin („The Hunger Games“). Anlässlich des Elphi-Hollywood-Cameos und inspiriert von einer Facebook-Frage von Iris Gleichen vom Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg, stellen wir daher hier unsere 6 Lieblingsfilme vor, für die Kulturinstitutionen als Drehorte dienten:

 

Blackmail (1929) – British Museum, London

Alfred Hitchcock liebte Museen als Drehorte. Sein Film „Blackmail“ dreht sich um eine Frau, die einen Mann in Notwehr tötet und danach erpresst wird. Höhepunkt des Films ist eine Verfolgungsjagd durch das British Museum, bei dem der Lesesaal, die Ausstellungsräume und das Kuppeldach der Bibliothek zu sehen sind. Weitere Hitchcock-Filme spielen übrigens in der Washington DC National Gallery („Strangers on a Train“, 1951) oder in der Alten Nationalgalerie in Berlin („Torn Curtain“, 1966).

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The Fifth Element (1997) – Royal Opera House, Covent Garden, London

Eine der schönsten Szenen im Film „Das Fünfte Element“ von Luc Besson ist der Auftritt der blauen Alien-Operndiva Plavalaguna, gespielt von Maiwenn Le Besco. Für den Auftritt, der im Londoner Royal Opera House in Covent Garden gefilmt wurde, lieh die Albanische Opernsängerin Inva Mula-Tchako der Figur ihre Stimme, die allerdings noch digital modifiziert wurde. Der erste Teil der Arie der Diva stammt aus der Oper „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti.

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The Relic (1997) – Field Museum of Natural History, Chicago

Die Handlung des Buches, auf dem der Horror-Film basiert, spielt eigentlich im American Museum of Natural History in New York City. Hier erhielt Regisseur Peter Hyams aber keine Drehgenehmigung. Die Produktionsfirma Paramount Pictures bot dem Museum einen siebenstelligen Geldbetrag an, um dort filmen zu dürfen. Aber die Kulturinstitution befürchtete, dass der Film, in dem es um ein Menschen-zerfleischendes Monster geht, Besucher abschrecken könnte – besonders Familien mit kleinen Kindern, eine der wichtigsten Zielgruppen. Nun musste ein ähnliches Museum als Drehort gefunden werden – man entschied sich für das Field Museum of Natural History in Chicago.

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The Da Vinci Code (2006) – Musée du Louvre, Paris

Alles beginnt damit, dass Jacques Saunière, ein Kurator des Louvre, nachts im Museum ermordet wird. Nach zahlreichen Rätseln, Verfolgungsjagden und Stationen an Kulturorten, wie der Temple Church, der Westminster Abbey oder der Rosslyn Chapel, endet der Film von Ron Howard mit Tom Hanks in der Hauptrolle auch wieder da, wo er begonnen hat: im Louvre. Der Heilige Gral, der Sarkophag von Maria Magdalena, ist unter der „Pyramide Inversée“ verborgen, die von Architekt I.M. Pei entworfen wurde. Also vielleicht, wer weiß?

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Black Swan (2010) – Concert Hall, Performing Arts Center, State University of New York

Regisseur Darren Aronofsky schickt in diesem Psycho-Horror-Film Natalie Portman als Ballerina des New York City Ballett auf die Bühne. In der Concert Hall des Performing Arts Center in New York, aber auch im Brooklyn Museum, verfolgt der Zuschauer das psychische Abdriften der Hauptfigur Nina, die sich unter immer größer werdendem Druck zunehmend in Albträumen verfängt.

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The Monuments Men (2014) – Museum für Naturkunde, Berlin

Matt Damon, Cate Blanchett oder Bill Murray – jede Menge Hollywoodstars gingen im April 2013 im Berliner Museum für Naturkunde ein und aus, als George Clooney hier zum fünften Mal Regie führte. Die Handlung des Films beruht auf wahren Begebenheiten und dreht sich um eine Gruppe des „Monuments, Fine Arts, and Archives“ Programms der Alliierten. Die „Monuments Men“ waren Kuratoren und Kunsthistoriker, die den Verbleib der von den Nationalsozialisten geraubten Kunstwerke und historischen Objekte aufklären sollten. Ein weiterer Drehort des Films war übrigens das Imperial War Museum in Duxford, UK.

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⇒ Wie werden Museen in der Popkultur dargestellt? Dazu: Ed Rodley, Thinking about Museums: On the state of public perception of museums


 

Thema des Monats

Literarische Straßennamen

 

Straßen werden nicht nur nach Orten, Ereignissen, Pflanzen und berühmten Persönlichkeiten benannt, sondern haben manchmal auch literarische Inspirationsquellen. Für alle, die sich schon auf die nächste Frankfurter Buchmesse nächsten Oktober freuen, hier ein paar Reiseziele, um die Zeit bis dahin zu überbrücken:

 

„The Lord of the Rings“ & „The Hobbit“, J.R.R. Tolkien

Geldrop in Nord Brabant in den Niederlanden hat die Straßen einer ganze Siedlung nach Figuren und Orten aus Tolkiens „Herr der Ringe“ und „Der kleine Hobbit“ benannt – von Frodo, Gandalf, Bombur bis Fangorn ist vieles vertreten.

 

Märchen der Gebrüder Grimm

Ob Frau-Holle-Weg oder Drosselbart-Straße – im Baugebiet am Berender Redder in Schleswig wurden die Straßennamen aus den Märchen der Gebrüder Grimm übernommen. Daneben gibt es hier noch weitere literarische Straßennamen, etwa den Karlssonweg oder die Peter-Pan-Insel.

 

„The Ocean at the End of the Lane“, Neil Gaiman

Im August 2013 enthüllte Neil Gaiman im britischen Portsmouth ein Straßenschild, das den Titel seines damals aktuellen Romans trug. Der Schriftsteller war selbst im Stadtteil Southsea aufgewachsen. Ihm zu Ehren wurde eine kleine Straße westlich von Canoe Lake benannt, die zuvor keinen Namen hatte. Natürlich kann man am Ende der Straße auf das Meer schauen, bzw. auf die Isle of Wight gegenüber.

 

⇒ Mehr gibt es bei Claire Cock-Starkey, nonfictioness: Real streets named after literary characters


 

Twitter des Monats

Ein Lob

 

Ein Lob ist etwas Schönes, deshalb hat der Wiener Stefan Friedl den Lob-Bot gebaut. Der lobt nun mehrmals täglich bei Twitter alles und jeden, der ihm folgt: „Du bist fantastisch!“ – „Das hast du heute effektiv hingekriegt!“ oder auch „Sehr vorbildlich. Weiter so!“ Von uns deshalb ein großes Lob an diesen Bot!

⇒ @ein_lob


 

Instagram des Monats

Present & Correct

 

Man stelle sich vor, man hat ein Schreibwarengeschäft und möchte etwas auf Instagram machen. Soll man den ganzen Tag Fotos von Stiften und Büroklammern posten? Will jemand Bilder von Radiergummis und Briefumschlägen sehen? Aber natürlich! Zumindest wenn der Account so „instagrammig“ gestaltet ist, wie hier…

⇒ @presentandcorrect


 

Tumblr des Monats

Techniktagebuch

 

Nachdem wir im September-Nicht-Newsletter bereits die Methode des Guerilla-Weglassens von Kathrin Passig vorgestellt haben, muss nun als Tumblr des Monats dringend das von ihr initiierte Techniktagebuch folgen. Hier berichtet Kathrin Passig regelmäßig von den Grenzen und Unwegbarkeiten im Umgang mit technischen Geräten oder Prozessen. So versuchte die Autorin etwa von Mitte August bis Anfang Oktober online eine physische H&M-Gutscheinkarte zu erwerben. Die Schilderung, warum das Unterfangen nur knapp 2 Monate gedauert hat, führt in die Abgründe der europäischen Kundenservice-Wüste…

⇒ Techniktagebuch

 


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Ein Gedanke zu „Hollywood kommt ins Museum, literarische Straßennamen und instagrammige Schreibwaren

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