Star Wars Kunst, Hauptsache instagrammig und abschreckende Technik in Museen

MusErMeKu – Nicht-Newsletter – Nr. 22, 12/2017

– Frage des Monats: Werden Museumsbesucher durch Technik abgeschreckt? –
– Thema des Monats: Wenn Museen besonders instagrammig sind –
– Twitter des Monats: Footballers with animals –
– Instagram des Monats: Star Wars Kunst von Gabriel Dishaw –
– Tumblr des Monats: Animals Sitting on Capybaras –

Ein Newsletter, der kein Newsletter ist.


 

Frage des Monats

Werden Museumsbesucher durch Technik abgeschreckt?

 

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Ja! Doch damit ist nicht etwa neue Technologie in Museen gemeint. Virtual Reality oder interaktive Multimedia-Stationen sind nicht der Grund, warum einige Zielgruppen mit Museen so ihre Probleme haben. Vielmehr ist die mangelhafte Technik nach außen hin oft die Schwachstelle der Museen. Die Rede ist von unübersichtlichen Websites oder vom mangelhaften Umgang mit Social Media.

Alles, was technologisch im Museum selbst passiert, wird in der Regel von den Institutionen mit großer Sorgfalt entwickelt. Was aber darüber hinaus geht und Besucher überhaupt erst in das Museum bringen soll, wird auf technologischer Ebene oft vernachlässigt. Ist die Website der Institution responsive? Finden Interessenten hier Informationen über Barrierefreiheit? Lassen sich Informationen zum Ticketkauf schnell finden? Bietet das Museum Dialogmöglichkeiten auf Social-Media-Plattformen an und beantwortet hier Fragen? Falls nicht, kann das Besucher daran hindern, das Museum aufzusuchen.

⇒ Colleen Dillenschneider: Data Shows Barrier to Visitation Is Offsite Technology (Not Onsite Technology)


 

Thema des Monats

Wenn Museen besonders instagrammig sind

 

Während sich Anika Meier weiterhin um die Etablierung des Wortes „instagrammig“ in den deutschen Sprachgebrauch bemüht, stehen die am meisten geinstagrammten Museen des Jahres 2017 bereits fest.

Instagram beeinflusst mittlerweile das Verhalten der Nutzer. Die aktive, aber auch passive Auseinandersetzung mit der Plattform schult den Blick der Anwender für Design und Bildsprachen. Auch Museen haben mittlerweile erkannt, dass je visuell überwältigender Ausstellungen umgesetzt werden, um so mehr verbreiten sich die Bilder in Sozialen Netzwerken. Eine bessere Werbung kann es kaum geben.

Selbst Museumsdesign und Architektur werden immer mehr instagrammisiert. Das Getty Museum in Los Angeles arrangierte etwa Spiegel in einer Galerie, um Mirror-Selfies zu ermöglichen. Das Museum of Modern Art in San Francisco gestaltete hingegen seine Terrassen als Selfie-Spots. Und das Birmingham Museum of Art im amerikanischen Alabama bewarb im Sommer sein Programm sogar plakativ mit dem Begriff „Instagram Gold“. Eine Online-Slideshow zeigt die besten Orte des Museums, um ein Selfie zu machen. Der Louvre warb bisher noch nicht mit seiner Instagrammigkeit. Trotzdem belegt das Pariser Museum bereits zum zweiten mal in Folge Platz 1 in der Liste der Museen, die am häufigsten bei Instagram gepostet wurden.

 

Die zehn am häufigsten geinstagrammten Museen der Welt:

 

⇒ Tatiana Walk-Morris, Smithsonian: These Are the Most Instagrammed Museums of 2017


 

Twitter des Monats

Footballers with animals

 

Menschen lassen sich seit Anbeginn der Kunst gemeinsam mit Tieren abbilden – von Höhlenmalereien mit Jagdtieren bis hin zum Instagram-Selfie mit dem heimischen Vierbeiner. Ein niedliches oder sogar wildes Tier sorgt immer für Aufmerksamkeit. Auch Fußballspieler nutzen diesen Effekt. Während man in den USA gerne mal auf der Tribüne mit einem Greifvogel posiert, müssen europäische Fußballer auf dem Spielfeld auch schon mal verirrte Tauben oder Möwen aufsammeln – alles dokumentiert im Twitter-Account Footballers with animals. Es herrscht Hunde-Überfluss, das stellt der geneigte Katzenfreund schnell fest. Daneben gibt es aber auch Fußballer mit Schafen, mit Tieger-Babies, Delfinen, Koalas, Kamelen oder Pferden. Fußballspielerinnen sind bei diesem Twitter-Account leider in der Unterzahl. Und ein Bild von Robben mit Robben gibt es auch nicht!

⇒ @ftbllrswanimals


 

Instagram des Monats

Star Wars Kunst von Gabriel Dishaw

 

Star Wars und Louis Vuitton – diese Kombination findet man nicht in einer weit entfernten Galaxie, sondern im amerikanischen Indianapolis. Gabriel Dishaw verwandelt hier 2nd Hand Designerhandtaschen in verschiedene Masken – von Dart Vader bis hin zum Storm Trooper. Die einen bewundern dabei die kunstfertige Interpretation ihrer Star Wars Helden – die anderen trauern vielleicht den LV-Handtaschen hinterher, die ihr Dasein für die Kunst aufgeben mussten…

@gabrieljunkart


 

Tumblr des Monats

Animals Sitting on Capybaras

 

Capybaras werden auch Wasserschweine genannt. Die in Südamerika heimischen Tiere können bis zu über einem halben Meter hoch werden und sind mit Meerschweinchen verwandt. Der Tumblr Animals Sitting on Capybaras zeigt recht eindrucksvoll, wie sozial diese Tiere sind, denn Hühner, Affen, Katzen und sogar Hundewelpen oder kleine Ziegen scheinen so einen Capybara nicht aus der Ruhe zu bringen, wenn sie auf dessen Rücken rumturnen.

⇒ Animals Sitting on Capybaras 


 

⇒ alle MusErMeKu – Nicht-Newsletter – im Überblick

Header-Bild: Angelika Schoder – Sevilla, 2016

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