John Malkovich als Konzerthallen-Tester, Musik aus dem Uterus und Donald Trumps Haare

MusErMeKu – best of – Nr. 06, 08/2016

– Frage des Monats: Ist John Malkovich ein Konzerthallen-Tester? –
– Thema des Monats: Die Uterine Concert Hall –
– Twitter des Monats: Trump Hut –
– Instagram des Monats: Outings Project –
– Snapchat des Monats: Feed me up before you go-go –

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Frage des Monats

Ist John Malkovich ein Konzerthallen-Tester?

Das Opernhaus in Sydney hat ein Problem. Die Akustik im vielleicht bekanntesten Konzerthaus der Welt sei grauenhaft, da sind sich Musikliebhaber seit jeher einig. Erst 2014 verglich John Malkovich den Konzertsaal angeblich mit einer Flugzeughalle, wobei selbst dort die Akustik wohl besser wäre, so der Schauspieler.

Für das australische Opernhaus wurde nun Anfang August eine umfangreiche Renovierung beschlossen und John Malkovich schickt sich an, das nächste Konzerthaus zu beurteilen. Im März 2017 wird der Hollywoodstar in der Elbphilharmonie im Stück „Call Me God“ auf der Bühne stehen. Es bleibt abzuwarten, ob Hamburgs bautechnisches Sorgenkind und kultureller Hoffnungsträger den Erwartungen der Musikwelt gerecht werden wird – ganz zu schweigen von den Ansprüchen von John Malkovich.

 

⇒ Deutsche Welle: Rundumerneuerung für das Opernhaus Sydney


 

Thema des Monats

Die Uterine Concert Hall

Nicht immer spielt die Akustik bei Konzertsälen eine ausschlaggebende Rolle, das stellte unlängst die „Uterine Concert Hall“ unter Beweis. Am 28. Juli 2016 eröffnete dieser kleinste Konzertsaal der Welt in Montréal – und zwar im Uterus von Dayna McLeod. Der Künstlerin geht es in ihrem Projekt dabei um eine Selbstbestimmung über den weiblichen Körper. Sie hinterfragt die gesellschaftliche Erwartungshaltung, die Frauen häufig auf ihre Reproduktionsfähigkeit reduziert und dadurch geradezu eine Reproduktionspflicht impliziert. McLeod hat sich bewusst gegen Kinder entschieden – und erklärt ihren Uterus lieber zur Konzerthalle.

 

Intime Performance

Auf ihrer Website informiert die Performance-Künstlerin sogar über die technischen Details des Veranstaltungsortes, so gäbe es etwa keine Bühnen- oder Lichteffekte, keine Notausgänge und keine Sitzplätze. Statt dessen hat das Publikum zwei Möglichkeiten, die von DJs live aufgelegte Musik zu hören: entweder über Kopfhörer, die direkt am DJ-Pult angeschlossen sind, oder indirekt aus der Konzerthalle – via Stethoskop, platziert auf Dayna McLeods Unterleib. Eingespielt wird die Musik über einen Lautsprecher, der speziell für Schwangere entwickelt wurde.

Als primäres Publikum ihres Projekts sieht die Künstlerin vor diesem Hintergrund auch nicht die Kunstfans, die an ihrer Performance partizipieren. Die Musik sei in erster Linie vielmehr an ihren Uterus adressiert. In gewisser Weise werden Zuhörer dadurch bei den Konzerten sogar ausgeschlossen, denn die eingespielte Musik ist nur leise zu hören, wie aus einer großen Distanz. Gleichzeitig erfahren die Zuhörer aber auch eine intime Nähe zur Künstlerin, wenn sie mit ihr gemeinsam via Stethoskop die Musik verfolgen, die durch McLeods Körper wahrnehmbar ist. Je höher die Lautstärke und Frequenz, umso besser hörbar sind die Songs, die gespielt werden.

 

Musikwünsche?

Für weitere anstehende Konzerte nimmt die „Uterine Concert Hall“ übrigens auch Musikwünsche entgegen. Bisher auf der Playlist stehen Songs wie “Welcome to the Jungle” von Guns N’ Roses oder „Tunnel of Love“ von Bruce Springsteen.

 

⇒ Leah Sandals, Canadian Art: Montreal Artist Opens a Concert Hall—In Her Uterus


 

Twitter des Monats

Trump Hut

Wer möchte bei seinem Protest gegen Donald Trump schon in einem einfachen Zelt kampieren, wenn er auch eine luxuriöse kleinen Hütte beziehen kann? Die „Trump Hut“ besteht aus leuchtend gelbem mexikanischen Bast und erinnert dadurch nicht nur zufällig an die Haartracht des US-Präsidentschaftskandidaten.

 

@TrumpHut


 

Instagram des Monats

Outings Project

Einer der schönsten Street Art Accounts zeigt Figuren aus Kunstwerken, die als Cut-Outs auf Mauern oder als Mural auf Häuserwände übertragen wurden. Outings Project wird u.a. von Museen gebucht, um durch die Kunst-Installationen auf aktuelle Ausstellungen aufmerksam zu machen. Auch die Hamburger Kunsthalle hat bereits mit dem Projekt kooperiert.

 

@outings_project


 

Snapchat des Monats

Feed me up before you go-go

Der Foodblog mit heimlichem Historiker-Background snapped über Essen, München und kann Spuren von Erinnerungskultur enthalten. Sabrina und Steffen sind so überzeugende Influencer, dass wir wegen ihnen den ganzen Tag nur noch diese bestimmten Eiscreme-Sandwiches essen…

 

@feedmeupb4ugogo


 

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Header-Bild: Angelika Schoder – Berlin, 2009

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