Nutzlose Newsletter, ordinäre Oktopusse und hübsche Handtrockner

MusErMeKu – best of – Nr. 01, 03/2016

– Frage des Monats: Braucht man Newsletter? –
– Thema des Monats: Warum nicht einfach mal Oktopus? –
– Twitter des Monats: Kathrin Weßling –
– Instagram des Monats: Hand Dryers –
– Snapchat des Monats: Thomas Schwenke –

Ein Newsletter, der kein Newsletter ist.


 

Frage des Monats

Braucht man Newsletter?

In Social Media- und Marketing-Blogs wird regelmäßig nicht nur abwechselnd beschrien, dass Content mal King, mal Queen und mal unwichtig sei, weil Interaktion irgendwie wichtiger wäre. Auch das Thema Newsletter wird immer wieder durch die Filterblase der SEO-Gurus und selbsternannten Social Media-Experten gescheucht. Wenn die Heizdeckenverkäufer aus ihren Löchern gekrabbelt kommen, erklären sie in Blogger-Seminaren, dass ein Newsletter das ultimative „Tool“ zum Erfolg ist. Conversion und so, total wichtig. Auf jedem Wald- und Wiesen-Blog hüpft einem daher ein ekliges PopUp entgegen, das schon 2 Sekunden nach dem Öffnen einer Site dazu nötigen soll, seine Mailadresse einzutragen, um fortan im E-Mail Postfach mit Kauf- und Klick-Empfehlungen bestürmt zu werden.

 

Von IKEA bis Lena Dunham

Hier mein mega spannender Online-Kurs, da mein super E-Book und übrigens, kennst du schon meine alten Beiträge…? Wenn man kein schwedisches Möbelhaus ist, das im Newsletter Kaffee-Gutscheine versendet, ein Klamottenladen, der auf SALE hinweist oder das Redaktionsteam von Lena Dunham und Jenni Konner, das ein Femi-Style-Politik Magazin eben auch via E-Mail abonnierbar macht, sollte man sich vielleicht überlegen, ob man wirklich einen Newsletter verteilen muss, wenn das Ganze via Twitter, Facebook & Co. auch einfach aktueller ginge.

Eine Diskussion in unserem Umfeld hat gezeigt: Den meisten reicht die Nutzung von Social Media völlig aus, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ob Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube, irgendwo bekommt man schon etwas mit. Zudem gibt es für Blogs doch einen RSS-Feed – und tatsächlich haben die meisten, die wir gefragt haben, auch Blogs via Feed abonniert, z.B. im Browser oder in der App Feedly. Aber: Es gab auch einige, die sich gewünscht haben, man könnte von MusErMeKu auch einen Newsletter abonnieren.

 

E-Mail statt Newsletter

Und nun? Seit kurzem lässt sich MusErMeKu per E-Mail abonnieren ⇒ das entsprechende Feld gibt’s links oben in der Seitenleiste oder in der Mobilversion unter den Kommentaren. Auch im Kommentarfeld selbst wird die Abo-Funktion angeboten. Es handelt sich dabei um eine reine Blog-Benachrichtigung, denn Newsletter mögen wir nach wie vor nicht. Das liegt übrigens auch daran, dass wir privat kaum noch E-Mails nutzen sondern fast nur noch Messenger und Social Media.

Aber Menschen mögen mehrwertige, newsletterige Dinge, deshalb haben wir uns jetzt für einen Newsletter entschieden, der keiner ist. Für uns die perfekte Lösung, die auch Anika Meier und Philipp Hinfahl mit „Aufgelesen“ bei artefakt nutzen. Zum Monatsende gibt es also nun ein „MusErMeKu-best of“. Das fühlt sich dann zumindest ein Bisschen nach Newsletter an!


 

Thema des Monats

Warum nicht einfach mal Oktopus?

Im Herbst 1871 wurden die Londoner in Staunen, Angst und Schrecken versetzt, denn im Crystal Palace wurden damals nicht nur zahlreiche exotische Meerestiere in Aquarien ausgestellt, sondern auch der monströse sogenannte „Fischteufel“ – ein Oktopus. Mutmaßlich ging die grausige Faszination für Kraken zunächst auf Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ von 1869/70 zurück, in dem ein Riesenkrake die Besatzung der „Nautilus“ bedroht. Zuvor spielte sich bereits in Victor Hugos „Die Arbeiter des Meeres“ von 1866 ein dramatischer Kampf mit einem Tintenfisch ab.

Schauerliche Behauptungen, Oktopusse würden das Blut ihrer Opfer trinken oder Menschen generell verspeisen, zeigten sich nicht nur bei Hugo, sondern später auch bei H.G. Wells in dessen 1984 erschienenem Essay „The Extinction of Man“. Um eine eher generelle Bedrohung durch tentakelige Wesen geht es hingegen in Wells‘ „Krieg der Welten“ aus dem Jahr 1898 oder in H.P. Lovecrafts Kurzgeschichte „Call of Cthulhu“ von 1928. Tentakeln haben es einfach in sich.

 

Justin Parkinson: The octopus that ruled London


 

Twitter des Monats

Kathrin Weßling

Die Autorin empfehlen wir „aus Gründen“, und zwar nicht nur weil sie gerade eine Party für den Weltuntergang plant. Für die meisten müsste man hier nicht noch schreiben, warum Kathrin Twitter (und das restliche Internet) ein bisschen besser macht. Für die, die es aber nicht wissen, weil sie Social Media nie nutzen oder weil ihre Filterblase so weit weg ist, dass sie nicht mal in der gleichen Klimazone schwebt: Hoffnungsschimmer im März war das von Kathrin in die digitale Welt entlassene Hashtag #aufdieliebe. Mehr dazu bei Wired. Prost!

 

@ohhellokathrina


 

Instagram des Monats

Hand Dryers

Es gibt kaum etwas schöneres als Handtrockner, die in Bars, Clubs, Cafés, Restaurants, Hotels und wo auch immer hängen. Liebevoll durchnummeriert, mit Modell- und Ortsbeschreibung, erstellt unser Instagram-Account des Monats eine Übersicht der schönsten, hässlichsten, gepflegtesten und einfach da gewesensten Geräte zum Händetrocknen.

 

@handdryers


 

Snapchat des Monats

Thomas Schwenke

Da ist er schon wieder, der Oktopus! Wer hätte gedacht, dass Thomas Schwenke außer Schokoriegeln mit Wasabi-Geschmack aus Japan auch hentai mitgebracht hat? Und zwar solche von der tentakeligen Art… Danke, Snapchat, für diesen „Blick hinter die Kulissen“. Dass niedliche Dinge das Internet generell zum ausflippen bringen, bewies der Anwalt und Datenschutzbeauftragte außerdem eindrucksvoll mit „Pombel – Der Jura Pinguin“. Das klingt alles etwas verwirrend, aber Snapchat-User können davon nicht genug bekommen. Richard Gutjahr kann jedenfalls einpacken…

 

⇒ @thschwenke


 

⇒ alle MusErMeKu – Nicht-Newsletter- im Überblick

Header-Bild: Angelika Schoder – Berlin, 2009

5 Gedanken zu „Nutzlose Newsletter, ordinäre Oktopusse und hübsche Handtrockner

  1. Ulrike Antworten

    Hochinteressant! Doch beim Newsletter gibt es noch einen Aspekt, der jüngeren Menschen vielleicht nicht gleich einfällt. Ich (Jahrgang 1955) habe sehr viele Freunde, Followers und Familie in meinem Alter. Bei denen ist Facebook, Twitter und co. noch nicht wirklich angekommen. Deshalb verschicke ich mehr oder weniger regelmäßig einen Newsletter, ohne Gutschein usw. aber mit ein paar Einsichten und Hintergrundinformationen, die ich nicht verblogge. Der kommt gut an und ich habe viel und gute Resonanz darauf. Also: ein Newsletter macht durchaus Sinn. aber diese Popups mag ich auch nicht und verwende ich nicht.
    Liebe Grüße
    Ulrike
    p.s. Captchas mag ich eigentlich nicht und kommentiere dann normalerweise nicht.

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Ulrike,

      danke für dein Feedback. Für diejenigen, die Social Media nicht nutzen und dennoch auf dem Laufenden bleiben möchten, haben wir jetzt die Option Beiträge per E-Mail zu abonnieren. Die Kritik zum Thema Newsletter richtete sich auch eher gegen diese Fülle an PR- und Marketing-Blogs, die dann eben diese grausigen PopUps haben und deren Newsletter selten Mehrwert bieten. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob ein Newsletter sich lohnen würde. Da wir selbst privat kaum noch E-Mails nutzen, erschien uns ein herkömmlicher Newsletter jedenfalls nicht das Richtige für uns. Wir waren uns relativ sicher, dass wir am Ende wahrscheinlich Abonnenten im niedrigen 2-stelligen Bereich haben würden und dafür lohnt der Aufwand einfach nicht, zumal wir verschiedene Social Media Kanäle bespielen, was auch einiges an Zeit kostet. Wahrscheinlich ist es auch keine Frage des Alters, sondern hat einfach mit persönlichen Vorlieben zu tun, ob man nun eher der E-Mail Nutzer ist oder lieber Social Media bevorzugt. Jeder muss einfach den Weg finden, der für einen selbst gut funktioniert… ????

      Viele Grüße, Angelika

      PS: Wir hatten eine Zeit Lang leider eine Spam-Flut, daher mussten wir das Captcha aktivieren, als letzte Rettung sozusagen. Wir versuchen es jetzt mal ohne – mal schauen ob die Spam-Flut nachgelassen hat…

  2. Pingback: Unsere Netzhighlights - Woche 14/2016 | Apfelmädchen & sadfsh

  3. Philipp Antworten

    Hallo. 🙂

    Genau vor der gleichen Frage stand ich vor einem Jahr auch. Und ich habe sie letztlich auch genauso gelöst: Mit einem monatlichen Beitrag namens ‚Handverlesen‘. Und ich bin damit sehr glücklich. 🙂

    Alles Liebe,
    Philipp

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Philipp,

      als Newsletter-Skeptikerin finde ich deine Entscheidung absolut sinnvoll! 😉
      Sehr spannender Blog übrigens! <3

      Viele Grüße, Angelika

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