Snapchat und Instagram im Kulturbereich richtig nutzen

Man muss nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Gerade für Museen und andere Kulturinstitutionen gilt: Ein oder zwei professionell gepflegte Social Media Accounts sind besser, als mehrere schlecht umgesetzte, für deren Pflege man letztendlich keine Zeit hat. Lohnt sich also der Aufbau eines Snapchat- und/ oder Instagram-Accounts überhaupt? Die Antwort auf diese Frage lautet: Im Prinzip ja, aber nur wenn es professionell umgestzt wird.


 

Snapchat als Experimentierfeld

Zu Beginn des Jahres 2016 kulminierte der Hype um die Social Media Plattform Snapchat auch im deutschsprachigen Raum und erfasste damit auch den hiesigen Kulturbereich. Institutionen aus den USA zeigten, was mit den nur 24 Stunden verfügbaren Bildern und 10-sekündigen Videos alles möglich ist, allen voran das Los Angeles County Museum of Art (lacma), das Honolulu Museum of Art (honolulumuseum) oder das Museum of Contemporary Art Chicago (mcachicago).

Im deutschsprachigen Raum wagte das Wiener Leopold Museum (leopold_museum) einen ersten Vorstoß. Später folgten die Schirn (schirnsnaps), das C/O Berlin (coberlin) oder Anfang 2017 die Historischen Museen der Stadt Hamburg (histmuseenhh). Die Euphorie der Museen wurde hierzulande jedoch schnell gebremst. Der Aufbau einer Community erwies sich als schwierig, der Zeitaufwand war nicht zu unterschätzen, an der Reichweite haperte es – und viele scheiterten schon von vorneherein am technischen Umgang mit der App.

Nicht wenige Museen und Kulturinstitutionen atmeten auf, als Instagram das Format „Instagram Stories“ einführte – ein Snapchat-Klon mit ähnlichen oder teils sogar gleichen Funktionen. Für Axel Kopp war das der Beweis: „Man kann Snapchat aussitzen!“ Jugendliche würden diese Aussage sicher stark bezweifeln – bei dieser Nutzergruppe ist Snapchat weiterhin relevant, auch im deutschsprachigen Raum. Zudem sind die technischen Möglichkeiten, verschiedene Formate der Inhaltsvermittlung umzusetzen, auch für den Kulturbereich verlockend.

Das Experimentieren mit Snapchat lohnt sich also dennoch auch für Museen und Kulturinstitutionen, insbesondere wenn eine sehr junge Zielgruppe angesprochen werden soll. Die Voraussetzung ist jedoch, dass geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kanal bedienen, Inhalte konzipieren und ausreichend Zeit haben, diese auch unmzusetzen.

⇒ Diese Content-Formate eignen sich für Snapchat

 

Instagram als Must-Have Plattform der nächsten Jahre?

Durch die zuvor erwähnte „Stories“-Funktion ist Instagram für den Kulturbereich noch attraktiver geworden. Doch auch abgesehen von den „Instagram Stories“ ist die Bedeutung dieses Sozialen Netzwerks im Kulturbereich in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Kein Wunder: Museen und andere Kulturinstitutionen haben etwas zu bieten – und bei Instagram lässt sich eben besonders gut zeigen, was man zu bieten hat.

Auf folgende Punkte sollten (nicht nur) Kultureinrichtungen bei Instagram achten:

1 – Ein einheitlicher Name

Egal ob bei Twitter, Snapchat oder Instagram – der @-Name sollte nach Möglichkeit auf allen Social Media Kanälen einheitlich sein. Nur so ist sichergestellt, dass eine Institution überall schnell und einfach gefunden werden kann. Dies vereinfacht auch die Account-übergreifende Kommunikation, etwa wenn Nutzer die Institution in Beiträgen markieren und diese Postings auf mehreren Plattformen teilen. Auch das Marketing fällt so leichter, denn für alle Plattformen muss nur ein @-Name kommuniziert werden.

⇒ Der Instagram-Name sollte den auf anderen Plattformen genutzten Namen entsprechen.


 

2 – Die Album-Funktion

Konsistenz ist bei Instagram ein wichtiger Faktor, im Prinzip wie bei anderen Sozialen Netzwerken auch. Nur wer sich auf der Plattform regelmäßig in Erinnerung ruft, erzielt maximale Aufmerksamkeit und Interaktionen mit seinen Followern. Veröffentlicht man innerhalb kurzer Zeit sehr viele Inhalte bei Instagram, übersättigt man seine Follower. Wer eine Bilderserie veröffentlichen möchte, nutzt am besten die Album-Funktion, die mehrere Bilder unter einem Beitrag speichert.

⇒ Um die Zielgruppe optimal zu erreichen, sollten wenige Inhalte veröffentlicht werden, dafür aber langfristig.


 

3 – Ein inhaltliches Konzept

Ansprechende Bilder sind eine Sache, aber was möchte der Sender den Empfängern mit den Bildern mitteilen? Gerade Museen oder andere Kulturinstitutionen sollten Inhalte vermitteln. Dies muss kein Roman sein, aber jedes Bild, das ohne eine nähere Erklärung veröffentlicht wird, ist eine vertane Chance. Dafür benötigt man im Idealfall eine Content Strategie, also ein Konzept dazu, wa,s wann und mit welchem Ziel veröffentlicht wird.

⇒ Veröffentlichte Bilder sollten immer mit einer (kurzen) Aussage oder Information verknüpft sein.


 

4 – Die richtige Synchronisation

Instagram bietet die bequeme Möglichkeit, Inhalte an andere Soziale Netzwerke zu senden und mit einem Klick auf verschiedenen verknüpften Accounts zu publizieren. Dies funktioniert im Fall von Facebook sehr gut, da Instagram selbst Teil des Facebook-Konzerns ist. Synchronisiert man hier Bilder von Instagram, erscheinen diese nicht nur in voller Größe auf der Facebook-Seite, sondern werden sogar in der Facebook-Bildergalerie abgelegt. Anders verhält es sich mit Twitter. Hier erscheint nicht das Instagram-Bild, sondern nur ein kryptischer instagram.com/… Link. Dies sieht nicht nur unansehnlich aus, die Wahrscheinlichkeit, dass Follower den Umweg gehen und diesen Link anklicken, um das Bild zu sehen, ist gering.

⇒ Bilder sollten nie direkt über Instagram an Twitter geteilt werden. (Wenn überhaupt, dann mittels der App IFTTT, da so auch das Bild bei Twitter vollwertig angezeigt wird.)


 

5 – Die Nutzung von Hashtags

Viele User werden auf Inhalte mittels der Hashtags aufmerksam, mit denen ein Bild oder Video bei Instagram versehen wurde. Hier gilt es, genau zu recherchieren, welche Hashtags im Zusammenhang mit einem veröffentlichten Beitrag Sinn machen. Dies können zum einen Hashtags sein, die – passend zum Thema – häufig bei Instagram Verwendung finden. Es können aber auch Hashtags sein, die von einer bestimmten Zielgruppe genutzt werden, die man ansprechen möchte. Anstatt also nur zu beschreiben, was auf einem geposteten Bild zu sehen ist, sollten Hashtags strategisch genutzt werden, um gefunden zu werden.

⇒ Es sollten Hashtags genutzt werden, die thematisch passen und bei Instagram stark frequentiert werden, um die Sichtbarkeit der eigenen Inhalte zu erhöhen.


 

6 – Der Umfang von Hashtags

Wie bereits erwähnt, erhöht die Nutzung häufig genutzter Hashtags die Sichtbarkeit der eigenen Inhalte bei Instagram. Wer keine Hashtags nutzt, ist für Nutzer, die dem Account nicht folgen, praktisch unauffindbar. Möglich sind bis zu 30 Schlagworte. Jedes einzelne erhöht die Sichtbarkeit, es gibt also keinen Grund, nicht die größtmögliche Anzahl an Hashtags zu nutzen.

⇒ Inhalte sollten mit relevanten Hashtags versehen werden, so umfangreich wie möglich.


 

7 – Die Bildbeschreibung

Die Verwendung von Hashtags in der Bildbeschreibung stört den Lesefluss und macht es teilweise unmöglich, im schnellen Vorbeiscrollen (und nichts anderes geschieht bei Instagram), die Botschaft zu einem Bild zu erfassen. Je häufiger Hashtags im Bildtext genutzt werden, um so mehr erschweren die so gekennzeichnete Worte das Textverständnis.

⇒ In der Bild- oder Videobeschreibung sollte auf Hashtags verzichtet werden. Statt dessen sollten diese in einem Kommentar unter dem Inhalt platziert werden.


 

8 – Die Vermeidung von Links

Instagram hat den großen Nachteil, dass Links nicht aktiv sind, d.h. man kann diese nicht anklicken. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Instagram die copy-paste Funktion deaktiviert ist, weshalb sich Links auch nicht markieren oder kopieren lassen, um sie über den Browser aufzurufen. Doch wer tippt eine ellenlange URL aus der Bildbeschreibung ab – oder einen knappen, aber oft kryptischen Kurz-Link aus wahllose Buchstaben-Zahlenkombinationen? Im Prinzip gilt: Bei Instagram ist der Bild- oder Videocontent die Botschaft und sollte mit einem kurzen Text für sich stehen können. Das Konzept „Weitere Infos hier“ lässt sich bei Instagram nicht mit einem Link in der Bildbeschreibung umsetzen.

⇒ Auf Links in der Bild- oder Videobeschreibung sollte verzichtet werden. Man kann auf eine Verlinkung in der Biografie verweisen, die einzige aktive Klickmöglichkeit bei Instagram.


 

9 – Die Nutzung eines Institutions-Hashtag

Hashtags können bei Instagram nicht nur dazu dienen, eigene Inhalte zu verbinden und auffindbar zu machen. Sie können auch etabliert werden, um ein Monitoring fremder Inhalte zu betreiben und sich so mit Usern zu vernetzen. Daher bietet es sich an, ein Institutions-Hashtag konsequent in jedem Beitrag einzusetzen und Fans und Follower dazu zu ermutigen, ebenfalls das Hashtag zu nutzen.

⇒ Um mit der Community in Kontakt zu treten und eigene sowie fremde Inhalte zu überwachen, sollte durchgängig ein Institutions-Hashtag genutzt werden. (Bei Bedarf kann dies um ein Kampagnen-Hashtag ergänzt werden.)


 

10 – Die Interaktion mit der Community

Bei Instagram gibt es eine sehr aktive internationale Kulturszene und auch in Deutschland sind bereits zahlreiche Museen, Theater, Bibliotheken, Konzerthäuser und Co. präsent. Eine Vernetzung und Interaktion ist hier nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig, um die eigene Reichweite und Sichtbarkeit des Accounts zu steigern. Eine kleine Zahl von selbst abonnierten Accounts, aber nicht zuletzt auch eine geringe Interaktionsrate und fehlende Kommentarkultur zeigen häufig, dass eine Institution deutlich aktiver bei Instagram werden muss.

⇒ Eine regelmäßige und aktive Interaktion mit der Instagram-Community ist unerlässlich, wenn man Reichweite für die eigenen Inhalte aufbauen möchte.

⇒ Weitere Tipps im Instagram-Leitfaden für Kulturinstitutionen

 

Fazit: Wenn, dann richtig

Die Nutzung neuer oder weiterer Social Media Plattformen kann sich für Museen und Kulturinstitutionen immer lohnen – nicht zuletzt auch, um neue Zielgruppen anzusprechen. Als Voraussetzung müssen aber genug Kapazitäten eingeräumt werden – sei es zeitlich, personell oder auch finanziell. Zudem muss die Pflege bisheriger Social Media Kanäle gewährleistet sein. Wenn bereits bestehende Accounts eine Baustelle sind, sollte man erst einmal diese professionell betreuen, bevor man mit etwas Neuem beginnt. Oder man muss den Schritt gehen und alte Accounts schließen – auch das ist eine Option.

 

Header-Bild: Angelika Schoder – Deichtorhallen Hamburg, 2017


Linktipp:

16 Gedanken zu „Snapchat und Instagram im Kulturbereich richtig nutzen

  1. Marc Lippuner Antworten

    Liebe Angelika (oder besser: Sehr geehrte Dame),
    vielen Dank für die interessante Analyse der strategie- bzw. ahnungslosen Social-Media-Arbeit einer Kulturinstitution. Ich bin mir sicher, dass jede_r am Anfang wenigstens ein oder zwei dieser Instagram-Fehler gemacht hat. Erstaunlich ist für mich, dass diese mit Konsequenz beibehalten werden. Instagram erschließt sich ja doch recht intuitiv, es bedarf auch nur einer geringen Analyse (d.h.: ich guck mal was funktioniert und wie die anderen das machen), dann sollten Fehler auch vermeidbar sein.
    Ich würde als Institutionshashtag unbedingt noch #kosmosweimar empfehlen, einfach, um den Twitternamen zumindest präsent zu haben, wenn er schon nicht identisch ist.
    Übrigens kann ich mir fast nicht vorstellen, dass Praktikant_innen den Instagram-Account betreuen. Gerade die Generation macht doch eigentlich dort alles richtig. 😉
    Ich freue mich jedenfalls über diese Analyse, die vor allem aufzeigt, wie leicht es ist, vieles richtig zu machen.
    Herzliche Grüße,
    Marc

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Lieber Marc,

      ja als Dame wird man nicht alle Tage bei Twitter angeredet… 😉

      Ich glaube es est die schlimmste Fehlannahme, dass die Generation der „Digital Natives“ in Social Media „alles richtig“ macht – und viele Institutionen (nicht nur im Kulturbereich) scheinen das ernsthaft zu denken. Tatsächlich sind diese Leute außer bei WhatsApp oft nicht in Social Media aktiv, oder nur auf 1-2 Kanälen – und auch dann unterscheidet sich die Privatkommunikation doch erheblich von der Art und Weise, wie man für eine Institution kommunizieren sollte. Das muss man lernen, zum einen durch eine Analyse dessen, was vergleichbare Institutionen tun, zum anderen durch Weiterbildungen. Hier müssen zunächst Grundkenntnisse zum professionellen Umgang mit Social Media Plattformen vermittelt werden – und später muss darauf aufgebaut werden mit weiteren Fortbildungen.

      Laut @kosmosweimar bei Twitter wird nun die Volontärin die Betreuung des Instagram-Accounts übernehmen. Ich hoffe inständig – da ein Volontariat laut definition eine Ausbildung ist und deswegen mit einem lachhaften Gehalt vergütet wird – dass hier das Wort „Ausbildung“ auch ernst genommen wird und die Volontärin die entsprechenden Fort- und Weiterbildungen erhält, die für die Tätigkeit notwendig sind.

      Wer Instagram (aber auch andere Social Media Plattformen) professionell bedienen möchte, braucht Weiterbildungen zu den Themen Fotografie, Bildbearbeitung, Apps, Urheberrecht, Monitoring mit entsprechenden Tools – und ggf. zu Kampagnen-Marketing. Konsequenterweise müssten Institutionen hierfür einen entsprechend qualifizierten Social Media Manager beschäftigen, dem dann Praktikanten und Volontäre zuarbeiten können und der sie eben ausbildet. Bei manchen Institutionen ist es aber leider so, dass der gesamte Bereich der Onlinekommunikation, aber insbesondere Social Media, als minderwertig gegebüber wissenschaftlichen Bereichen gesehen wird – und entsprechend übergibt man es den Praktikanten und Volontären, denn „die können ja Internet“.

      Viele Grüße, Angelika

  2. Michelle van der Veen Antworten

    Liebe Angelika,

    das waren ja mal harte Worte für Musermeku. Bin ich hier gar nicht gewöhnt 😉 Die Klassikstiftung hat übrigens erst gestern Abend angefangen vielen Accounts zu folgen, da scheint also etwas zu passieren.
    Im großen und ganzen kann ich dir nur recht geben! Die Schonfrist ist definitiv vorbei und die Ausrede „Wir müssen das erstmal ausprobieren“ kann man so nicht mehr gelten lassen, wobei man sich natürlich erst mit einem Medium vertraut machen muss. Es sind übrigens sogar 30 Hashtags zulässig. Man kann also für Auffindbarkeit sorgen und mit guten Inhalten als Institution sicher schnell eine große Reichweite generieren, wenn man es richtig macht.
    Ob man viel oder wenig postet hängt davon ab ob es den Nerv der Menschen trifft oder nicht. The Shade Room hat bewiesen, dass man auch mit 30 Bildern am Tag extrem erfolgreich sein kann, aber dort merkt man, dass vor allem Inhalte gepusht und verbreitet werden, die aufeinander aufbauen. Persönlich reichen mir aber auch 1-3 Fotos pro Tag pro Account, weil ich sonst meinen Stream so gar nicht mehr überblicken kann.
    Häuser die bereits auf Instagram sind würde ich allerdings nicht raten jetzt einfach mittelmäßigen Content bei Snapchat zu verbreiten, sondern erstmal die bestehenden Kanäle auf Kurs zu bringen, bevor man sich total verzettelt. Deine Liste ist ja ein guter Ausgangspunkt die eigene Arbeit einmal zu reflektieren.

    Liebe Grüße
    Michelle

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Michelle,

      ich erinnere hier an die MusErMeKu-Beiträge zum Thema Praktikum und Volontariat, die auch nicht unkritisch waren. 😉 Ab und an muss man leider die Probleme direkt ansprechen – ob es Wirkung zeigt, ist eine andere Frage… Das Erwachen des Klassik Stiftung Instagram-Accounts aus dem Dornröschenschlaf ist mir gestern jedenfalls auch schon aufgefallen. 😉

      Das Beispiel des Promi/Gossip-Accounts Shade Room lässt sich wohl nicht auf alle Branchen anwenden, da man dort nicht mit seinen Ressourcen haushalten muss. Follower und auch Prominente versorgen den Account zuverlässig permanent mit einer Masse an Inhalt. Für die meisten Branchen dürfte wohl keine vergleichbare Inhaltsmenge möglich sein, die auch noch zugeliefert wird. Bei Shade Room geht es zudem ja nur um den News-Charakter, der durch die grottige Qualität der Inhalte noch unterstrichen wird. Hingegen würden die meisten anderen Branchen wohl eher Qualität anstreben – und da wird es für viele schwer genug, täglich oder alle 2-3 Tage etwas Hochwertiges bei Instagram zu veröffentlichen.

      Was Snapchat angeht: Warum nicht? Es sind so wenige Museen dort aktiv – und viele posten wirklich einfach Müll. Aber es ist witzig, besonders weil es noch diesen exklusiven Charakter hat. Gestern hat Casa Batllo selbstgebackenen Kuchen einer Mitarbeiterin gesnapt. Das Honolulu Museum hat ebenfalls Kuchen aus der Cafeteria gepostet. Komplett sinnlos – aber man freut sich, dass sie überhaupt einen Snap senden und so ein Lebenszeichen von sich geben. Das Museum, das als erstes in Deutschland dort aktiv sein wird, wird schon allein durch die Präsenz bei Snapchat unglaublich an Aufmerksamkeit gewinnen – egal was es dann dort postet; hauptsache es postet regelmäßig. Anders als bei Instagram reicht es bei Snapchat noch, einfach nur präsent zu sein, wobei es auch nicht schadet witzige Dinge auszuprobieren und ein bisschen Kreativität zu zeigen. Aber die Qualität kommt später – quick & dirty reicht zunächst völlig. Komplett umgekehrt verhält es sich eben bei Instagram und den weiteren „etablierten“ Social Media Kanälen – hier muss mittlerweile einfach die Qualität stimmen.

      Viele Grüße, Angelika

  3. Tilman Antworten

    Hallo Angelika,

    danke für diese tolle Analyse/Zusammenfassung! Find ich ziemlich gut. Stimme Dir grundsätzlich zu, was das Ende der Experimentierzeit in etablierten Netzwerken angeht – werfe aber die Frage auf: Ist das in Deutschland wirklich alles schon so etabliert?

    Meiner Ansicht nach noch nicht, weswegen ich die Schonfrist bei deutschen Institutionen ein wenig länger ansetzen würde, auch bei bereits ‚etablierten‘ Netzwerken (die haben Instagram ja noch nicht mal auf ihrer Seite verlinkt). Denn nicht jede_r hat sich damit schon auseiander gesetzt. Aber dann – Zustimmung – ist auch Schluss mit Lernphase. Gibt genug Tipps und gute Beispiele (wie Dein Artikel beweißt).

    Einen kleinen Tipp zu den Links habe ich noch: Wenn man/frau sie doch auf Instagram einsetzen will (was ich persönlich für wenig sinnvoll halte, weil das UI das eben nicht unterstützt), dann läßt sich das mit bit.ly doch optimieren, indem man/frau die Links personalisiert. So sind die URLs leicht zu merken und auch mobil schnell nachzutippen (also z.B. bit.ly/kosmosweimar). Anleitung gibt’s hier: http://support.bitly.com/knowledgebase/articles/79917-how-do-i-customize-a-link-

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Tilman,

      vielen Dank für dein Feedback! Es ist ganz selbstverständlich, dass man Soziale Netzwerke zunächst kennenlernen muss, dabei experimentiert und auch Fehler macht. Die Frage ist: Muss dass öffentlich geschehen, wenn das Netzwerk zumindest bereits so etabliert ist, dass eine sehr große Gruppe an potentiellen Nutzern es live miterleben kann und auch Google es gut erfasst?

      Wie wichtig es ist, sich das gewünschte Handle zu sichern, zeigt das Beispiel der Klassik Stiftung bei Twitter. Es kostet nichts, wenn sich Institutionen also zügig in Sozialen Netzwerken zunächst anmelden, um ihren Namen zu besetzen. Im Fall von Instagram würde es aber dann sinnvoll sein, wenn man erst beginnt den Kanal zu nutzen, wenn man ausreichend mit der Systematik des Netzwerks vertraut ist und auch eine Content Strategie hat. Das Sammeln von Erfahrungen sollte vorher auf einem anderen Account erfolgen, der nicht mit der Institution in Zusammenhang steht – dort kann man sich dann ganz anonym austoben. Sobald man sich sicher genug fühlt, kann man dann den offiziellen Account aktivieren. Der Ausspruch „die Schonfrist ist vorbei“ bezieht sich also eher darauf, dass offizielle Institutions-Accounts von Beginn an professionell auftreten sollten. Die holperige Startphase sollte in einen anonymen Account verlegt werden.

      Vielen Dank auch für den Verweis auf die Personalisierungsoption von bit.ly! Das kann eine Möglichkeit sein, wobei ich persönlich auch den Verweis auf die Website oder den Blog ok finden würde, da man sich diese URLs meist doch gut merken kann.

      Viele Grüße, Angelika

  4. Wera Antworten

    Liebe Angelika,

    danke, dass Du die Liste angelegt hast, ich bin einfach nicht dazu gekommen, auch wenn sie noch recht kurz ist. Trotzdem möchte ich sie sofort um zwei weitere Museen ergänzen, die ich noch auf meiner Snap-Chat-Liste habe:
    – Brandts – museum for kunst og
    – London Motor Museum

    Liebe Grüße
    Wera

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Liebe Wera,

      vielen Dank für die Ergänzungen! Die Beispiele der Mini-Liste habe ich jetzt nur ausgewählt, weil ich ihnen schon eine Weile folge und sie auch regelmäßig snappen. Es gibt sicher noch einige Museen mehr, wobei die erwähnten mir am aktivsten erscheinen. Daher würde ich die Liste jetzt hier auch nicht weiterführen – Vollständigkeit wollte ich nicht anstreben. Dem lmmuseum folge ich auch, aber entweder ich habe es immer verpasst oder das Museum war schon länger bei Snapchat inaktiv – jedenfalls habe ich es deshalb nicht hier erwähnt. Das andere von dir erwähnte Museum habe ich jetzt meinem Account hinzugefügt – mal schauen was die so machen… 😉

      Viele Grüße, Angelika

  5. Pingback: Snapchat – Ein Selbstversuch. | Zeitzuteilen

  6. fasnix Antworten

    Liebe Angelika, hast du diese Analyse der Klassik Stiftung Weimar direkt zukommen lassen? Deren Reaktion würde mich sehr interessieren.
    Viele Grüße, Florian

  7. Pingback: #Snapchat | Einfach mal Spaß haben | kultur und kunst

  8. Katharina Antworten

    Eigentlich ist es so easy…
    aber ja kein Geld für eine kompetente Beratung ausgeben, das kann man ja schließlich auch so!

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Katharina,

      das Problem ist, dass häufig MitarbeiterInnen Instagram „nebenher“ mitmachen sollen, ohne das sie sich damit auskennen würden oder je eine Schulung gehabt hätten. Oder dass Praktikanten, FSJ-ler oder Volontäre damit betraut werden, weil „junge Leute“ ja automatisch jede Art von Social Media beherrschen – oder zumindest wird das erwartet.

      Tatsächlich kann man sich auch bei Instagram ja alles selbst beibringen, wenn man sich Zeit nimmt zu schauen, was die anderen machen, wer mit was Erfolg hat, was unerfolgreich ist oder was nicht funktioniert. Und man kann sich die Zeit nehmen sich online einzulesen – Artikel mit Tipps und Tricks gibt es ja mehr als genug. Auch gute Fotos zu machen könnte man sich selbst beibringen, ebenso Bildbearbeitung.

      Wenn Institutionen aber denken, dass sich ihre MitarbeiterInnen, Praktikanten etc. das schön selbst beibringen sollen, dann könnten sie auch erwarten, dass sich die MitarbeiterInnen mal eben selbst das Programmieren beibringen. Auch PHP, HTML und CSS kann man nämlich durch das Lesen von Onlinebeiträgen und durch Herumexperimentieren selbst lernen. Komischerweise erwartet aber niemand, dass man sich nebenbei alles selbst beibringt, wenn es um Programmieren geht – warum erwartet man es bei Social Media?

      Es ist eigentlich ganz einfach: Diejenigen, die Social Media betreuen – egal welchen Kanal – brauchen Weiterbildungen dazu. Es ist dreist und ignorant zu erwarten, sie könnten es von Natur aus. Wie Reputationsschädigend es ist, wenn für Institutionen jemand Social Media macht, der es nie gelernt hat, zeigt sich aktuell bei einigen (auch großen) Kulturinstitutionen. Ich sage nur 3-Zeilen langer Link in einer Instagram-Bildbeschreibung oder Reposts von fremden Bildern, inklusive der sehr fragwürdigen Hashtags, über die man eigentlich nicht gefunden werden möchte. Aber ich nenne hier keine Beispiele… 😉

      Viele Grüße, Angelika

    • Angelika Schoder Autor des Beitrages

      Hallo Lars,

      das Wichtigste ist, sich Zeit für Interaktion zu nehmen, um langsam aber sicher eine Community aufzubauen. Das Soziale ist es ja, was „Social Media“ ausmacht. 😉

      Viele Grüße, Angelika

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